Tetschen-Bodenbach

Stadt Bodenbach

Stadt Tetschen

 

Stadt Bodenbach

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Die Stadt Bodenbach im Gerichtsbezirk Tetschen ist durch Vereinigung von 13 Ortschaften entstanden: Bodenbach, Bösegründel, Herbstwiese, Krochwitz, Kröglitz, Nieder- und Ober-Ullgersdorf, Pfaffendorf, Rosawitz, Rotberg, Seldnitz, Weiher und Wenzelsdorf. Die Gesamtfläche der Stadt Bodenbach betrug 952 ha. Bodenbach liegt am linken Ufer der Elbe schräg gegenüber der Schwesternstadt Tetschen an der Berührungsstelle zwischen den Ausläufern des Böhmischen Mittelgebirges im Süden und dem Elbsandsteingebirge im Norden. Von der Schäferwand (270 m) fällt das Gelände gegen Süden teils in Terrassen, teils steilwandig zur Mulde von Elbe und Eulau ab und steigt jenseits des Eulau-Baches in sanft geschwungenen Hängen zum Pfaffenberg und zum Hopfenberg wieder an. Der Name der imposanten Schäferwand geht entweder auf den Personennamen Schäfer zurück, den einst ein Besitzer des Berges trug oder es handelt sich um die Geländebezeichnung „schiefe Wand”, die irrtümlich in Schäferwand verwandelt wurde. 1939 hatte Bodenbach 20.000 Einwohner; der wirtschaftliche Schwerpunkt lag in den Bereichen Industrie und Verkehr.

Kirchliche Verhältnisse
Das Gebiet von Bodenbach gehörte seit den ältesten Zeiten zum Kirchsprengel Rosawitz, der vermutlich schon im 13. Jahrhundert eingerichtet wurde. Der Sprengel umfasste ursprünglich das Gebiet sämtlicher später in die Stadt Bodenbach eingemeindeten Ortschaften, reichte darüber hinaus gegen Süden bis Kartitz, gegen Westen bis Biela und Bohmen (vielleicht auch Ohren) und gegen Norden bis an die Gründe an der Elbe (Mittelgrund). Ab 1621 bildete Bodenbach eine Filiale der Pfarrei Tetschen und wurde 1702 wieder selbständig, allerdings mit verändertem Sprengel, denn die Elbtalorte südlich von Krochwitz waren nach Neschwitz umgegliedert worden, dafür wurde Niedergrund neu einbezogen und die ehedem selbständige Pfarrei Schönborn kam ab 1702 als Filiale zu Rosawitz. 1852 erfolgte die Ausgliederung der neuen Pfarreien von Biela und 1853 die von Niedergrund.

Von 1559 bis 1624 war Bodenbach lutherisch. 1850 wurde erneut eine evangelische Gemeinde ins Leben gerufen, zunächst als Filiale von Haber (bei Auscha im Kreis Leitmeritz). 1874 wurde die Filiale eine selbständige Gemeinde. Aber aus Einsparungsgründen kam es bald wieder zur Angliederung an das evangelische Pfarramt Aussig. 1914 erfolgte schließlich die endgültige Verselbständigung der Pfarrgemeinde. 1932 entstand auch die Religionsgemeinschaft der deutschen evangelischen Brüderschaft, die 1934 schon 900 Mitglieder hatte (die sogenannte Präger-Gruppe, die 1945 ins Ries und die Gegend um Nördlingen gelangte).

Die altkatholische Bewegung in Bodenbach begann 1887 mit der Gründung der Ortsgruppe des Vereins der Altkatholiken in Österreich. Die Seelsorge wurde in den ersten Jahren von Warnsdorf und später von Schönlinde aus bestritten. 1901/02 konstituierte sich eine eigene Seelsorge in Tetschen für Tetschen und Bodenbach sowie Schwaz, Kaaden und Krima. Die ministerielle Anerkennung wurde erst 1910/11 erteilt.

Ab 1875 trafen sich jüdische Familien in den Wohnungen zu Gebetsstunden und gründeten 1885 einen Betverein. 1906/07 wurde ein israelitischer Tempel in orientalischem Stil erbaut.

Die Freidenkerbewegung, die in den Jahren 1883 bis 1886 in Böhmen einsetzte, führte auch in Bodenbach zur Gründung eines Freidenkerheimes. 1910 wurde die Ortsgruppe der Freidenker gegründet, 1914 aufgelöst und 1919 wieder gegründet. 1932 hatte die Bewegung 534 Mitglieder.

Stadtwappen
Zwei Jahre nach seiner Stadterhebung bekam Bodenbach 1903 ein Stadtwappen. Das Wappenfeld ist waagrecht dreigeteilt. Im obersten Drittel befindet sich (vom Wappen aus gesehen) im linken Feld auf goldenem Grund ein rotes Zahnrad (als Zeichen für die Industrie im Ort) und im rechten Feld auf rotem Grund ein diagonal von links oben nach rechts unten verlaufender goldener breiter Streifen und in diesem ein roter, von einem Seil umwickelter Anker (als Sinnbild für die Schifffahrt auf der Elbe). Im mittleren Drittel ist auf rotem Grund ein goldenes Flügelrad dargestellt (als Symbol der Eisenbahn). Das unterste Drittel zeigt auf grünem Grund ein Gewässer in silberner Farbe (Andeutung der Elbe). In Anlehnung an die im Wappen dominierenden Farben waren die Bodenbacher Stadtfarben rot und gold. Dieses moderne Wappen wurde 1942 nach der erfolgten Vereinigung mit Tetschen und Bodenbach durch einen Beschluss des Stadtrates 1943 aufgegeben und das alte Tetschner Stadtwappen (Löwe mit Fisch in seinen Tatzen) für die neu gebildete Stadt als alleiniges Wappen eingeführt.

Geschichtliche Entwicklung
Um 1200 v. Chr., in der späten Bronzezeit, war ein flacher Uferstreifen an der Elbe bis in die letzten Jahrhunderte v. Chr. besiedelt. Die illyrischen Bewohner, Träger der Lausitzer Kultur, hinterließen ein umfangreiches Brandgräberfeld, das bis in die Hallstadtzeit (850 – 450 v. Chr.) belegt war. Daneben wurden auch Brandgräber aus den letzten vorchristlichen Jahrhunderten gefunden, die einer germanischen, vor-markomannischen Bevölkerung zuzuschreiben sind (sog. „Bodenbacher Gruppe”). Dann folgt ein nahezu menschenleeres Jahrtausend, bis slawische Siedlungsreste und Gräber des 10. Jahrhunderts auftauchen.

