Gebiet Elbe links

Alt-Bohmen

Kartitz

Ohren

Schönborn

Barken

Malschwitz

Prosseln

Topkowitz

Biela

Mittelgrund

Wilsdorf

Gleimen

Niedergrund

Rongstock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alt-Bohmen

Die Gemeinde Alt-Bohmen im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus den nahe beieinander liegenden Ortschaften Alt-Bohmen und Neu-Bohmen. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 139 ha. Die beiden Orte der Gemeinde liegen in einem leicht hügeligen Gelände auf 300 m Meereshöhe. Lettiger Untergrund und große Feuchtigkeit bedingen eine schwierige Bodenbearbeitung. Die Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges bilden den geologischen Unterbau. Der Wasserreichtum und die geschützte Lage begünstigen einen guten Obstanbau. Der Boden wurde zu 80 % landwirtschaftlich genutzt, knapp 20 % war von Wald bedeckt. Alt- und Neubohmen hatten bis 1945 ihren landwirtschaftlichen Charakter bewahrt und über 40 % der Einwohner lebten noch von der Land- und Forstwirtschaft. Industrielle und handwerkliche Berufen übten 21 % und Handels- und Verkehrsberufe ebenfalls 21 % der Bevölkerung aus. Die Arbeitsplätze waren in Bodenbach und Wilsdorf.

Alt-Bohmen gehörte ursprünglich zu der am anderen Elbufer gelegenen Pfarrei Neschwitz, Neu-Bohmen aber zur Pfarrei in Eulau. 1732 war für Alt-Bohmen die Pfarrei St. Wenzel in Rosawitz zuständig und 1852 kamen beide Ortschaften zu der damals selbständig gewordenen Pfarrei St. Prokop in Ohren. Kirchenbücher bestehen daher auch erst seit 1852. Frühere Aufzeichnungen befinden sich für Alt-Bohmen in den seit 1703 erhaltenen Neschwitzer Matriken und zeitweise auch in den Rosawitzer Matriken. Für Neu-Bohmen sind ältere Kirchenbucheintragungen in der seit 1669 erhaltenen Matrik von Eulau verzeichnet.

Alt-Bohmen könnte zur Zeit der Lotharschlacht, die 1126 in dieser Gegend stattfand (und in welcher der böhmische Herzog Sobieslaw den deutschen Kaiser Lothar II. von Sachsen besiegte), als tschechische Siedlung gegründet worden sein. Eine Entlehnung aus dem Personennamen „boh” wäre möglich. Die älteste urkundliche Nennung datiert von 1543 (für 1515) in der tschechischen Schreibweise „w Bohyni” und ist in der Landtafel zu finden. Von 1554 stammt die erste deutsche Schreibweise „Bohem”. Im Urbar von 1624 lauten die Namen der Bauern Kriegstein (?), Tampe und Werner, die Häusler hießen Lerche, Perthen und Strache. In der Steuerrolle von 1654 hatte das „Dorff Böhmen” sechs Häuser - drei Bauern und drei Häusler. 1713 befanden sich vier Wirte und acht Häusler im Ort, somit standen 12 Wohngebäude, in denen rund 100 Menschen lebten. 1787 gab es 19 Hausnummern und 1833 lebten 131 Einwohner in 22 Häusern. Bei der Volkszählung von 1869 erreichte Alt-Bohmen mit 143 Einwohnern seinen Bevölkerungshöchststand. 1889 lebten 127 deutsche Bewohner im Ort. Die häufigsten Familiennamen in Alt-Bohmen waren 1942 Kretschmer, Böhm, Strache und Tampe.

Neu-Bohmen
Die Ortschaft Neu-Bohmen, welche bis 1945 auch Kokisch genannt wurde, dürfte eine um 1400 entstandene deutsche Rodung gewesen sein, auch wenn die frühere Bezeichnung „Kokisch” aus dem Slawischen abgeleitet ist. Die ältesten Nennungen stammen aus den Jahren 1544 (für 1527) und 1554 mit „w kakuczych” in der Landtafel. Die deutsche Umformung taucht erstmals 1584 als „Kakisch” auf. 1654 hatte „Kokesch” vier Häuser und gehörte zur Herrschaft Großpriesen (Alt-Bohmen gehörte dagegen zur Herrschaft Tetschen). 1713 hießen die Gärtner Strache und Hübner, die übrigen zwei Wirte Strache und Laube. 1787 gab es 20 Hausnummern und 1833 lebten 149 Einwohner in 21 Häusern. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte Neu-Bohmen 103 bzw. 119 deutsche Einwohner. Die häufigsten Familiennamen lauteten 1942 Kretschmer, Münzberg und Schiechel.

Die heutigen tschechischen Gemeinden Stará Bohyne (= Alt-Bohmen) und Nová Bohyne (= Neu-Bohmen) sind nicht mehr selbständig, sondern gehören zur politischen Gemeinde Malšovice (= Malschwitz). 1961 lebten in Stará Bohyne 97 und in Nová Bohyne 44 Einwohner. Bei der Zählung am 03.07.2006 wurden 825 Menschen in der politischen Gemeinde Malšovice erfasst.

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Barken

Die Gemeinde Barken im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus Barken selbst, der Einschicht Lase, der Ortschaft Kartitz mit der Einschicht „Beim Hieke” und der Ortschaft Prosseln. Das Gelände der Gemeinde ist durchwegs bergig und liegt inmitten der „Sieben Berge” des Böhmischen Mittelgebirges. Viele Einwohner fuhren nach Pömmerle, Bodenbach, Politz und Neschwitz zur Arbeit. Das Gebiet der Gemeinde umfasste insgesamt 445 ha, davon entfielen auf Barken mit Kartitz 318 ha und Prosseln 127 ha. Der Anteil der Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft lag bei 16 %, in industriellen und handwerklichen Berufen bei über 46 % und im Bereich Handel und Verkehr bei rund 20 %. Allerdings war der verkehrsfern gelegene Ort Barken bis 1945 noch weitgehend argarisch geblieben.

Die Ortschaften Barken, Kartitz und Prosseln gehörten seit jeher zu der am anderen Elbufer gelegenen Pfarrei St. Laurentius in Neschwitz. Die Matriken sind seit 1703 erhalten. Die alte Erbrichterei für alle drei Orte war in Prosseln. Die Orte scheinen auf kleine vordeutsche Siedlungsanfänge zurückzugehen, wofür slawische Flurnamen und die weilerartigen Dorfanlagen sprechen. Im Rahmen der deutschen Siedlungstätigkeit ab dem 13. Jahrhundert sind die kleinen Orte vermutlich schnell eingedeutscht worden.

Barken
Barken dürfte aus dem Geländenamen „borek” (= kleiner Kiefernwald) entstanden sein. Die älteste bekannte urkundliche Nennung von 1406 lautet „in Borku”. 1571 werden in einem Tetschner Ratsprotokoll fünf ansässige Mann (= Wirte) und im Urbar von 1624 vier Bauern und ein Gärtner angeführt, welche die Namen Hospodarsch, Laube, Peschke und Richter trugen. In der Steuerrolle von 1654 sind 14 Hausbesitzer angeführt - vier Bauern, sechs Gärtner und vier Häusler. 1713 wurden in „Barchen” 12 Wirte und fünf Häusler gezählt, es standen also 17 Häuser. Die Familiennamen der Bauern lauteten Behmel, Hampe, Perthen, Peschke und Tampe. 1787 wurden 21 Hausnummern und 1833 ebenfalls 21 Wohngebäude gezählt, in denen 97 Einwohner lebten. 1880 wurden 122 deutsche Bewohner in Barken registriert. 1934 waren die häufigsten Familienamen Knorre, Hahnel, Schams und Jahnel.

Einschicht Lase
Ein Haus „In der Lase” gehörte zur Ortschaft Barken, die zwei anderen Häuser zu Malschwitz. Ursprünglich war dort ein herrschaftlicher Schafstall. 1833 gehörten die drei Häuser zu Malschwitz.

Kartitz
Beim Haus Nr. 12 kamen 1907 spätbronzezeitliche Siedlungsreste zum Vorschein. Vermutlich liegt dem Ort der Personenname „Chorota” zugrunde. Die ältesten bekannten urkundlichen Benennungen stammen aus den tschechisch verfassten Zentralurkunden wie die Nachweise für den Nachbarort Barken – so 1406 „in Choroziczich”, 1543 „w Choroticzich” und 1554 „w karticzych”. 1571 sind sechs angesessene Mann verzeichnet. Das Urbar von 1624 nennt folgende Namen: Hospodarsch, Bönisch, Fiebiger, Hampe und Strache. 1654 gab es zehn Häuser in „Karticze”. Die Namen lauteten Tampe, Hampe, Hieke, Jähnel und Strache. 1787 hatte Kartitz 22 Hausnummern und 1833 lebten 166 Einwohner in „Karditz”, das damals ebenfalls 22 Häuser hatte. Aufgrund der Gründung verschiedener Betriebe im 19. Jahrhundert vergrößerte sich die Einwohnerzahl bis auf 415 im Jahre 1910. In dieser Zeit entstand „Neu-Kartitz” auf einem Gelände, auf dem sich früher nur der Bauernhof Wagner befunden hatte. 1939 wurden 546 Einwohner gezählt, wovon mit 340 mehr als die Hälfte auf Neu-Kartitz entfielen. 1934 waren die häufigsten Namen in Kartitz Winkler, Watzke, Stolle, John, Knorre, Krompholz, Parthen, Ritter, Schubert, Thiele und Vogel.

Einschicht „Beim Hieke”
Es handelt sich hier um ein größeres Bauernanwesen, wovon jedoch keine historischen Nachrichten vorhanden sind.

Prosseln
Vermutlich stammt der Name von einem Personennamen. Der Ort wird 1169 erstmals urkundlich erwähnt, als die Johanniter ihre Siedlungstätigkeit im Raum nördlich von Aussig aufnahmen („ad Procetin”). In der Folgezeit wurde die Siedlung von Deutschen übernommen. 1571 sind im Ort fünf angesessene Mann verzeichnet. Im Urbar von 1624 werden die Namen Perthen, Richter, Strache, Tampe und Jahnel für die vier Bauern und einen Gärtner genannt. 1654 stehen zehn Häuser und 1713 hatte „Prosteln” sechs Wirte und zehn Häusler - also insgesamt 16 Häuser. Die Namen der Bauern lauteten damals Jäger, Perthen, Richter und Tampe. 1787 wurden 20 Hausnummern gezählt und 1833 lebten 116 Einwohner in 21 Häusern, eines davon war die Mühle. 1869 betrug die Einwohnerzahl 127 und 1890 schon 222. Der Höchststand wurde 1910 mit 264 Personen erreicht. Die häufigsten Familiennamen von Prosseln waren 1934 Perthen, Wagner und Hahnel.

Pauska, der an Prosseln anschließende Ort, welcher schon zur Gemeinde Böhmisch-Pockau im Kreis Aussig gehörte, wurde im Jahre 1600 vom Grundherrn Radislaw Kinsky auf Teplitz als Einschicht gegründet; der erste Ansiedler war ein Peter Richter aus Prosseln.

Die tschechische Ortschaft Borek (= Barken) hatte 1961 nur noch 56 und die Ortschaft Prosetín (= Prosseln) 132 Einwohner. Beide Orte gehörten zunächst zur politischen Gemeinde Dobkovice (= Topkowitz), während Chorotice (= Kartitz) mit 483 Einwohnern im Jahre 1961 zur Gemeinde Malšovice (= Malschwitz) kam. Heute ist auch Borek zur politischen Gemeinde Malšovice eingemeindet.

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Biela

Biela, Tscheche und Hoher Schneeberg   Biela   Biela   Biela
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Die Gemeinde Biela im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus den Ortschaften Biela, Tscheche und Maxdorf mit den einschichtig gelegenen Ortsteilen Christianaburg, Königsmühle und Waldbad Maxdorf. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 2.454 ha und war damit die flächenmäßig größte Gemeinde im Kreis Tetschen-Bodenbach. Von der Gesamtfläche entfielen 570 ha auf Biela mit Tscheche und 1.854 ha auf Maxdorf. Die Gegend ist sehr waldreich und wurde deswegen auch gern als Sommerfrische aufgesucht. Während Maxdorf infolge seiner Entfernung von Tetschen-Bodenbach bis 1945 eine seit 100 Jahren unveränderte Einwohnerstärke behielt, vollzog sich in der Ortschaft Biela und z.T. auch in Tscheche seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ein gewaltiger Wandel und aus den beiden Kleinbauerndörfern entwickelten sich ausgedehnte Wohnsiedlungen von Arbeitnehmern, die überwiegend in Industrie, Handel und Verkehr von Tetschen-Bodenbach sowie bei Bahn und Schifffahrt tätig waren. 55 % der erwerbsfähigen Einwohner waren in Industrie und Handwerk, 20 % in Handel und Verkehr und nur noch knapp 5 % in Land- und Forstwirtschaft tätig.

Biela gehörte ursprünglich zur Pfarrei Rosawitz, ab 1786 wurde es eine Filialkirche von Rosawitz und ab 1852 eine selbständige Pfarrei, die dem Hl. Franz Xaver geweiht war und deren Bereich außer Biela auch Tscheche, Maxdorf mit Christianaburg und Königsmühle sowie Bösegründel, Kalmswiese, Bünauburg und Neudorf einschloss (letztere beiden Orte hatten ab 1933 ihre eigene Filialkirche Mariä Namen). Die in Biela geführten Matriken sind seit 1788 vollständig erhalten, die älteren aus der Zeit der Zugehörigkeit zur Pfarrei Rosawitz seit 1596. Seit dem 17. Jahrhundert ist für Biela ein Ortsrichter bezeugt, zu dessen Einzugsbereich auch Nieder- und Oberullgersdorf sowie Bünauburg und Neudorf gehörten. Die letztgenannten vier Orte wurden 1859 zur Gemeinde Biela zusammengefasst und erst 1907 bzw. 1910 wieder abgetrennt und selbständig.

Alt-Biela
Der Ortsname Biela ist wahrscheinlich vom altslawischen Gewässernamen „Byela” (= Weißwasser) auf die Ansiedlung übertragen worden. Bei der ältesten überlieferten Nennung von 1454 wurde „Biele” und 1543 „Byela” geschrieben. 1571 standen neun Häuser, in denen die Familien Adam, Arlt, Hübner, Petzelt, Taupigh, Teufel, Vogel und Walter lebten. 1654 hatte Alt-Biela acht Häuser mit den Familien Arlt, Fritsch, Haamann, Parsche, Stolze und Vogel. 1713 ist Alt-Biela mit 14 Wirten und einem Häusler, also 15 Häusern, verzeichnet. Die 1771 durchgeführte Häusernummerierung fasste Alt-Biela und Neu-Biela zusammen, so dass von da an nicht mehr zwischen den beiden Orten unterschieden wurde.

Neu-Biela
Das um 1520 auf herrschaftlichem Grund angelegte Neu-Biela hatte 1571 15 Häuser. Die Urbare von 1620 und 1650 verzeichnen den Ort „Newe Bylaw”. Nach dem Urbar von 1624 waren die Namen der Familien Fritsche, Peschke, Werner, Beyer, Focke, Hacker, Harnisch, Hauschild, Hiecke, Hieckel, Kunert, Lerche, Pfannschmidt, Schade, Schimmel und Tausch.1654 gab es in Neu-Biela 13 Gärtner und sieben Häusler, also insgesamt 20 Häuser. 1713 sind 21 Wirte verzeichnet.

Ortschaften Alt- und Neu-Biela zusammen
1787 hatten die beiden nun zusammen gefassten Ortschaften 71 Hausnummern und 1833 bestand „Byla” „in einem romantischen Tale gelegen” aus 76 Häusern und 458 Einwohnern. Bis 1848 war die Zahl der Häuser auf 79 und die Zahl der Einwohner auf 520 gestiegen. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Walter, Heinrich, Fritsche, Richter, Arlt, Heller, Nickel, Dörre, Krumlovsky, Püschel, Riedel, Hesse, Kunert, Paul, Schieche, Focke, Hille, Kunert, Kühnel, Lösel, Perthen, Pietsch, Plechary, Strache, Teufel, Weber, Windrich und Zechel.

Tscheche
Die Ortschaft ist auf einen zeitweiligen Bergbau nach eisenhaltigem Sandstein zurückzuführen und um 1570 entstanden. 1590 heißt es in der Rosawitzer Matrik „in der Zscheche” und in den Grundbüchern des 17. Jahrhunderts „Auf der Zechen”. In der Steuerrolle von 1654 war Tscheche allem Anschein nach in Neu-Biela inbegriffen. Allerdings weiß man, dass der Ort damals nur 19 Einwohner hatte. 1787 hatte „Czeche” neun Hausnummern und 1833 standen zehn Häuser, in denen 55 Menschen lebten. 1833 kamen u.a. die Familien Arlt, Dörre, Stolz und Wegert vor. 1934 waren die häufigsten Familiennamen Fiedler, Grünzner, Müller, Perthen, Astler, Lohre, Prautsch, Schirmer, Wagner und Wolf.

Maxdorf mit Waldbad, Königsmühle und Christianaburg
Das Gebiet der Katastralgemeinde Maxdorf stellt das größte erhaltene, geschlossene Waldgebiet des Kreises Tetschen dar. Die erste Ansiedlung war wohl der Weiler „Krumme Stellige” mit den zwei Bauern Guth und Fritsche im Jahre 1624, der aber im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und nicht wieder aufgebaut wurde. Die Ortschaft Maxdorf wurde in den Jahren 1671 bis 1683 vom Grafen Maximilian Thun gegründet, indem er sechs Wohnstätten für Waldarbeiter und Forstleute baute. 1713 wohnten dort 39 Personen. 1787 standen 20 Häuser und 1833 schon 27 Häuser, in denen 178 Einwohner lebten. Um 1880 kamen u.a. die Familiennamen Jäger, Ohnesorg und Richter vor. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1924 am großen Maxdorfer Teich die Gaststätte Waldbad errichtet, die sich großer Beliebtheit erfreute. Die zu Maxdorf gehörende Einschicht Christianaburg wurde 1734 auf einer Anhöhe nahe der sächsischen Grenze erbaut und nach Gräfin Maria Christiana Thun geb. Gräfin Hohenzollern benannt. 1934 waren die häufigsten Familiennamen Jugel, Frisch, Richter, Löbel, Honnes, Ruhmich, Dittrich, Haudek, Hiecke und Walter.