Das Gebiet der Stadt Bodenbach gehörte vom 10. bis zum 13. Jahrhundert zur Gaugrafschaft Tetschen und kam 1305 zur Herrschaft Tetschen unter den Wartenbergern. Nach 1511 folgten kurz aufeinander Nikolaus Trcka von Lipa, 1515 die Brüder von Salhausen und 1534 die Herren von Bünau als Besitzer. Ab 1628 gehörte das Gebiet den Freiherren und späteren Grafen von Thun. 1850 wurde nach Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit und Einführung einer modernen Gemeindeverwaltung die Gemeinde Bodenbach dem Gerichtsbezirk Tetschen eingegliedert.

Weiher
Die Keimzelle der Stadt Bodenbach ist die Ortschaft Weiher, welche sich am linken Elbufer bis Obergrund und südlich der Schäferwand bis zur Ullgersdorfer Ortsgrenze erstreckte. Die Gründung des Ortes erfolgte wahrscheinlich Anfang des 15. Jahrhunderts durch Fischer und Schiffer. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Weyher” 1542. Der Ortsname weist auf den ursprünglichen Zustand des Ufergebietes an der Mündung des Eulaubaches hin, dem auch einige Inseln, die sog. Hallchen, vorgelagert waren und teichartige Aufstauungen bildeten. Die frühesten überlieferten Familiennamen in Weiher sind 1542 Grams, 1591 Behml, 1601 Kühnel und Schieche sowie 1624 Beutel, Gaudernack, Kühnel, Rotberger, Böhm, Stolze, Behr, Fierig, Jöstel, Laube, Preidel, Püschner und Winter. 1581 wohnten sieben Gärtner in Weiher. 1579 erhielt der Ort ein eignes Gericht, zu dem auch Bodenbach, Kröglitz, Krochwitz, Rosawitz und Seldnitz gehörten. 1620 standen 16 Häuser. 1713 waren es 37 Anwesen, 1787 66 Häuser und 1833 76 Häuser mit 420 Einwohnern. 1850 wurde Weiher mit acht anderen Ortschaften nach Bodenbach eingemeindet. Bei den Volkszählungen von 1869, 1890 und 1900 hatte Weiher 1.363, 2.127 bzw. 2.340 fast ausschließlich deutsche Einwohner.

Bösegründel
Bösegründel entstand um 1545 durch Aufteilung eines Bauerngutes, dessen Besitzer Böse hieß. „Gründel” ist die Verkleinerungsform von Grund, also eine (im Tetschner Gebiet gebräuchliche) Bezeichnung für einen Taleinschnitt. 1581 hatte Bösegründel fünf Wirte und gehörte zum Gericht in Weiher. Die sechs Gärtner der Jahre 1620 und 1624 hießen Behr, Cunradt, Dörre, Mättel, Schade und Teufel. 1654 gab es ebenfalls vier Häuser und 1713 lebten sieben Familien im Ort. 1787 standen neun und 1833 zehn Häuser, in denen 54 Bewohner lebten. 1910 waren es erst 13 Häuser mit 139 Einwohnern. Bis 1930 trat eine Verdoppelung der Ortsgröße auf 26 Häuser mit 218 Einwohner ein.

Rotberg
Rotberg war im Jahre 1500 eine Einschicht auf dem Sattel zwischen der Schäferwand und dem Spitzberg, auf dem die Familie Rotberger saß. Später tauchten die Namen Schade, Zappe und Hübner auf. Im 17. Jahrhundert rodeten neue Siedler Land für Wiesen und Obstkulturen. Bei den Zählungen von 1654 und 1713 wurde Rotberg bei Weiher mitgezählt. 1787 gab es sieben Nummern und 1833 zehn Häuser mit 70 Einwohnern. Bei den Volkszählungen von 1869 wurden 16 und 1890 24 Häuser gezählt. Dann entwickelte sich die Bevölkerung sehr rasch und stieg 1890 auf 24 und 1907 auf 48 Häuser mit zuletzt 400 Einwohnern. Seit 1850 gehörte Rotberg zu Bodenbach.

Rosawitz
Die erste Siedlung von Rosawitz dürfte bereits vor dem Einsetzen der deutschen Siedlungstätigkeit am Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein, um von dort aus die Versorgung der Tetschner Burgmannschaft mit Lebensmitteln zu sichern. Die Pfarrei Rosawitz war bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Eine Quelle spricht vom Bestehen des Ortes im Jahre 1203, welcher dann durch ein Hochwasser zerstört worden sein soll (vielleicht besteht hier ein Zusammenhang mit der Überflutung von Tetschen im Jahre 1178). Für den Ortsnamen gibt es mehrere Deutungen – so die Erklärung, dass „Rosbehlesy”, wie es im 14. Jahrhundert genannt wurde, etwa „Auseinanderlaufen” bedeuten könnte. Auch keltische Wortwurzeln wie „ros” (Wald, Gebüsch, Gehölz) und „bel” (Wasserlauf) könnten im Namen zu finden sein. Um 1500 standen in Rosawitz sieben Bauern- und Gärtnerwirtschaften, auf denen 1519 u.a. die Familien Hieke und Peschke sowie 1527 die Familien Donisch, Grams, Hampe, Peißig, Tamme, Zimmermann und Zumpe ansässig waren. Weiter sind die Namen Fritsche (1542), Behmel (1543), Lore (1550), Klepsch (1602), Hübner (1605), Beher (1613) und Hegenbart sowie Laube, Fierig und Schneider (1624) überliefert. Verwaltungsmäßig gehörte Rosawitz von alters her zum Gericht in Wilsdorf und kam 1579 zum Gericht Weiher. 1581 bestand Rosawitz nur mehr aus zwei Wirten, hatte 1620 aber wieder fünf Wirte. In der Steuerrolle von 1654 waren fünf Häuser aufgelistet und 1713 standen sieben Häuser. 1787 befanden sich in „Roßawitz” 13 Nummern und 1833 waren es 11 Häuser mit 74 Einwohnern. Durch die Anlegung des Elbe-Winterhafens 1856 erfuhr der Ort ein kräftiges Wachstum und hatte 1869 und 1890 140 bzw. 475 Einwohner. 1850 wurde Rosawitz nach Bodenbach eingemeindet.

Kröglitz
Die Entstehung von Kröglitz dürfte auf einen alten Versorgungshof der Burg Tetschen im 10. bis 12. Jahrhundert zurückzuführen sein. Die Erweiterung zu einer kleinen Ortschaft ist wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erfolgt. Der Ortsname hat in den ältesten Schriftstücken immer die Form „Chrast” oder ähnlich, was höchstwahrscheinlich auf einen Personennamen der Burgmannenzeit zurückzuführen ist. Die älteste Nennung ist die von 1454 mit „w Chrastu”. 1743 erscheint erstmals die Bezeichnung „Kröglitz”. Als Familiennamen sind bekannt: 1537 Jäger und Heyrich, 1543 Dauche oder Tauche, 1553 Hübner und Hieke, 1559 Schade, 1590 Wunderlich (daraus wurde später Windrich) und Behme, 1624 Dörre, Laube und Werner. 1654 und 1713 standen fünf Häuser. 1787 wurden acht und 1833 ebenfalls acht Häuser mit 44 Einwohnern gezählt. Nachdem Kröglitz ursprünglich zum Gericht in Schönborn gehört hatte, kam es 1579 zum Gericht in Weiher und wurde 1850 in die Gemeinde Bodenbach einbezogen. 1869 lebten 79 Einwohner, 1890 aber schon 695, 1900 bereits 1.215 und 1910 über 2.300 Bewohner in Kröglitz. Zwischen 1869 und 1872 wurde die bekannte Johanneskapelle in Kröglitz errichtet.

Seldnitz
Der Ort Seldnitz ist offenbar aus einem Wirtschaftshof der Burg Tetschen entstanden, welcher bereits im 10. bis 12. Jahrhundert angelegt worden ist. Unter den Herren von Wartenberg erfolgte die Aufstufung des Meierhofes zu einem Rittersitz. Über den Ortsnamen lässt sich nichts endgültiges sagen. Die ursprüngliche Stammsilbe lautete „Selen” oder „Seln” und nicht „Seld”. Die ältesten Nennungen stammen von 1401, 1409 und 1436. An Familiennamen sind überliefert für 1511 Hieke, 1528 Fritsch, 1538 Hüttel und Konrad, 1542 Schade, Richter und Prautsch, 1600 Gut, 1624 Peißig, Theißig, Böse und Dörre. Am Anfang gehörte Seldnitz zum Gericht Wilsdorf, wurde dann aber 1579 dem Gericht in Weiher zugeteilt. 1654 und 1713 gab es fünf Bauernwirtschaften. 1787 waren es neun und 1833 sechs Häuser. Bei den Volkszählungen hatte Seldnitz 1869 79, 1890 242 und 1900 480 Einwohner. Von 1850 an gehörte der Ort zunächst zur politischen Gemeinde Bodenbach, von etwa 1860 an zur Gemeinde Wilsdorf und etwa ab 1880 wieder zur Gemeinde Bodenbach.

Herbstwiese
Der Weiler entstand um 1570, wurde aber im 18. Jahrhundert als eigene Ortschaft betrachtet und hatte 1787 und 1833 fünf Häuser mit zuletzt 46 Einwohnern. Die Gebäudezahl blieb bis 1945 konstant, während die Einwohnerzahl zwischen 28 im Jahre 1869, 25 im Jahre 1890 und 51 im Jahre 1930 schwankte. 1850 wurde Herbstwiese nach Bodenbach eingemeindet.

Pfaffendorf
Pfaffendorf wurde von der Tetschner Herrschaft zur Gewinnung von Arbeitskräften gegründet. Graf Maximilian von Thun ließ 1674 einigen Ansiedlern ein Stück Grund von der Pfaffenflur anweisen und schenkte ihnen zur Erbauung der Häuser das erforderliche Baumaterial. Als erste Ansiedler bauten Simon Peißig, Jakob Laube, Hannes Peißig und Hans Strache aus Seldnitz. 1703 vergrößerte sich der Ort durch Zuzug neuer Siedler. Der namengebende Pfaffenberg (ursprünglich „Weinberg”) hatte seinen Namen wahrscheinlich von den dort gelegenen Rosawitzer Pfaffen- oder Pfarrgrundstücken erhalten. 1713 hatte der Ort sieben, 1787 und 1833 23 Gebäude, im letzteren Jahr mit 119 Einwohnern. Von 1787 bis 1849 gehörten Hopfengarten und Wenzelsdorf zur Gemeinde Pfaffendorf. 1850 erfolgte die Eingliederung nach Bodenbach. 1869 lebten 242, 1890 schon 379 Einwohner im Ort.

Wenzelsdorf
Die Gründung von Wenzelsdorf erfolgte 1786 durch den Grafen Wenzel von Thun, der – an Pfaffendorf angrenzend – 20 Baustellen für Ansiedler ausmessen ließ, auf denen 1787 schon 10 Häuser fertiggestellt waren. 1833 umfaßte die „Colonie Wenzelsdorf” 29 Häuser mit 161 Bewohnern. 1869 hatte der sowohl hoch als auch schön gelegene Ort 266 Einwohner, 1890 waren es 248, 1910 432 und 1930 schließlich 477 Einwohner. Die Eingemeindung nach Bodenbach erfolgte 1850.

Krochwitz
Die Anfänge des Ortes liegen sicher vor dem 13. Jahrhundert, denn wahrscheinlich handelte es sich ursprünglich um eine zur Burg Tetschen gehörige Kleinsiedlung, die erst im Zuge des deutschen Landausbaus vergrößert wurde. Der Ortsname ist wohl vordeutschen Ursprungs und möglicherweise aus dem slawischen Personennamen „Hroch” entstanden. Urkundlich erscheint Krochwitz erstmals 1543 (für 1515), als es beim Kauf der Herrschaft durch die Familie von Salhausen genannt wird. Die Familien, deren Ansässigkeit in Krochwitz am frühesten nachweisbar sind, waren die Behmel und die Hübner – etwa um 1500. Weitere Namen sind Grosser (1543), Vogel und Schäfer (1549), Lerche (1558), Arlt (1590), Beh (1608) und Behmel, Hieke, Hübner und Laube (1624). 1581 und 1654 hatte „Chrochwitz” fünf Häuser, 1713 lebten sechs Familien im Ort. 1787 und 1833 hatte Krochwitz acht Häuser, zuletzt mit 63 Einwohnern. 1869 und 1890 wurden im Ort 77 bzw. 259 Einwohner gezählt. Durch einen starken Zuzug von Arbeitnehmern, die in Bodenbach beschäftigt waren, erhöhte sich die Einwohnerzahl rasch auf 1.133 im Jahre 1900 und 2.428 im Jahr 1910. Krochwitz gehörte ursprünglich zum Gericht in Wilsdorf und kam 1579 zum Gericht Weiher. Von 1849 bis 1904 gehörte es zur politischen Gemeinde Wilsdorf und wurde 1923 nach Bodenbach eingemeindet.