Als Gesamtgemeinde hatte Biela im Jahre 1713 insgesamt 234 und 1833 schon 691 Einwohner. Nach den Volkszählungen von 1869, 1890 und 1910 lebten in der Gemeinde Biela 1.105 bzw. 1.767 bzw. 2.685 ausschließlich deutsche Einwohner.

Heute ist Bělá (= Biela) keine selbständige Gemeinde mehr, sondern als „Děčín X” ein Stadtteil von Děčín (= Tetschen). 1961 lebten in Bělá 1.495, in Čechy (= Tscheche) 218 und in Maxičky (= Maxdorf) 106 Menschen, zusammen also 1.819 Einwohner.

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Gleimen

Die politische Gemeinde Gleimen im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Gleimen und der einschichtigen Hampenmühle. Die Gemeindefläche, die 202 ha umfasste, nimmt eine hochgelegene, nach Süden geneigte Mulde zwischen 300 m und 400 m Meereshöhe ein. Der Waldanteil betrug 20 % und die landwirtschaftliche Nutzfläche 70 %. Bis 1939 waren etwa 50 % der Bevölkerung im Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft tätig. Der Anteil der von industriellen und handwerklichen Berufen lebenden Einwohner war mit 20 % relativ gering. Im Wirtschaftsbereich Handel und Verkehr waren 13 % der Bewohner beschäftigt. Bedeutend war der Obstbau Gleimens.

Gleimen gehörte ursprünglich zu der jenseits der Elbe gelegenen Pfarrei Neschwitz. Erst 1852 wurde es umgepfarrt und kam zu der damals selbständig gewordenen Pfarrei St. Prokop in der benachbarten linkselbischen Gemeinde Ohren. Seit 1852 sind deshalb auch die Kirchenbucheintragungen in den Ohrener Matriken zu finden, vorher sind sie in den seit 1703 erhaltenen Matriken von Neschwitz verzeichnet. Zwei Gedenkkreuze erinnerten in Gleimen an frühere Pestepidemien, eines stand auf der Flur Am Friedhöfl und wurde 1847 erneut, das andere auf den Fluren des Hofes Nr. 3.

Dem Namen nach, der sich wahrscheinlich vom altslawischen Wort glina (= Lehm oder Erde) ableitet, dürfte Gleimen aus einem älteren kleinen slawischen Siedlungskern hervorgegangen sein. Dafür sprechen mehrere Flurnamen und die Form des Ortes. Sicher ist, dass der Ausbau des Ortes durch deutsche Siedler schon vor Ende des 13. Jahrhunderts erfolgt sein muss, da diese den vordeutschen Ortsnamen in seiner Form mit „g” übernahmen; danach ist das g im Zuge der altslawischen Lautentwicklung in h übergegangen. Als die Herren von Wartenberg im Jahre 1305 die neueingerichtete Herrschaft Tetschen erhielten, war Gleimen (wie auch die Nachbarorte Neu-Bohmen und Ohren) noch ausgenommen. Damals dürfte Gleimen zum Gut Tichlowitz gehört haben, wahrscheinlich infolge alter Besitzrechte des Johanniter-Ordens in diesem Gebiet. Als das Gut Tichlowitz 1430 zur Herrschaft Tetschen kam, machte auch Gleimen diesen Übergang mit und verblieb (mit Ausnahme einer vorrübergehenden Zugehörigkeit zum Rittersitz Bünauburg (1576 bis 1628) bzw. zum Rittersitz Bodenbach (1653 bis 1671) bis zu seiner Eingliederung in den Gerichtsbezirk Tetschen im Jahre 1850 bei der Herrschaft Tetschen.

Die älteste urkundliche Nennung des Ortes datiert vom Jahre 1543 (für 1515) in den Schreibungen „w hliniemie” (wahrscheinlich richtig „w hlinienie”) und „w hlinne” in der tschechisch geführten Landtafel. 1571 und 1581 lebten zehn Bauern und vier Gärtner im Dorf - Gleimen hatte damals 14 Häuser. Die Namen der Bauern lauteten Gaube, Hampe, Hamprecht, Kaulfuß, Richter, Schütze, Strache und Tampe. Gemäß dem Urbar von 1624 hatte Gleimen wiederum zehn Bauern und vier kleinere Wirte. Laut der Steuerrolle von 1654 lebten in „Kleymen” neun Bauern, drei Gärtner und zwei Häusler; es standen somit immer noch 14 Häuser. 1687 brannte der Ort vollständig nieder. 1713 waren im Theresianischen Kataster für „Kleimen” zwölf Wirte und acht Gärtner verzeichnet - der Ort hatte sich auf 20 Häuser vergrößert. Die Namen der Bauern lauteten damals Strache, Hampe, Tampe, Dörre, Fieger, Laube, Messner, Schams und Jahnel. Die Namen der Gärtner waren Strache, Richter und Perthen. 1787 hatte „Kleimen” 26 Hausnummern und 1833 lebten 173 Einwohner in 27 Wohngebäuden. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 zählte Gleimen 175 bzw. 169 deutsche Einwohner in 31 Häusern. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Jahnel, Schams, Laube, Füger, Kretschmer, Patzelt, Schimpke und Schröter.

Heute gehört die tschechische Ortschaft Hliněná (= Gleimen) zusammen mit den Ortschaften Choratice (= Kartitz), Javory (= Ohren), Malšovice (= Malschwitz), Stará Bohyně und Nová Bohyně (= Alt-Bohmen und Neu-Bohmen) zur politischen Gemeinde Malšovice.

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Kartitz

Kartitz ist Teil der Gemeinde Barken und wird in der dortigen Beschreibung behandelt.

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Malschwitz

Die Gemeinde Malschwitz im ehemaligen Gerichtsbezirk Tetschen umfasste die Ortschaft Malschwitz sowie die einschichtigen Ortsteile Lase, „Beim Schams” und Krebsmühle. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 328 ha. Das Gemeindegebiet bildet eine Mulde, die im Norden vom Hopfenberg, im Westen von der Ohrener Höhe und im Süden von den Sieben Bergen eingeschlossen ist. Der tiefgründige Boden bot die besten Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft mit Obstbau. Die Gesamtfläche wurde zu 70 % landwirtschaftlich genutzt, der Waldanteil lag bei 22 %. Wegen der verkehrsfernen Lage auf einer Geländeterrasse ohne Industrie hatte Malschwitz bis 1945 den Charakter eines Bauerndorfes weitgehend bewahrt und knapp 30 % der Bevölkerung lebten von der Land- und Forstwirtschaft. In Industrie und Handwerk waren 35 % und im Bereich Handel und Verkehr etwa 20 % der Einwohner tätig.

Malschwitz gehörte seit jeher zu der am anderen (rechten) Elbeufer gelegenen Pfarrei Neschwitz und war mit dieser von 1567 bis 1624 lutherisch; die Matriken sind seit 1703 erhalten. An der Verbindungsstraße von Alt-Malschwitz zur Aussiger Straße stand eine Kapelle. Nachdem der Ort jahrhundertelang zum Erbgericht in Wilsdorf gehört hatte, kam Malschwitz 1849 zur politischen Gemeinde Wilsdorf. Seine politische Selbständigkeit erreichte Malschwitz 1912.

Die Anfänge des Dorfes gehen wahrscheinlich auf eine kleine slawische Frührodung zurück. Im Zuge des deutschen Landausbaues wurde diese jedoch spätestens im 13. Jahrhundert völlig durch eine neue, größer angelegte deutsche Rodungssiedlung mit 100 m breiten Feldstreifen ersetzt, die beinahe die Form eines Waldhufendorfes aufweist. Vermutlich liegt dem Ortsnamen der Personenname „Malesch” zugrunde. Die älteste bekannte urkundliche Nennung datiert von 1543 (für 1515) in der Schreibung „w Malssowiczych” laut einer tschechischen Landtafeleintragung. 1571 hatte Malschwitz 13 „angesessene Mann” und 1624 wiederum 13 Bauern, welche die Namen Bancke, Jähnel bzw. Jahnel, Schams, Tampe, Perthen, Kreische, Ritter, Schade und Strache hatten. Hinzu kam der Gärtner Bancke. Auffallend ist, dass der Familienname Schams damals „Schaufuß” geschrieben wurde. Auch 1654 hatte der Ort laut Steuerrolle 13 Bauern, Gärtner und Häusler gab es damals nicht. 1713 waren 14 Wirte und vier Häusler - zusammen also 18 Häuser - verzeichnet. Die Bauern hießen Schams, Jahnel, Tampe, Böhml, Fischer, Jäger, Perthen, Ritter und Werner. 1787 gab es 22 Häuser, 1833 24 Häuser mit 136 Einwohnern. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 wies Malschwitz 179 bzw. 168 deutsche Einwohner auf. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahm die Bevölkerung sprunghaft zu und betrug 1914 schon 350 Einwohner. Die häufigsten Familiennamen in Malschwitz waren 1934 Tampe, Böhm, Lösel, Winkler, Fiedler, Mittag, Uhmann und Walter. Auf dem Hof Nr. 1 saß von 1605 bis 1945 ununterbrochen die Familie Tampe.