Ullgersdorf
Ursprünglich bestand Ullgersdorf aus einer einzigen Ortschaft und erst im 18. Jahrhundert erwies sich durch die Gründung einer zweiten Ortschaft die Unterscheidung von Ober- und Nieder-Ullgersdorf als notwendig. Ullgersdorf – später Nieder-Ullgersdorf genannt – ist als Kleinbauernsiedlung wahrscheinlich im 15. Jahrhundert nach der Hussitenzeit (die bis 1436 dauerte) gegründet worden. Der Ortsname ist auf den Personennamen Ulrich zurückzuführen. Die älteste Erwähnung des Ortes findet sich im Kauf der Herrschaft durch die Familie von Salhausen im Jahre 1515, der 1543 erneut in die tschechisch geführte Landtafel eingetragen wurde, wo es „Woldrzichov” (Ullrichsdorf) heißt. Die ältesten Familien sind für 1567 (Hieke) und 1600 (Gut) nachweisbar. 1624 trugen die Gärtner in Ullgersdorf die Namen Werner, Vogel, Dörre, Höhne, Kunert, Laube, Prautsch, Richter, Schneider und Tappicht. 1571 hatte der Ort 14 Wirte und 1654 gab es insgesamt 18 Häuser. 1713 lebten 22 Familien in Ullgersdorf. 1833 wohnten 223 Einwohner in 37 Häusern. Ober-Ullgersdorf entstand erst 1737, als mehrere Gründe des Bünauburger Meierhofes einigen Ansiedlungswilligen überlassen wurden. Einer der ersten war ein Georg Hieke. Die neue Siedlung, ursprünglich „Neu-Ullgersdorf” oder „Trabantendörfel” genannt, wies 1787 17 Nummern und 1833 40 Häuser mit 258 Bewohnern auf. In den Jahren 1869, 1890 und 1910 hatte Neu-Ullgersdorf 343, 347 und 360 Einwohner. Ullgersdorf gehörte jahrhundertelang zum Gericht in Biela, deswegen wurden Nieder- und Ober-Ullgersdorf auch 1849 der politischen Gemeinde Biela angegliedert. Zu dieser Zeit wurde auch die Schreibung mit „ll” eingeführt, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Ort bei Bensen zu vermeiden. 1907 wurden die auf 190 Häuser mit 2.100 Bewohner angewachsenen Ortschaften Nieder- und Ober-Ullgersdorf (unter gleichzeitiger Abtretung von 14 Häusern an Biela bzw. Bünauburg) eine selbständige Gemeinde, die 1923 mit der Stadt Bodenbach vereinigt wurde.

Bodenbach
Die Stadt Bodenbach entstand (im Unterschied zu den meisten anderen Städten) 1850 durch Vereinigung von zunächst neun und später 13 einzelnen Ortschaften, zu denen auch die Ortschaft Bodenbach gehörte, die der Stadtgemeinde dann den Namen gab. Die älteste Nennung von Bodenbach datiert von 1380 (ohne Quellenangabe). In einer Urkunde von 1430 wurde die Hälfte des Dorfes Bodenbach von Siegmund von Wartenberg seiner Gattin Agnes von Sternberg verschrieben. 1407 wird der Ort tschechisch „Podmokly” genannt. Sicher dürfte sein, dass die 1554 erstmals angewandte Namensform „Bodenpach” eine klangliche Anpassung an das ältere „podemag” ist. Die ältesten überlieferten Familiennamen in Alt-Bodenbach sind 1521 Töpler (Töpfer) und Petzolt, 1540 bis 1543 Lerche, Schäfer, Tamme und Zimmermann, 1561 Fritsche, Hübner und Richter, 1602 Bartsch, Laube und Michl, 1624 Laube und Wunderlich. Die Anfänge Bodenbachs scheinen auf einen zur Burg Tetschen gehörigen Wirtschaftshof des 10. bis 12. Jahrhunderts zurückzugehen. Wahrscheinlich im 14. Jahrhundert, sicher aber im 15. Jahrhundert war daraus ein herrschaftlicher Meierhof geworden. Im Zuge des deutschen Landesausbaus im 13. und 14. Jahrhundert sind wahrscheinlich in der Umgebung des Hofes Bodenbach einige bäuerliche Anwesen entstanden. Um 1500 waren sechs Höfe vorhanden. Unter den Grafen von Thun entwickelte sich der Ort zu einem Wirtschaftszentrum. 1787 standen (außer den herrschaftlichen Gebäuden) elf und 1833 34 Häuser, im letztgenannten Jahr mit 190 Einwohnern. Bodenbach gehörte erst zum Gericht in Wilsdorf und war 1579 dem Gericht in Weiher zugeteilt worden. 1850 schließlich wurde die Stadt Bodenbach gegründet. 1942 wurde die Vereinigung von Tetschen, Bodenbach und Altstadt zur Stadt Tetschen-Bodenbach vollzogen, die damals über 36.000 Einwohner hatte.

Familiennamen 1934
Die Familiennamen wiesen in Bodenbach infolge zahlreicher Zuwanderer eine große Verschiedenheit auf. Der mit Abstand häufigste Name war 1934 Richter, der 93 Mal vorkam. Häufig waren ferner Walter, Fritsch(e), Müller, John, Kunert, Fischer, Böhm, Seidel, Fiedler, Hübner, Hieke, Schneider, Winkler, Schmidt, Nowak, Wagner, Lorenz, Schade, Weber, Werner, Dörre, Heller, Hegenbart(h), Jäger, Jahnel, Löb(e)l, Maier bzw. Mayer, Neumann, Perthen, Ritschel, Behmel, Kraus(e), Strache, Wenzel, Wolf, Dietrich bzw. Dittrich, Günt(h)er, Hein bzw. Hain, Schubert, Hoffmann, Laube, Prautsch, Nickel, Riedel, Rösler bzw. Rößler, Scholz(e) bzw. Schulz(e), Hiebsch, Kreibisch, Kühnel, Lösel, Stolz(e), Preidel, Püschel, Schiffner, Thiel(e), Hampe, Krätschmer bzw. Kretschmer, Nowotny, Pietsch bzw. Pietschmann, Arlt, Bittner, Gaube, Gut(h), Hackel, Baum, Bendel, Hickisch, Patzner, Rotsch, Schönbach, Ul(l)rich, Friedrich, Hampel, Klinger, Lang(e), Langer, Patzelt, Pilz, Schieche(l), Blumtritt, Dworschak, Förster bzw. Forster, Grohmann, Janisch bzw. Jänich, Lie(i)sch, Melzer, Prochaska und Weigend bzw. Weigt.

Am 8. Mai 1945 griffen zwei russischen Fluggeschwader Bodenbach an und bombardierten die Stadt. Zusammen mit Tetschen waren etwa 300 Tote zu beklagen. Die Vertreibung der Deutschen aus Bodenbach setzte um den 20. Juni 1945 ein. 1949 war Bodenbach als Stadtteile IV bis VIII ein Bestandteil der Großgemeinde Decin. Etwa 20.000 Bewohner lebten 1961 dort. Im Jahr 2006 leben in Bodenbach (zusammen mit Děčín) rund 52.000 Einwohner.

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Stadt Tetschen

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Das Gebiet der Kreisstadt Tetschen setzte sich zusammen aus der Stadt Tetschen und der Ortschaft Laube. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 502 ha, davon fielen auf Tetschen 459 ha und auf Laube 43 ha. Das ursprüngliche Ausmaß von 212 ha war 1898/99 durch die Eingemeindung von 135 ha der Gemeinde Birkigt und 1907 von 112 ha der Gemeinde Laube vergrößert worden. Tetschen liegt am rechten Elbufer schräg gegenüber der Schwesterstadt Bodenbach. Seit 1942 sind beide Städte eine politische Gemeinde. Tetschen liegt an der Berührungsstelle zwischen den Ausläufern des Böhmischen Mittelgebirges im Süden und dem Elbsandsteingebirge im Norden. Das Gebiet der Stadtgemeinde gehört ausschließlich dem Sandsteingebiet an, welches durch den Quaderberg (292 m), den Schlossfelsen (170 m) und die leicht erhöhte Sandsteinplatte unter dem Stadtzentrum (140 m) deutlich zutage tritt.

1939 hatte die Bezirks- bzw. Kreisstadt Tetschen 12.647 Einwohner. Der Bevölkerungsanteil im Wirtschaftsbereich Öffentlicher Dienst betrug knapp 20 %, im Bereich Handel und Verkehr knapp 30 % und im Bereich Industrie und Handwerk rund 33 %. Die Stadt hatte 1869 den Anschluss an die Eisenbahn erhalten. Auch die Elbeschifffahrt hatte für Tetschen immer eine hohe Bedeutung.

Kirchliche Verhältnisse
Die Pfarrei Tetschen ist die älteste des Tetschner Gebietes. Bereits in der alten Marktsiedlung südlich des Burgfelsens bestand wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert eine Marienkirche. Bald nach 1250 dürfte der Grundstein zur neuen Kirche St. Wenzel als Pfarrkirche gelegt worden sein. Von 1559 bis 1625 waren lutherische Pastoren in Tetschen und erst 1635 wurde wieder ein katholischer Pfarrer eingesetzt. Zeitweise wurden auch die Pfarrsprengel mehrerer Nachbarpfarreien mit betreut, so Rosawitz mit Schönborn, Neschwitz mit Tichlowitz, Eulau und Königswald. 1702 wurde die Stadtpfarrei zum Dekanat erhoben. Der Sprengel der Stadtpfarrei Tetschen umfasste die Stadt mit dem Ortsteil Laube, Altstadt, Bachelsdorf, Birkigt, Falkendorf, Kolmen, Krischwitz, Liebwerd, Losdorf, Mariannaberg und Stabigt. Bis 1702 gehörte auch Niedergrund dazu. Die Matriken sind durchwegs seit 1596 erhalten.

Obwohl sich bereits 1901/02 eine eigene altkatholische Gemeinde in Tetschen und Bodenbach konstituiert hatte, erhielt diese erst 1910/11 die staatliche Anerkennung als Filiale der Pfarrei Schönlinde. Im Jahre 1921 wurde die selbständige altkatholische Pfarrei Tetschen-Bodenbach errichtet, zu der bis 1927 auch die Filialgemeinde Schwaz (bei Brüx) sowie Orte des Gebietes um Komotau und Kaaden gehörten.

Stadtverwaltung und Stadtwappen
Die Stadt Tetschen hatte infolge ihrer Gründung um 1250 auf landesherrlichem Territorium den Charakter einer königlichen Stadt. Vermutlich besaß Tetschen in seinen Anfängen ein Erbgericht, welches nach dem Magdeburger Recht die gesamte niedere Gerichtsbarkeit und Polizeigewalt ausübte. Dem Erbrichter standen zur Urteilsfindung zwölf Schöppen zur Seite – sozusagen als Gemeindevertretung. Zwischen 1478 und 1488 verschwand das Erbgericht durch den Kauf des Gerichtshauses samt den damit verbundenen Rechten durch die Stadt. Ab 1515 sind die von einem Stadtschreiber geführten Gerichtsbücher erhalten. Auch die Stadtbücher, die schon seit dem Ende des 14. Jahrhunderts geführt wurden, sind für Tetschen seit 1515 vorhanden, wenn auch das älteste Stadtbuch, das seit dem Ende des 14. Jahrhunderts geführt wurde, verloren ging. Erhalten sind vier Gerichtsbücher von 1515 bis 1534, von 1534 bis 1548, von 1568 bis 1586 und von 1586 bis 1620, ferner ein Ratsgedenkbuch von 1567 bis 1627 und ein Kaufbuch des Rates von 1596 bis 1644 – insgesamt also sechs Bücher. 1610 wurde das Schöppenkollegium in ein Ratskollegium und schließlich in einen Magistrat umgewandelt. 1849 wurde die neuzeitliche Gemeindeverfassung eingeführt. Die Stadt bekam einen Bürgermeister und Stadträte.

Die ehemals königliche Stadt Tetschen führt in ihrem Stadtwappen einen zweischwänzigen bekrönten böhmischen Löwen, der eine Barbe hält. Das Wappen hat einen blauen Grund, auf dem der Löwe mit dem Fisch silbern oder weiß dargestellt ist. Seit 1945 gebraucht das tschechische Decin die Farben rot-silber (rot-silber waren die ältesten Farben der königlichen Stadt). Wahrscheinlich wurde blau-silber nach 1628 in Anlehnung an die Hausfarben der neuen Herrschaftsbesitzer, der Familie von Thun-Hohenstein eingeführt, die blau-gold sind.