Lase
Die alte Einschicht Lase, ursprünglich eine herrschaftliche Schafstallung, wurde früher zu Gleimen gezählt. Der Name hat die Bedeutung von „Lesehäusern”. Bei der Festlegung der Gemeindegrenzen wurden 1849 zwei Lasehäuser zu Malschwitz und ein Haus zu Barken
eingegliedert.

Krebsmühle
Die Einschicht Krebsmühle geht auf ein Freigut mit Mühle zurück, das um 1420 vom damaligen Besitzer Krebs an die Herrschaft überging, die es in Teilen weiterverkaufte. In dem schlößchenartigen Herrenhaus des Gutes, das im Dreißigjährigen Krieg vernichtet wurde, hatten zeitweise Verwandte der Herren von Bünau gewohnt. Der Mühlenbetrieb, der seit 1700 von einer Müllerfamilie Stolze geführt worden war, wurde 1902 eingestellt.

Die heutige tschechische Gemeinde Malšovice (= Malschwitz) umfasst außer dem Ort Malšovice selbst auch die Ortschaften Choratice (= Kartitz), Javory (= Ohren), Borek (= Barken), Hliněná (= Gleimen) sowie Stará Bohyně und Nová Bohyně (= Alt-Bohmen und Neu-Bohmen). 1961 hatte der Ort Malšovice 295 Einwohner. In der gesamten Gemeinde Malšovice lebten bei der Zählung am 03.07.2006  825 Einwohner.

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Mittelgrund

Mittelgrund und Laube   Obergrund: Blick vom Spitzberg   Kalmswiese
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Die Gemeinde Mittelgrund im Gerichtsbezirk Tetschen umfasste die Ortschaften Mittelgrund (mit dem Ortsteil Tschirte), Obergrund, Peiperz und Kalmswiese. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 1.106 ha. Mittelgrund und Obergrund erstreckten sich fast 5 km am linken Elbufer entlang. Peiperz und Kalmswiese sind nur durch das steile und enge Peiperztal hinauf zu erreichen. Das Gemeindegebiet von Mittelgrund ist fast durchwegs bergig. Die vier Ortschaften reihen sich in einem großen Halbkreis von fast 8 km Länge wie eine Perlenschnur um die sie umgebenden Berge. Dreiviertel der Gemeinde war von Wald bedeckt, 11 % standen in landwirtschaftlicher Nutzung. Die Böden sind fast ausschließlich sandig. Die Orte der Gesamtgemeinde waren von Anfang an keine Bauerndörfer, sondern Siedlungen von Fischern und Schiffern (Ober- und Mittelgrund) sowie von Arbeitern und Häuslern (Kalmswiese und Peiperz). Von Land- und Forstwirtschaft lebten 1939 nicht einmal 2 %, von Industrie und Handwerk 35 % und von Handel und Verkehr über 40 % der Erwerbsbevölkerung.

Die Ortschaften der Gemeinde Mittelgrund gehörten von ihrer Gründung an zur Pfarrei St. Wenzel in Rosawitz. Nach der Verselbständigung der Pfarrei Hl. Franz Xaver in Biela 1852 wurde Kalmswiese dorthin zugeteilt. Eine Sonderstellung hatte Mittelgrund, da ein großer Teil der Trauungen und Taufen in der näher gelegenen Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Niedergrund erfolgte, das mit dem Dampfschiff oder Boot leichter zu erreichen war als das entfernte Rosawitz, wo nachträglich die pfarramtlichen Eintragungen erfolgten. Die Matriken für Mittelgrund sind, wie sämtliche Rosawitzer Kirchenbücher, seit 1596 erhalten. In alter Zeit unterstanden Mittelgrund und Obergrund dem Stadtrichter in Tetschen und besaßen wohl seit dem 16. Jahrhundert ihr eigenes Richteramt. Die vier Ortschaften der Gemeinde sind verhältnismäßig spät entstanden, nämlich Mittel- und Obergrund seit dem 14. und 15. Jahrhundert, Kalmswiese im 16. Jahrhundert und Peiperz erst im 17. Jahrhundert. Möglicherweise bestanden aber schon vorher vereinzelte menschliche Ansiedlungen dort.

Mittelgrund mit Tschirte
Der älteste Nachweis der „Tetschner Gründe”, worunter sämtliche Siedlungen unterhalb Tetschens, linksseitig der Elbe, verstanden wurden, stammt von 1346 und gilt sicherlich auch für die Ortschaft Mittelgrund. Gemäß den Urbaren von 1620 und 1624 gab es in Mittelgrund nur neun Häuser, deren Besitzer die Familien Stolze, Beutel, Grams, Hietel, Kunert, Peißig, Simon, Tschirbiba und Wunderlich waren. 1713 gab es 19 Häuser mit 124 Einwohnern. 1787 besaß Mittelgrund 57 Häuser, zu denen noch die neun Häuser von „Czerda” (= Tschirte) kamen, sodass insgesamt 66 Häuser bestanden. 1833 lebten in Mittelgrund und Tschirte in 64 Häusern 362 Einwohner. Die Tschirte gehört wahrscheinlich zu den ältesten Ortsteilen Mittelgrunds. Der Name geht sicherlich auf eine Geländebezeichnung zurück, in der das altslawische Wort „czert” = Teufel enthalten ist. Es handelt sich somit um eine „Teufelsschlucht”. 1890 hatte der Ort 470 Einwohner und 1890 waren es 528. Der Höchststand wurde 1930 mit 641 Bewohnern erreicht. Die häufigsten Familiennamen in Mittelgrund waren 1934 Hieke, Beutel, Fritsche, Stolz, Hietel, Hübner, Ritschel, Gretschel, Hampe, Schade, Seidel, Hein, Knechtel, Leinweber, Peißig, Weigel, Werner, Dietrich, Dinnebier, Focke, Hortig, Kammer, Löbel, Müller, Richter, Strache und Winkler.

Obergrund mit Papert
Die ersten Häuser der späteren Ortschaft Obergrund wurden vermutlich 1407 errichtet. Die 1581 verwendete Bezeichnung „Die andern Wirte ober der Elben” scheint einer der ersten Ansätze zur Bildung des Ortsnamens gewesen zu sein. In den Urbaren von 1620 und 1624 sind 13 Häuser für „Grundt” nachgewiesen. Als Besitzer sind die Familien Hieke, Stolze, Focke (seit 1580 nachweisbar), Kühnel, Peißig, Peschke, Ritschel und Seidel genannt. 1713 bestand Obergrund aus 13 Häusern, in denen 85 Einwohner lebten. 1787 hatte das Dorf 30 Häuser und es bestand bereits das 1760 entdeckte Josephsbad, das mit seinem leicht säuerlichem Wasser bei Anwendungen gegen Gicht, Rheumatismus, Leberleiden und Magenbeschwerden diente. 1833 standen 32 Häuser, in denen 104 Menschen wohnten. 1869 hatte Obergrund 388 und 1890 schon 472 deutsche Bewohner. 1930 lebten 770 Menschen im Ort. Die häufigsten Familiennamen in Obergrund waren 1934 Schade, Dörre, Kunert, Leinweber, Stolz, Winkler, Beutel, Hein, Heller, Kammel, Lösel, Neumann, Schieche, Bendel, Böhm, Hortsch, Max, Mayer, Richter, Seidel und Tampe.

Der Papert war einst ein landwirtschaftliches Gut, das sich in der Nähe des Köllborns befand. Namengebend dürfte eine Familie Papert gewesen sein. Die älteste Kunde stammt von 1514, demzufolge die Familie Teufel „uff dem Paperte” wohnte. Außer den Familien Hanel (1566), Lerche (1581), Wunderlich (1604), Pechanz (1608) und Stolze (ab 1620) bewirtschaftete zeitweise die Herrschaft den Papert selbst. 1683 kaufte Graf Maximilian von Thun das Gut dem Christoph Stolze ab, angeblich um die Wilddieberei einzustellen.

Peiperz
Der Ortsname Peiperz ist aus einem Geländenamen entstanden, der entweder mit dem dort vom Gebirge herabstürzenden Gebirgsbach oder mit der besonders starken Strömung der Elbe zusammenhängt, die durch den Schwemmkegel des Baches verursacht wird. So könnte die slawische Bezeichnung „pri prejice” = „bei der Strömung” zugrunde liegen. Die älteste Nennung bietet ein Eintrag von 1543 (für 1515) in die tschechisch geführte Landtafel, in welcher der Bach in Peiperz „potok v Priperici” (statt -r`ici) erwähnt ist. Die Urbare von 1620 und 1624 und 1650 sowie die Steuerrolle von 1654 und auch der Theresianische Kataster von 1713 kennen noch keine Ortschaft Peiperz. Gleichwohl lebten 1713 nach den Rosawitzer Seelenlisten 42 Personen in vermutlich sechs Häusern im Dorf. 1787 standen 26 Häuser und 1833 waren es 32 Häuser, in denen 200 Menschen lebten. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte Peiperz 304 bzw. 421 deutsche Einwohner. 1910 war mit 442 Bewohnern der Höchststand erreicht. Die häufigsten Familiennamen in Peiperz waren 1934 Beutel, Schade, Werner, Hieke, Richter, Beher, Kreibich, Michel, Müller, Perthen, Püschel, Seidel und Weigel.