Schloss Tetschen
Das Schloss auf dem langgestreckten Schlossfelsen hat einen Grundriss von 140 m x 55 m an der Außenseite und 114 m x 30 m im Innenhof. Es hat 80 Säle und Räume und 400 Fenster. Überragt wird es an der Westseite von einem 50 m hohen Turm mit Uhr, Barockhelm und Wetterfahne (Pfau). An dem Schloss fasziniert besonders seine dominierende und majestätische Lage. Die einzige Zufahrt bildet die 292 m lange, 10 m breite und von 7,5 m hohen Mauern eingesäumte „Lange Fahrt”, die 1667/68 anstelle einer Vorburg und von dort angelegten Verteidigungsanlagen gebaut wurde. Außerhalb des Schlosses befindet sich nördlich der „Langen Fahrt” der Rosengarten, der im Westen begrenzt ist vom „Gartensaal Sala Terrena” mit Fresken an Decken und Wänden von G. Bragaglio aus dem Jahre 1678 und über dem sich im Osten die kunstgeschichtlich bedeutsame Gloriette erhebt. An deren höchster Stelle stehen die Sandsteinfiguren zweier Fechter und sieben allegorische Frauengestalten von Ignaz F. Platzer. Die auf der Steinmauer am Nordrand des Rosengartens stehenden Figuren stellen Gestalten der griechischen Mythologie dar, beispielsweise Pallas Athene, Hephaistos, Kronos u.a.; sie wurden von dem Tetschner Künstler Felix Kitzinger geschaffen. 1931 verkaufte die Familie von Thun-Hohenstein das Schloss an den tschechischen Staat.

Geschichtliche Entwicklung
Vorgeschichtliche Ausgrabungen wurden in Laube aus der Jungsteinzeit und auf dem Quaderberg gemacht, die der spätbronzezeitlichen Lausitzer Kultur angehören. Zwei Jahrtausende jünger ist die slawische Ansiedlung in der Flur „Weinborn”, die eine mächtige Kulturschicht mit Gefäßresten, Tierknochen und Holzkohle hinterlassen hat. Diese Funde stammen aus der Zeit um und nach 1000 n. Chr. Der Burgwall, der der „Provincia Dechinensis” den Namen verlieh, dürfte auf dem Schlossfelsen angelegt gewesen und beim Bau des späteren Schlosses zerstört worden sein. Über das Gebiet der Stadt Tetschen einschließlich der Burg und des späteren Schlosses gibt es bis zum 10. Jahrhundert keine geschichtlichen Nachrichten. Offenbar ist der Tetschen-Bodenbacher Talkessel nach Abzug der bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. archäologisch nachweisbaren germanischen Besiedlung größtenteils unbesiedelt geblieben. Im 10. Jahrhundert war eine landesherrliche (= königliche) Burg entstanden, welche die Funktion einer Landmarke (= Grenzbefestigung) hatte. Im weiteren Verlauf hatte sich direkt südlich der Burg ein Burgflecken entwickelt. Zur Versorgung der Burgmannschaft wurden auch mehrere Wirtschaftshöfe gegründet. Vermutlich sind die Vorläufer der Meierhöfe von Liebwerd, Slawik, Bodenbach, Seldnitz, Kröglitz und Tichlowitz darunter zu zählen. Im 11. und 12. Jahrhundert kam es darüber hinaus im Bereich der Burggrafschaft Tetschen zu einem bäuerlichen Landesausbau, dem die Siedlungsanfänge der Orte Altbohmen, Babutin, Barken, Falkendorf, Gleimen, Kartitz, Krischwitz, Krochwitz, Losdorf, Malschwitz, Neschwitz, Ohren, Politz, Prosseln, Pschüra, Skritin, Seldnitz, Scheras, Tichlowitz und Topkowitz zuzuschreiben sind. Die Burgmannen, Bediensteten und Siedler dürften überwiegend einem altslawischen Volksstamm angehört haben. Vermutlich ist der Name der Burg „Daczin” aus einem alten Personennamen wie „Deka” oder „Daka” entstanden und dann auf die zugehörige Bevölkerung übertragen worden. Das Gebiet um Tetschen wird erstmals 1086 in einer in Regensburg ausgestellten Urkunde als „Provincia Dechinensis” genannt, in welcher die Prager Bistumsgrenzen von 973 beschrieben sind.

Vom 10. Jahrhundert bis etwa 1250 war die Burg Tetschen ein landesherrlicher Verwaltungssitz, dessen Bereich weit über das Gebiet des späteren Kreises Tetschen-Bodenbach hinausging. Der Sitz dieser Gaugrafschaft Tetschen wurde um 1250 von Tetschen nach Böhmisch Leipa verlegt, so dass in Tetschen nur die wirtschaftliche Verwaltung des königliches Gutes und die Zollstätte verblieben. Um 1250 wurde Tetschen dann als deutsche Stadt eingerichtet, etwa 1280 dürfte die älteste Stadtmauer angelegt worden sein. Die ältesten Bürgernamen sind von 1384 überliefert und lauten Hensel Vogel, Petir Czegenrock, Nicz Rüdel, Nicz von dem Gompolcz, Peschko Sneyder, Niclas Vogel, Herman Thömerich, Pesche Heral, Pessake Schneider, Frycze Bleschin, Horenan, Nicz Eylaw, Pesche Hertil, Herman Hüttener und Heye Gugel. Weiter sind bekannt von 1401 Petir Lange Acht, Peter Lotter, Hanuss Sconenbrun (= Schönborn), Fredman, Hermann Tontzel, Niclas Großmerten, Niclas Zimmermann, Niclas Hemmerlin, und von 1478 Guteler und Prebis.

1305 schenkte König Wenzel III. die Stadt Tetschen samt Umgebung als Herrschaft den Herren von Wartenberg für deren geleistete Dienste. 1511 wurde der Besitz von den Wartenbergern an Nikolaus Trczka von Lipa verkauft, der aber schon 1515 Tetschen an die Brüder Hans, Wolf und Friedrich von Salhausen verkaufte. 1534 verkaufte Hans von Salhausen seine Herrschaft Tetschen an Rudolf von Bünau (seinem Schwager). Die Bünauer verkauften Stadt und Herrschaft Tetschen 1628 und wanderten aus Glaubensgründen zur Erhaltung ihrer evangelischen Religion aus. Käufer war die freiherrliche (später gräfliche) Familie von Thun. Aufgrund des vorherrschenden Dreißigjährigen Krieges konnten diese ihren Besitz erst 20 Jahre später übernehmen. 1918 kam die Stadt wie das ganze Land Böhmen nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zur Tschechoslowakischen Republik (CSR) und 1938 durch das Münchener Abkommen zum Deutschen Reich. Durch die Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 gelangte das abgetrennte Gebiet wieder an die Tschechoslowakische Republik (CSR) bzw. (seit 1948) an die Tschechoslowakische Sozialistische Republik (CSSR). Die deutsche Bevölkerung wurde 1945/46 aus ihrer Heimat vertrieben. Nach Ende der kommunistischen Periode durch die „samtene Revolution” gehört der Kreis und die Stadt Tetschen seit 1990 zur Tschechoslowakischen Förderativen Republik und seit 1993 zur Tschechischen Republik.