Kalmswiese
Der Ort Kalmswiese wurde 1550 als deutsche Spätrodung mit kleinbäuerlichem Aufbau gegründet. Der Ortsname ist eindeutig auf „Kalbens Wiese” zurückzuführen. Die Urbare von 1620 und 1624 weisen in „Calbeswiese(n)” die Gärtner Grünzner, Hietel, Roschig und Rüllich nach. Laut der Steuerrolle von 1654 waren in „Kalbeswiese” acht Gärtner ansässig und 1713 hatte „Kalten Wiesen” sechs Wirte. 1787 standen im Ort 38 Häuser, 1833 waren es 42 Häuser mit 273 Bewohnern. 1869 lebten 361 und 1890 402 deutsche Bewohner in Kalmswiese. Der Höchststand war 1939 mit 677 Menschen erreicht. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Richter, Beher, Püschel, Strache, Hampe, Hieksch, Arlt, Hieke, Prautsch, Walter, Werner, Pfannschmidt, Rotsch, Winkler, Ahne, Grünzner, Hausenblas, Keßler, Klepsch, Preidel und Stolz.

Nach der tschechischen Gemeindeeinteilung bilden die vier Ortschaften der ehemaligen Gemeinde Mittelgrund den Stadtteil XI der Stadt Děčín. 1961 entfielen auf die Ortschaft Střední Žleb (= Mittelgrund) 465 Einwohner, auf Horní Žleb (= Obergrund) 659, auf Přípeř (= Peiperz) 248 und auf Jalůvčí (= Kalmswiese) 481 Personen.

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Niedergrund

Niedergrund   Niedergrund   Niedergrund   Niedergrund: Blick vom Belvedere
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Die Gemeinde Niedergrund im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Niedergrund und den getrennt gelegenen Ortsteilen Tschirte und Goldener Ranzen. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 1.216 ha, davon lagen 80 % links und 20 % rechts der Elbe. Das 4 km lange Niedergrund schmiegt sich malerisch an die Elblehnen und hatte sich zu einer beliebten Sommerfrische entwickelt. Die Tschirtenhäuser lagen getrennt vom Ort an der südlichen Gemeindegrenze gegen Mittelgrund zu, zu dem die anderen (Mittelgründer) Tschirtenhäuser gehörten. Gegenüber auf dem rechten Elbufer befand sich der kleine Ortsteil Goldener Ranzen. Oberhalb des schmalen Siedlungsstreifens entlang der Elbe steigen steile, zerklüftete Felswände auf. Auf der Hochebene oberhalb der Felsenkämme links der Elbe erstreckte sich das Tetschner Forstrevier, in welchem das „Böhmische Tor” - der ehemalige Übergang zwischen Böhmen und Sachsen - liegt. Das Gemeindegebiet von Niedergrund bestand zu 85 % aus Waldboden und 11 % Felsen. Niedergrund war als Siedlung von Schiffern, Flößern und Waldarbeiter entstanden. Der Anteil der Bevölkerung an Land- und Forstwirtschaft war 1939 mit knapp 7 % recht gering, in Industrie und Handwerk waren gut 27 % und im traditionellen Wirtschaftsbereich Handel und Verkehr rund 44 % der Einwohner tätig.

Niedergrund gehörte ursprünglich zur Pfarrei Tetschen und ab 1702 zur Pfarrei Rosawitz. 1784 wurde es eine Lokalie der Pfarrei Rosawitz und 1853 schließlich eine eigene Pfarrei. Die selbständige Matrikenführung für Niedergrund begann 1780. Frühere Eintragungen finden sich in den Rosawitzer bzw. Tetschner Matriken (in beiden Pfarreien seit 1596). Die Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit wurde 1747 erbaut und 1830/31 von Grund auf umgestaltet und der spätbarocke Stil teilweise romanisiert. Schon 1530 war Niedergrund vorwiegend lutherisch, gefördert durch die frühzeitige Reformation in dem benachbarten Reinhardtsdorf in Sachsen, zu dem stets kirchliche Beziehungen bestanden und mit dem es durch einen „Kirchsteig” verbunden war. Die durch die Gegenreformation ab 1624 zur Auswanderung gezwungenen Niedergrunder Einwohner sammelten sich daher recht zahlreich in Reinhardtsdorf, wo noch bis ins 19. Jahrhundert hinein die Sitzplätze dieser Exulanten in der Kirche bezeichnet waren.

Das für Niedergrund zuständige Erbgericht bzw. spätere Ortsgericht befand sich in Mittelgrund. Die Ortschaft Niedergrund ist zweifellos erst nach den Hussitenkriegen im 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden. Ob davor im Ortsgebiet Menschen lebten, ist nicht ganz geklärt. Vermutlich bestand schon lange vorher eine Kleinstsiedlung als Wegestation in der Nähe der gefährlichen Elbestromschnelle. Die Namen der Familien von 1570 lauteten (allerdings nicht eigens für Niedergrund, sondern für alle „Grund”-Orte) in den sechs Häusern Gewaltiger, Adam, Walter, Beutel, Dinnebier und Preidel. 1624 war die Zahl der Häuser bereits auf 14 angestiegen, wie das Herrschaftsurbar aus diesem Jahr zeigt (obwohl dort Niedergrund nicht getrennt erscheint). Die Einwohner hießen Walter, Beutel, Preidel, Dinnebier, Gewaltiger, Guth, Richter, Weber und Zenker. Außerdem gab es die wohl auf der rechten Elbeseite siedelnden Gärtner Focke und den Häusler Lerch „in der Lauben” - vielleicht an der Stelle des späteren „Goldenen Ranzen”. 1654 standen 12 Häuser und 1713 wurden 25 Häuser mit etwa 170 Einwohnern registriert. 1787 hatte Niedergrund 66 Hausnummern und ein „kaiserl.-königl. Gränzzollamt”. Bis dahin waren die Familien Dix, Effenberger, Hieke, Hietel, Hille, Saase, Seidel und Stolz in Niedergrund sesshaft geworden. 1833 wurden 91 Häuser mit 573 Einwohnern verzeichnet. Bei den Volkszählungen von 1869, 1890 und 1910 wurden 661 bzw. 900 bzw. 793 Einwohner gezählt.

Goldener Ranzen
Die zwei Häuser „Goldener Ranzen” auf der rechten Elbseite waren erst 1729 erbaut worden, hatten aber vielleicht schon Vorläufer. Im Urbar von 1624 sind am Schluss des Verzeichnisses von „Grundt” die zwei Häuser der Familien Focke und Lerch „in der Lauben” angeführt - vermutlich handelt es sich dabei um den „Goldenen Ranzen”. Es soll sich bei dem sonderbaren Namen nach der Überlieferung um einen Spitznamen handeln, der eigentlich „Gulden-Ranzen” - nach der Münzart - lautete.

Tschirte
Die drei nach Niedergrund eingemeindeten Tschirtenhäuser, die ihren Namen von dem alten Mittelgrunder Ortsteil Tschirte übernommen haben, dürften zwischen 1870 und 1880 entstanden sein.

Klopt oder Klobt
Der vom mittelhochdeutschen „klobe” (gespaltenes Holzstück) stammende Name taucht um 1781/82 auf und bezeichnet die alte Ansiedlung der Klopthäuser.

Die häufigsten Familiennamen in Niedergrund nach dem Stand von 1934 waren Hille, Seidel, Walter, Beutel, Konrad, Hieke, Krombholz, Perthen, Dittrich, Dix, Hietel und Wirsam.

Die tschechische Gemeinde Dolní Žleb hat den gleichen Gebietsumfang wie das frühere deutsche Niedergrund. 1961 lebten 243 Einwohner dort. Heute gehört die Ortschaft als Stadtteil XIV zur Stadt Děčín.

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Ohren

Ohren   Ohren
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Die Gemeinde Ohren im Gerichtsbezirk Tetschen bestand ausschließlich aus der Ortschaft Ohren. Die Gesamtfläche betrug 365 ha. Das hochgelegene Gebirgsdorf liegt an der terrassenförmigen Ostabdachung des Lerchenberges, auch Ohrener Höhe (617 m) genannt. Der wasserreiche Boden wurde zu 70 % landwirtschaftlich genutzt, rund 25 % war mit Wald bedeckt. Die Ohrener Höhe bietet Ausblicke bis zum Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Böhmisches Mittelgebirge und Jeschken. Ohren war bis 1945 ein reines Bauerndorf ohne Industrieansiedlung. Knapp 44 % der Bevölkerung gehörte dem Bereich Land- und Forstwirtschaft an, 33 % hatten ihr Auskommen in Industrie und Handwerk und 9 % waren im Bereich Handel und Verkehr tätig. Trotz der entfernten Lage begaben sich bis 1945 etwa 20 Arbeitnehmer täglich nach Bodenbach oder in andere Elbtalorte zur Arbeit. Es war ein beschwerlicher Weg mit 300 m Höhenunterschied, der größtenteils zu Fuß zurückgelegt werden musste, da es keine Autobusverbindung gab.

Ohren gehörte ursprünglich zum Pfarrsprengel Eulau. Als Eulau von 1682 bis 1832 eine Expositur der Pfarrei Königswald war, gehörte auch Ohren dorthin, mit Ausnahme einer kurzen Zeit Ende des 18. Jahrhunderts, als es zu dem näher gelegenen Böhmisch-Pockau im Kreis Aussig eingepfarrt war. 1798 wurde Ohren eine kirchliche Expositur, die 1836 zur Filialkirche von Eulau und 1852/53 zur selbständigen Pfarrei erhoben wurde und deren Sprengel außer Ohren auch Alt- und Neu-Bohmen sowie Gleimen umfasste. Die Matriken für Ohren sind durchwegs seit 1785 erhalten. Ältere Eintragungen stehen in den seit 1669 vorliegenden Eulauer Kirchenbüchern. In früher Zeit hatte Ohren ein Erbgericht, zu dem auch Alt-Bohmen gehörte.

Wahrscheinlich erfolgte die Gründung des deutschen Dorfes Ohren bereits Anfang des 13. Jahrhunderts im Zuge der Siedlungstätigkeit des Johanniterordens, der seit 1169 im Aussiger Raum ansässig war. Trotz der eindeutigen Flurform scheint der Ort keine völlige Erstrodung zu sein, sondern dürfte durch den großzügigen Ausbau eines vorausgegangenen kleineren Rodungsversuches des 11. oder 12. Jahrhunderts entstanden sein, der im oberen Ortsteil lag. Beim Ortsnamen, der sehr wahrscheinlich auf das slawische „javor” = Ahorn zurückgeht, wäre es möglich, dass die deutschen Siedler einen hier angetroffenen slawischen Geländenamen (etwa „Ahornwald”) übernommen haben. Dieser Auffassung stehen aber die Flurformen entgegen. Die älteste bekannte urkundliche Nennung datiert von 1454 in der Form „w Jaworych”. 1624 hatte Ohren die Bauern und Gärtner Laube, Nickel, Strache, Perthen, Holey, Petzelt, Richter und Zacher. 1654 gab es 28 Häuser im Ort und 1713 standen 31 Häuser, in denen etwa 230 Menschen lebten. Die Namen der Wirte lauteten Jahnel, Patzelt, Holley, Perthen, Laube, Hampe, Hübner und Krätschmer. 1771 hatte Ohren 33 Hausnummern und 1787 gab es 37 Häuser. 1833 lebten in „Mohren oder Ohren” 246 Einwohner in 42 Häusern. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 zählte Ohren 258 bzw. 254 deutsche Einwohner. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Laube, Holei, Dörre, Jahnel, Jäger, Nickel, Strache, Böntsch, Hübner, Kunert, Kunz, Melzer, Müller, Pietsch, Prusek, Stoy, Vogel und Winkler.

Die heutige Ortschaft Javory (= Ohren) gehört zusammen mit den Ortschaften Hliněná (= Gleimen), Choratice (= Kartitz), Malšovice (= Malschwitz) sowie Stará Bohyně und Nová Bohyně (= Alt-Bohmen und Neu-Bohmen) zur politischen Gemeinde Malšovice. 1961 lebten in Javory 67 Einwohner.

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Prosseln

Prosseln ist Teil der Gemeinde Barken und wird in der dortigen Beschreibung behandelt.

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Rongstock

Rongstock: Josef Albers Restaurant mit Gondelfahrt
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Die Gemeinde Rongstock im Gerichtsbezirk Tetschen bestand ausschließlich aus der Ortschaft Rongstock. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 118 ha. Der Großteil des Gemeindegebietes ist gebirgig. Nur an der Elbe gibt es ein ebenes Gelände. Die Hanglage, die an die Bebauung des Bodens große Anforderungen stellt, ist der Grund dafür, dass nur 36 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt wurden. 50 % waren bewaldet und 14 % felsig und dadurch unproduktiv. Wie alle Elbetalgemeinden zeichnete sich auch Rongstock durch reichen Obstbau aus. In früheren Jahrhunderten wurde auch Wein angebaut. Aufgrund seiner Entstehung als Bergdorf und seiner Lage in durchwegs gebirgiger Umgebung war die Landwirtschaft nie besonders stark vertreten. 1939 entfielen nur 10 % der Bevölkerung auf diesen Wirtschaftszweig. Stark ausgeprägt war die Beschäftigung in den Wirtschaftsbereichen Industrie und Handwerk mit über 45 %, allerdings hatte Rongstock selbst kaum Industrie. Die Arbeiter pendelten nach Pömmerle, Aussig und Bodenbach. Der Anteil der Bewohner an Handel und Verkehr betrug rund 25 %.

Rongstock besaß wahrscheinlich seit seiner Gründung eine Bergmannskapelle, die im Zuge des bergbaulichen Aufschwunges zur selbständigen Pfarrei (nicht vor 1400) erhoben wurde. Später gehörte auch Topkowitz zur Pfarrei dazu. Nach 1624 wurde es eine Filiale von Neschwitz, bis 1786 eine lokale Seelsorge eingerichtet werden konnte und schließlich 1851 (oder 1857) die Wiedererhebung zur eigenständigen Pfarrei erfolgte. Der Pfarrsprengel umfasste außer Rongstock auch die seit Ende des 19. Jahrhunderts stark angewachsene Gemeinde Pömmerle im Kreis Aussig (die ursprünglich zur Pfarrei Schwaden gehörte) sowie drei Häuser von Topkowitz (Nr. 32, 33 und 34). Die Matriken von Rongstock sind seit 1785 erhalten, die früheren Eintragungen befinden sich in den Kirchenbüchern von Neschwitz (seit 1703). Im 16. Jahrhundert befand sich hier ein Ortsgericht. Von 1849 bis 1870 bildete Rongstock zusammen mit Topkowitz eine politische Gemeinde, deren Verwaltungssitz sich erst in Rongstock, dann aber in Topkowitz befand.

In der südlichen Abzweigung vom Taleinschnitt Kirchberg wurde unterhalb des Heidelsteines 1909 eine mächtige Kulturschicht der Zeit um oder bald nach 1000 n.Chr. festgestellt. Vermutlich handelte es sich dabei um eine Zufluchtsstätte und nicht um eine ständig bewohnte Niederlassung. Rongstock wird 1186 erstmals genannt als Teil des Besitztums des Johanniterordens, der knapp zwei Jahrzehnte zuvor das Waldgebiet nördlich von Aussig zwecks Erschließung übernommen hatte. Der Ortsname dürfte mit großer Sicherheit von der altslawischen Bezeichnung des dortigen Flussabschnittes kommen: „Roztoki” (1186 genannt) heißt soviel wie „Außeinanderfließen”; die Elbe wurde oberhalb von Rongstock nahe Pömmerle durch Inseln geteilt. Die starke Verbreiterung des Flussbettes unterhalb davon führte zu einem Auseinanderfließen des Wassers. Durch Umformung in der deutschen Volkssprache kam es schließlich zu „Rongstock”. Schon im 13. Jahrhundert soll im Ort ein Silberbergwerk bestanden haben, urkundliche Nachrichten darüber gibt es aber erst seit dem 16. Jahrhundert. Damals wurde von Magdeburger und Annaberger Gewerken Silberbergbau betrieben, die Schmelzhütte zur Erzverwertung befand sich 2 km stromabwärts auf der rechten Elbeseite bei Nieder-Wellhotten.

Aus dem Urbar von 1624 sind die folgenden Namen überliefert: Püschel, Grüner, Lerche, Pechanz, Eichler, Gaube, Herberg, Leinweber, Wetzke, Zimmermann, Berger, Böse, Deumer, Hache, Heidenreich, Herlitze, Klemmer, Mürze, Multener, Peißig, Richter (seit 1587 nachgewiesen), Strache, Thiele, Weigel und Wunderlich. Insgesamt standen 39 Häuser. 1654 gab es 34 Häuser, darunter nur ein Bauer, was für ein Bergdorf charakteristisch war. Im Jahre 1680 war ein gewisser Eichler aus Rongstock einer der Anführer des Bauernaufstandes im Elbetal. 1713 gab es 50 Häuser, der Name des einzigen Bauern lautete Richter, die Gärtner hießen Eichler, Lösel, Herlitze, Leinweber, Lischke und Wundrich. Von den Häusler waren die Namen Eichler, Gaube, Hache, Klemmer, Lösl und Wundrich sowie Richter recht häufig. 1787 hatte der Ort 63 Hausnummern und 1833 lebten 318 Einwohner in 68 Häusern. Die Volkszählungen von 1869 und 1890 wiesen für Rongstock 350 bzw. 335 deutsche Einwohner aus. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Lauber, Leinweber, Gaube, Hüttig, Beher, John, Gruber, Hruschka, Lenik, Lösel, Peschke, Pichel, Prautsch, Rasche, Schwarzer, Struppe, Thiele und Winkler.

Die heutige tschechische Ortschaft Roztoky (= Rongstock) ist in die Gemeinde Povrly (= Pömmerle) im Kreis Aussig eingemeindet. 1961 lebten 237 Einwohner in Roztoky.