Familiennamen ab dem 16. Jahrhundert
Die Namen der Bürger von Tetschen lauteten von 1511 bis 1525: Abender, Baurat, Benesch, Bogener, Bottner, Domesch, Freisen, Fromelt, Gipfel, Hensel, Hemmerlin, Hirt, Jergen, Knechtel, Krumbholz, Lerche, Lünwenzel, Mach, Mauer, Meinhart, Nötel, Reichel, Reinholt, Schön, Schuster, Seber, Steinauge, Stöcker, Teufel, Tschirnstein, Wagner, Weigel und Wullin.

Von 1526 bis 1549 hießen die Bürger Arlet, Arnold, Bartisch, Bauerrot, Beckel (Böckel), Berger, Beuer, Beutel, Bittner, Böttner, Büttner, Borek, Burhart, Czirngibe (vielleicht Zirngiebel), Dormigk, Doubig, Drechsler, Ehrlich, Eisner, Fiehwigk, Fischer, Forster, Fritsche, Fromelt (Frummalt), Frosch, Gansauge, Geiseler, Gensfleisch, Grams, Gub, Hawel, Hasche (Hosche), Hanike (Heinicke), Heintschel, Hertel, Hödel, Hora, Hutter, Huttener, Jaschel, John, Jost (Just), Jüstel, Katschner, Khubl, Kitziger, Klettitz, Knie (Kny), Knorre, Königstein, Kraut, Kuchler, Küll, Kürschner, Laube, Lauterbach, Lindner, Lose, Luprich, Mel(t)zer, Mentschel, Merbitz (Merwitz), Michel, Möller (Müller), Myher, Nack, Nierig, Nikolai, Petran, Prisker, Philip, Pischel, Pincks, Putzsche, Richter, Sauertal, Schade, Schenhensel, Schneider, Schoda, Schuster, Schweinchen, Simichen, Sporer, Stanek (Danek), Stöcker, Stolz, Summerthal, Thorandt, Titler, Töpfer (Töpper), Tredel, Tschirnstein, Ullmann, Ulme, Vogel, Voit, Walter, Werner, Winkler, Wort, Wynke, Zappe und Zaunseil.

Die Bürgernamen von 1550 bis 1569 waren Angermann, Eiser, Forster, Frank, Gansauge, Hanel, Heintschel, Hesse, Hödel, Hosche, Huttig, Jarschel (Jerschel), Katschner, Kemtzer, Knor, Kohlstrunck, Koler, Kreutziger, Krompholz, Lebal, Leblein, Laube, Mende, Moller, Petran, Pischel, Richter, Romian, Seifert, Stark, Ullmann, Vetter (Wetter), Virdig und Zompe.

Die Hausbesitzer von 1713 hatten die Namen – in der inneren Stadt: Laube, Hieke, Just (Jüstel), Petran, Wort, Werner, Kohlstrunk, Lerche, Lohre, Neumann, Pöhlich, Pätzold bzw. Patzelt, Arnold, Beutel, Dittrich, Garbl, Götz, Grünzner, Hietel, Klein, Kühnel, Pehe, Peschke, Pfeiffer, Schieche, Schröter, Trödl, Vogel, Walter, Adam, Büchler, Dehmel, Dellhopf, Endler, Fiedler, Fildner, Focke, Franz(e), Fuchs, Grimmer, Hantschke, Heymann, Hofmann, Hrdlitschka, Hübner, Illig, Jäger, Jarschel, John, Kauth, Kern, Klein, Knorre, Koch, Köhler, Krebs, Kretschmer, Lachner, Langecker, Lehmann, Lindner, Lipisus, Nickel, Nitsche, Philipp, Proksch, Schmied, Schuhmann, Seidel, Stolze, Tausch, Tille, Töpfer, Voigt, Windrich und Zeischke. In der Vorstadt hießen die Hausbesitzer: Beckel, Behe, Schieche, Arnold, Königstein, Lohre, Schuhmann, Hantschke, Pattich (Pättlich), Töpfer, Walter, Brettschneider, Ditze, Focke, Frey, Fritsch, Grünzner, Hesse, Hieke, Hoffmann, Jäger, Jarschel, John, Kohlstrunk, Kreutziger, Laube, Maukisch, Nitsche, Orland, Pompe, Prinz, Proksch, Schimpke, Schrötter, Stolze, Trödel, Vogel, Weiß und Zeitz.

1749 kam es zu einer furchtbaren Brandkatastrophe in der Stadt, bei der von den bestehenden 210 Häusern 160 niederbrannten. 1787 hatte Tetschen aber schon wieder (einschließlich der vier zugehörigen Häuser in Laube) 293 Häuser. 1833 lebten 1.532 Einwohner in 312 Häusern in der Stadt. Ab etwa 1850 nahm Tetschen durch Industrieansiedlungen und dem Bau der Eisenbahnen sowie dem Bau der Elbeumschlagplätze in Tetschen und Laube einen beträchtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. 1848 hatte die Stadt 1.670 Einwohner, 1869 waren es schon 3.822 und 1880 bereits 5.612 Bewohner. Im Jahre 1914 zählte Tetschen dann 11.500 Einwohner.

Die mit Abstand häufigsten Familiennamen waren 1934 Richter, Müller, John, Böhm, Mich(e)l, Seid(e)l, Lorenz, Kunert, Winkler, Stolz, Weig(e)l, Schmid(t), Storch bzw. Starch, Hietel bzw. Hüttel, Dittrich bzw. Dietrich, Fritsch(e), Köhler, Ritschel, Schneider, Werner, Dörre, Heller, Ahne, Keßler, Kühnel, Weber, Ried(e)l, Schubert, Wenzel, Bendel, Hegenbart(h), Hieke, Fischer, Jahnel, Maier bzw. Mayer bzw. Meyer, Philipp, Hiebsch bzw. Hübsch, Re(h)nelt, Scholz(e), Vat(t)er, Vetter, Wagner, Dinnebier, Hönig, Hübner, Lösel, Schi(e)ch(e), Schiefner bzw. Schiffner, Svoboda bzw. Swoboda, Beutel, Günther, Hackel, Hille, Marschner, Neumann, Arnold, Benesch (Benes), Bittner, Fiedler, Hortig, Knobloch, Kreibich bzw. Kreibig, Mattau(s)ch, Nitsch(e), Novak bzw. Nowak, Pohl, Schwarz, Steiner(t), Stelzig, Ullrich, Baier bzw. Bayer, Cerny bzw. Czerny bzw. Tscherney, Eiselt, Friedrich, Grohmann, Gretschel bzw. Grötschel, Habel bzw. Havel, Hübel, Hofmann, Hocke bzw. Hoke, Jäger, Janich, Laube, Schindler, Schulz(e), Weiß, Blum(en)tritt, Graf, Gärtner, Heinrich, Hanke, Kammel, Kleinpeter, Langer, Parsch(e) bzw. Porsche, Paudler, Peschke bzw. Peschka, Preid(e)l, Strach(e), Vog(e)l, Wessely bzw. Vesely, Zenker, Althammer, Gaudernak, Günt(h)er, Guth, Her(r)mann, Kny bzw. Knie, Novotny bzw. Nowotny, Roth bzw. Rott, Schu(h)mann, Döner bzw. Thöner, Winter, Wolf und Zaschke.