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Schönborn

Schönborn und Prautsch's Gasthaus
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Die Gemeinde Schönborn im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Schönborn und den abseits gelegenen bzw. an die Nachbarortschaften angrenzenden Ortsteilen „Kokischhäuser” (Gemeindegrenze zu Bohmen), Herbstwiese und Ullgersdorfer Häuser (nördliche Gemeindegrenze zu Bodenbach). Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 608 ha. Das Gemeindegebiet liegt hoch über der Elbe in einem Bergland. Die Ortschaft ist in eine Mulde eingebettet, die vom Westen nach Osten in Richtung Elbe geneigt ist. Schönborn wird von vier Bergen überragt, von denen der Lotharberg (502 m) und der Hutberg (495 m) innerhalb der Gemeindemarkung liegen, der Hopfenberg (501 m) und der Pfaffenberg (347 m) aber zum Stadtgebiet von Bodenbach gehören. Insgesamt wurden gut 60 % des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, knapp 30 % war bewaldet. Schönborn war einerseits bis 1945 ein Bauerndorf geblieben, andererseits hatte es sich zu einem bedeutenden Wohnort von Arbeitnehmern entwickelt, wodurch die Einwohnerzahl erheblich anwuchs. Der auf den land- und forstwirtschaftlichen Bereich entfallende Bevölkerungsanteil belief sich auf gut 13 %, knapp 50 % der Einwohner fand ihr Auskommen in Industrie und Handwerk und 17 % hatten ihre Arbeitsplätze im Wirtschaftsbereich Handel und Verkehr. Die Arbeitnehmer waren größtenteils in Bodenbach, Tetschen, Rosawitz und Bünauburg beschäftigt.

Die Pfarrei Schönborn dürfte gleichzeitig mit der Ortsgründung errichtet worden sein. Jedenfalls war sie von 1352 bis 1399 noch jung, da sie keinen Papstzehent leisten konnte und lateinisch als „pauper” (= arm) bezeichnet wurde. 1625 verlor die Pfarrei ihre Selbständigkeit und wurde zunächst eine Filiale der Pfarrei St. Laurentius in Neschwitz und schließlich ab 1702 eine Filiale der Pfarrei St. Wenzel in Rosawitz. Die Matriken für Schönborn sind, wie alle Rosawitzer Kirchenbücher, seit 1596 erhalten. In den ersten Jahrhunderten seines Bestehens besaß Schönborn ein Erbgericht, das dem Schöppenstuhl der Stadt Tetschen unterstellt war. Zu dem seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bestehendem Ortsgericht gehörten auch die Ortschaften Hopfengarten, Kröglitz und Ullgersdorf.

Schönborn ist ein von deutschen Siedlern gegründetetes zweireihiges Waldhufendorf, das wahrscheinlich um 1300 entstand. Der Ortsname dürfte zweifellos von der Geländebezeichnung eines „Schönen Borns” (= einer schönen Quelle) stammen. Schon in kirchlichen Urkunden des 14. Jahrhunderts (die früheste stammt von 1352) steht die Bezeichnung „pulcher fons” (= schöner Born). In einem Tetschner Ratsprotokoll von 1571 sind in „Schonborn” 28 Mann (= Wirte als Untertanen) verzeichnet und 1581 waren es 29 Wirte. Das Herrschaftsurbar von 1624 verzeichnet 26 Wirte und 12 Häusler, also zusammen 38 Häuser. Die Bauern trugen die Familiennamen Dörre, Winkler, Hahnel, Guth, Heinrich, Hübner, Jahnel, Peh, Prautsch und Zinke. Die Gärtner hießen Dörre, Hantschke, Kretschmer, Laube, Lohre und Schäfer. Angeblich ist 1534 der Familienname Kocher nachweisbar. Gemäß der Steuerrolle von 1654 hatte „Schön Born” 20 Bauern, fünf Gärtner und 16 Häusler – insgesamt 41 Häuser. 1713 standen 58 Wohngebäude. Die Namen der Bauern lauteten damals Winkler, Heinrich, Hanl, Prautsch, Klimt, Fritsche, Guth, Hieke, John, Katze, Laube und Dörre. 1787 standen (einschließlich der in diesem Jahre eingegliederten Orte Wenzelsdorf, das 1786 gegründet worden war und Pfaffendorf) 84 Häuser, ohne die beiden Orte vermutlich aber nur 55 Wohngebäude. 1833 lebten 547 Einwohner in 57 Häusern. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 wurden 586 deutsche Einwohner festgestellt. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Winkler, Tampe, Dörre, Nickel, Strache, Walter, Griesler, Fritsche, Blanke, Böhm, Hanel, Hieke, John, Theißig, Hampe, Hora, Jirka, Knorre, Krauspenhaar, Prautsch und Seidel.

Das heutige tschechische Krásný Studenec (= Schönborn) ist nicht mehr selbständig. 1961 lebten dort 557 Einwohner. Heute gehört die Gemeinde als Stadtteil XXIV zur Stadt Děčín.

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Topkowitz

Topkowitz: Gasthof zum Nordpolfahrer   Topkowitz, Jakuben mit Jungfernstein
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Die Gemeinde Topkowitz im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Topkowitz mit den einschichtig gelegenen Ortsteilen Reichberg (oder Skritin) und Laubhöhe. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 361 ha. Topkowitz besitzt eine landschaftlich reizvolle Lage und ist von mehreren Bergen umgeben: in nordwestlicher Richtung liegen die Sieben Berge (oder das Siebengebirge) mit Höhen bis 427 m, westlich befinden sich die Laubhöhe (298 m), der Katzenkopf, die Tannenkoppe (396 m) und der Glockenberg, südlich vom Dorf ist der Reichberg (356 m) und direkt beim Ort an der Elbe der Häuselberg (279 m). Das Gemeindegebiet bestand zu 50 % aus Wald und zu 40 % aus Ackerland und Wiesen. Obwohl ursprünglich ein Bauerndorf, war 1939 die Land- und Forstwirtschaft nur mehr für 11 % der Bevölkerung die Haupterwerbsquelle. Begünstigt durch die Verkehrslage an Elbe, Bezirksstraße und Eisenbahn, waren im Ort und im anschließenden Kartitz mehrere Industriebetriebe angesiedelt. Der Anteil der Bevölkerung an Industrie und Handel betrug deswegen auch über 40 %. Auffallend hoch war die Quote von Handel und Verkehr, die knapp 30 % der Einwohner ausmachte und besonders mit der Schifffahrt in Zusammenhang stand.

Topkowitz gehörte seit alters her zum Pfarrsprengel Neschwitz. Eine Ausnahme bildeten die Häuser 32, 33 und 34, die nach Rongstock eingepfarrt waren. Die Matriken beginnen wie alle Neschwitzer Kirchenbücher mit dem Jahre 1703. Das gilt auch für die drei nach Rongstock eingepfarrten Häuser, da Rongstock seit der Gegenreformation um 1625 bis 1787 als Filialkirche zur Pfarrei in Neschwitz gehörte. In alter Zeit war Topkowitz dem Erbgericht in Prosseln unterstellt. Für 1653 ist ein eigenes Dorfgericht nachgewiesen. Von 1849 bis 1870 bildeten Topkowitz und Rongstock zusammen eine politische Gemeinde, deren Verwaltungssitz sich zuerst in Rongstock und dann in Topkowitz befand.

Das Gebiet um Topkowitz war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, denn 1909 stieß man bei Bauarbeiten auf spätbronzezeitliche Brandgräber sowie auf Teile einer Ansiedlung aus dieser Zeit. Der Ortsname Topkowitz stammt aus einer vordeutschen, slawischen Siedlungsperiode vom 10. oder 11. Jahrhundert. Wahrscheinlich liegt dem Namen ein slawischer Personenname „Dobek” oder „Dubek” zugrunde. Diese Altsiedlung ging wohl bald nach dem Einsetzen des deutschen Landausbaus im Deutschtum auf. Die Ortsform lässt auch keine Waldhufenform, sondern eine Streulage erkennen. Topkowitz war jahrhundertelang auf drei Herrschaften aufgeteilt. Schon im 12. Jahrhundert war der älteste Teil des Ortes an das Klostergut der Benediktinerinnen in Teplitz gekommen. Später gelangte dieser Teil an die Herrschaft in Teplitz, die seit dem 17. Jahrhundert die Familie Clary-Aldringen innehatte. Der zweite Teil gelangte im 14. Jahrhundert an die Herrschaft Schreckenstein und wurde im 15. Jahrhundert mit der Herrschaft Tetschen vereinigt. Der dritte und kleinste Teil von Topkowitz befand sich um 1383 beim Gut Tichlowitz und wurde 1430 der Herrschaft Tetschen angeschlossen. 1850 kamen der Teplitzer und der Tetschner Ortsteil in den Gerichtsbezirk Tetschen.