Laube
Das nördlich an Tetschen angrenzende Gebiet von Laube wird 1511 erstmals erwähnt. Damals wurde der „Laubengrund” mit der Gärtnerwirtschaft „Laubenbauer” an die Stadt Tetschen verkauft, um deren Mangel an Weideflächen abzuhelfen. 1683 erfolgte die Erbauung eines zweiten Hauses durch Christof Stolz, dessen drei Söhne sich auch in Laube als Häusler ansiedelten, so dass um 1750 fünf Häuser standen. 1787 zählte man acht und 1833 schon 21 Häuser mit 119 Einwohnern – einschließlich des Ortsteiles Rasseln. Völlig verändert wurde der Ort 1878, als die Österreichische Nordwestbahn einen Umschlagplatz für ihre Tochtergesellschaft, die Österreichische Nordwest-Dampfschifffahrts-Gesellschaft errichtete. Laube entwickelte sich zu einem bedeutenden Güter-Umschlageplatz mit hoher Verladekapazität. Die häufigsten Familiennamen von Laube und Rasseln waren 1934 Saase, Bortsch bzw. Bortscht, Gretschl bzw. Grötschel, Köhler, Lorenz, Pfitzner und Stolz bzw. Stolze.

Am 8. Mai 1945 wurde Tetschen von russischen Kampfflugzeugen angegriffen und bombardiert. Durch die Detonation von mehreren Wehrmachtsfahrzeugen in der folgenden Nacht in der Bensner Gasse kam es zu einem Großbrand. Am 9. Mai zogen polnische Panzer und russische Kampfeinheiten in Tetschen ein. Die Verwaltung der Stadt übernahm ein „antifaschistischer Ausschuss“ mit Albert Allert als Bürgermeister, der aber nach wenigen Tagen aufgrund seiner deutschen Nationalität abgesetzt und vom Tschechen František Eret ersetzt wurde. Die Vertreibungen der deutschen Bevölkerung begannen am 8. und 9. Juni 1945, als die in der Stadt untergekommenen Bombengeschädigten aus dem Deutschen Reich abgeschoben wurden. Die ersten Vertreibungsaktionen an der einheimischen Bevölkerung fanden vom 20. bis 25. Juni 1945 statt, als viele Einwohner zu Fuß nach Herrnskretschen laufen und dort die Grenze nach Sachsen passieren mussten. Weitere Transporte wurden mit Güterwägen der Eisenbahn und Elbkähnen und Zillen durchgeführt. Die letzten großen Transporte gingen Mitte August 1946 von Tetschen nach Deutschland ab.

Die am 1.10.1942 vollzogene Vereinigung der drei politischen Gemeinden Tetschen, Bodenbach und Altstadt wurde 1945 von den Tschechen beibehalten. Seit 1947 heißt die vormalige Doppelstadt Tetschen-Bodenbach bzw. Děčín-Podmokly nur noch Děčín. 1948 wurde die Stadt durch die Einbeziehung der Gemeinden Biela, Bünauburg und Mittelgrund erweitert. 1961 lebten etwa 40.000 Menschen hier. Seit 1995 hat Děčín auch eine Universität. 2002 wurde in der Stadt die damals größte Geotherme Europas errichtet, die jährlich etwa 78 GWh erzeugt und einen Großteil der Kreisstadt mit Erdwärme versorgt. Das geothermale Wasser wird aus einer Quelle in 400 m Tiefe gewonnen. 2008 wohnen rund 52.000 Menschen in Děčín, das weiterhin Sitz eines Kreises (okres Děčín) ist. Heute besteht die politische Gemeinde aus 35 Ortsteilen, neben den seit 1942 inkorporierten, vormals selbständigen Gemeinden Bodenbach (Podmokly) und Altstadt (Staré Město) gehören nun die folgenden Ortsteile zur Stadt Děčín (Stadtteilbezeichnung in römischen Ziffern): Tetschen – innere Stadt (Děčín - I), Tetschen-Neustadt (NovéMesto – II), Tetschen-Altstadt (StaréMěsto – III), Bodenbach (Podmokly – IV), Rosawitz (Rozbělesy - V), Krohübel (Letná – VI), Krochwitz (Chrochvice - VII), Nieder-Ulgersdorf (Dolní Oldřichov – VIII), Bünauburg (Bynov - IX), Biela (Bělá - X), Obergrund (Horní Žleb - XI), Wilsdorf (Vilsnice - XII), Laube mit Rasseln (Loubí a Podskalí – XIII), Niedergrund (Dolní Žleb - XIV), Mittelgrund (Prostřední Žleb – XV), Peiperz (Připeř – XVI), Kalmswiese (Jalůvčí – XVII), Maxdorf (Maxičky – XVIII), Tscheche (Čechy – XIX), Neudorf (Nová Ves – XX), Oberullgersdorf (Horní Oldřichov – XXI), Wenzelsdorf (Václavov – XXII), Pfaffendorf (Popovice – XXIII), Schönborn (Krásný Studenec – XXIV), Hopfengarten (Chmelnice –XXV), Bachelsdorf (Bechlejovice – XXVI), Birkigt (Březiny – XXVII), Falkendorf (Folknáře - XXVIII), Hostitz (Hoštice nad Labem – XXIX), Großwöhlen (Velká Veleň – XXX), Krischwitz (Křešice – XXXI), Politz (Boletice nad Labem – XXXII), Neschwitz (Nebočady – XXXIII), Kolmen (Horní Chlum – XXXIV) und Hortau (Lesná – XXXV).

Seit 1975 besteht zwischen Děčín und dem sächsischen Pirna eine Städtepartnerschaft.

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