Die älteste urkundliche Nennung von Topkowitz ist mit 1374 datiert. In lateinischen Texten der Jahre 1383 und 1384 wurde der Ortsname „Dobkowycz” geschrieben. 1571 sind sieben Wirte angegeben. Aus dieser Zeit sind die Familiennamen Müller (1564) und Püschel (1571) überliefert. Die Herrschaftsurbare von 1620 und 1624 zeigen, dass außer sieben Bauern auch fünf Gärtneranwesen bestanden. Dazu kamen zwei Bauern des Teplitzer Anteils, so dass 14 Häuser im Ort standen. Die Namen der zu Tetschen gehörenden Bauern waren Fiebiger, Klepsch, Lischke, Perthen, Richter und Schneider; ein Name ist unleserlich. Gemäß der Steuerrolle von 1654 zählte „Topkowicze” zusammen (also in ihrem Tetschner und Teplitzer Teil, aber ohne Skritin) 15 Häuser. 1713 waren es schon 28 Wohngebäude. Die Namen der Bauern des Tetschner Teils waren Arnold, Lischke, Richter, Schimpke und Werner; die Gärtner hießen Perthen, Anton und Tampke. Die Bauern des Teplitzer Teils hießen Herlitze und Pablenz und der vorkommende Gärtnername war Saße. 1787 standen 38 Häuser, davon gehörten vier zur Herrschaft Teplitz. 1833 gab es 43 Häuser mit 279 Einwohnern; vier Häuser mit 24 Personen gehörten zu Teplitz. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 wurden 371 bzw. 476 Einwohner (darunter 1890 drei Tschechen) festgestellt. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Richter, Laube, Vogel, Weigel, Kellner, Kretschmer, Pechanz, Tampe, Dürrschmidt, Heller, Herlitze, Hiebsch, Prosche, Püschel und Werner.

Skritin (Gut Reichberg)
Das ebenso wie Topkowitz in seinen Anfängen wahrscheinlich einer vordeutschen Siedlungsperiode entstammende Skritin lag im 12. und 13. Jahrhundert offensichtlich innerhalb des Besitzes des Johanniterordens, der Anfang des 15. Jahrhunderts an die Herrschaft Tetschen kam. Die älteste urkundliche Nennung lautet 1384 „Skrzytyn villa”. Der Name lässt mehrere Deutungen zu, z.B. die Ableitung von einer abgeschiedenen Geländelage „skryt” (= versteckt) oder von einem slawischen Personennamen „Skrita”. Jahrhundertelang soll im örtlichen Sprachgebrauch an Stelle von Skritin die Bezeichnung Reichberg oder Reichbauer üblich gewesen sein. Besitzer des Gutes war 1534 eine Familie Weber. Auf sie folgte 1610 die Familie Klepsch. In der Steuerrolle von 1654 ist Skritin nicht eigens aufgeführt und war offenbar bei Topkowitz eingeschlossen. 1713 ist der Bauer Hans Klepsch bekannt. 1787 war Skritin ein einschichtiger Bauernhof; von 1833 gibt es keine Angabe. 1814 ging das Gut Reichberg an die Familie Stolle über, dann 1871 an Karl Frauenlob, 1883 an die Familie Schwarda, 1892 an den Prager Fabrikanten Richter und 1914 an den Aussiger Industriellen Wolfrum, der es bis 1945 innehatte.

Nach der späteren tschechischen Gemeindeeinteilung umfasste die Gemeinde Dobkovice (= Topkowitz) auch die Ortschaften Borek (= Barken), Prosetín (= Prosseln) und den Weiler Poustka (= Pauska, das im Kreis Aussig gelegen war). Die Ortschaft Choratice (= Kartitz) wurde der Gemeinde Malšovice (= Malschwitz) angegliedert. 1961 hatte die Ortschaft Dobkovice 373 Einwohner. Bei der Erfassung der Einwohner am 28.08.2006 ergab sich eine Gesamtbevölkerung von 660 Bewohner.

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Wilsdorf

Die Gemeinde Wilsdorf im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus den Ortschaften Wilsdorf und Hopfengarten. In Hopfengarten wurde unterschieden zwischen dem Dorf Hopfengarten sowie den beiden Ortsteilen Neu-Hopfengarten und „Auf der Höh”. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 340 ha. Das Gemeindegebiet von Wilsdorf nimmt die südöstliche Abdachung des Hopfenberges (501 m) ein. Das Gelände fällt von Nordwesten nach Südosten und verflacht sich dabei allmählich bis zum tiefsten Punkt am Flußufer der Elbe (125 m). Die Gesamtfläche der Gemeinde bestand zu 70 % aus landwirtschaftlich genutzten Flächen und zu gut 20 % aus Wald. Wilsdorf und Hopfengarten haben sich seit Ende des 19. Jahrhunderts aus reinen Bauerndörfern zu ausgesprochenen Wohndörfern von Arbeitnehmern entwickelt. Der Anteil der Bevölkerung an Land- und Forstwirtschaft nahm 1939 nur noch 7 % ein, während der Anteil an Industrie und Handwerk 54 % und an Handel und Verkehr 20 % betrug.

Wilsdorf und Hopfengarten gehörten seit ihrer Gründung zur Pfarrei St. Wenzel in Rosawitz. Als 1621 bis 1702 Rosawitz als Filialkirche von Tetschen verwaltet wurde und die Pfarrei Schönborn im gleichen Zeitraum der Pfarrei Neschwitz zugeteilt war, gehörten möglicherweise auch Wilsdorf und Hopfengarten (wenigstens aber Hopfengarten) vorübergehend zu Neschwitz. Die Matriken sind wie alle Rosawitzer Kirchenbücher seit 1596 erhalten. Von alters her hatte Wilsdorf ein nur zu Landesfronen und geringem Erbzins verpflichtetes freies Erbgericht, zu dem 1478 auch Malschwitz, Krochwitz, Seldnitz, Rosawitz und Bodenbach gehörten. Die Dorfruge für Wilsdorf ist für 1567 belegt. Seldnitz, Rosawitz und Bodenbach wurden 1579 an das neu gegründete Gericht Weiher umgegliedert, kamen jedoch (außer Bodenbach) um 1650 wieder an Wilsdorf zurück. Hopfengarten gehörte immer zum Gericht Schönborn und besaß eine Dorfruge von 1649. Von 1787 bis 1849 war der Ort Pfaffendorf angegliedert. Bei der Einteilung der politischen Gemeinden 1849 wurde aus den Ortschaften Wilsdorf, Hopfengarten, Malschwitz und Krochwitz die politische Gemeinde Wilsdorf gebildet. Von etwa 1860 bis 1880 kam vorübergehend auch Seldnitz dazu, das dann an Bodenbach abgegeben wurde. 1904 wurden Krochwitz und 1912 Malschwitz selbständige Gemeinden und damit von Wilsdorf abgetrennt.

Wilsdorf ist eine deutsche Rodungssiedlung aus dem 13. Jahrhundert. Infolge der Lage an der Elbe war es als einseitiges Reihendorf angelegt worden. Der Ortsname beinhaltet die sprachlich abgeschliffene Form des Namens Wilhelm. Die älteste bekannte Nennung erfolgte 1478. Ein Tetschner Ratsprotokoll von 1571 nennt Wilsdorf mit sechs Wirten. Für 1587 ist der Familienname John überliefert. Im Urbar von 1624 hießen die Bauern Werner, Laube, Schneider, Seidel, Stettin und Teufel. 1654 hatte „Willsdorff” neun Häuser und 1713 zwölf Häuser. Die Bauern hießen damals Beer (Peher), Laube, Böhml, Hendrich (Heinrich), Hübner und Werner. 1787 standen 14 Häuser und 1833 16 Häuser mit 111 Einwohnern. 1804 brannte Wilsdorf vollständig ab. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 zählte die ganze Gemeinde 264 bzw. 420 deutsche Einwohner. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Dörre, Behmel, Fieber, Huschak, Neumann, Prautsch, Renelt und Riedel.

Hopfengarten
Auch Hopfengarten ist eine deutsche Rodungssiedlung mit Waldhufenanlage, doch dürfte die Gründung später als Wilsdorf erfolgt sein – vermutlich Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts. Wahrscheinlich ist es eine Zurodung zu Wilsdorf auf einem ursprünglich zum Hopfenbau genutzten Gelände, woher auch der Namen stammen dürfte. Die älteste bekannte Nennung von Hopfengarten erfolgte 1515 mit „Hopffegarten”. In die tschechische Landtafel wurde 1543 und 1554 „Chmelnicze” eingetragen. Für die Jahre 1571 und 1581 sind fünf angesessene Mann bzw. vier Bauern nachgewiesen. Im Urbar von 1624 sind vier Bauern mit den Namen Heinrich, Hübner, Püschel und Reynold (Renelt) sowie der Gärtner Heinrich und der Häusler Püschel genannt. 1654 hatte der Ort vier Bauern, einen Gärtner und einen Häusler, zusammen also sechs Häuser. 1713 waren sieben Wirte verzeichnet. Die Namen lauteten Hübner, Rehnelt, Heinrich und Püschl. 1787 hatte „Hopfen- oder Hoppegarten” 13 Nummern und 1833 17 Häuser mit 112 Einwohnern. Bei den Volkszählungen 1869 und 1890 zählte man 118 bzw. 138 deutsche Bewohner. Infolge der Industrialisierung wuchs die Einwohnerzahl bis 1910 auf 331, darunter 20 Tschechen, an. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Fieber, John, Hübner, Jezek, Krauspenhaar, Renelt und Seiffert.

Nach der Volkszählung von 1961 hatte die tschechische politische Gemeinde Vilsnice (= Wilsdorf) 137 bewohnte Häuser mit 777 Bewohnern. Heute sind Vilsnice und Chmelnice (= Hopfengarten) in die Stadt Děčín als Ortsteile (Vilsnice = Děčín XII und Chmelnice = Děčín XXV) eingemeindet.

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