Böhmisch Kamnitz

 

Böhmisch Kamnitz

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Hasel

Kamnitz-Neudörfel

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Böhmisch Kamnitz

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Die Stadt Böhmisch Kamnitz im gleichnamigen Gerichtsbezirk bestand aus der eigentlichen Stadt und dem Ortsteil Höllegrund. Innerörtlich wurden die Stadtteile Henne und Oberkamnitz unterschieden, welche an die gleichnamigen selbständigen Ortschaften Henne und Oberkamnitz angrenzten. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug bis 1945 insgesamt 538 ha. Das Gebiet ist, mit Ausnahme der Innenstadt, hügelig bis bergig. Der nördliche Teil steigt über 400 m an und gipfelt in dem Felsen Nolde (= Nadel) mit 489 m Höhe. Das südlich gelegene Gemeindegebiet steigt langsam an und erreicht an den Abhängen des Schlossberges (dessen 544 m hohe Gipfel in Oberkamnitz liegt) rund 400 m Meereshöhe. 1939 lebten 50 % der Einwohner von Industrie und Handwerk und 18 % von Handel und Verkehr. Auf die Land- und Forstwirtschaft entfielen lediglich 4 %. Die Stadt war ein beliebter Fremdenverkehrsort mit einer weithin bekannten Marienwallfahrt.

Pfarrei und Kirchen
Die Gründung der Pfarrei St. Jakobus der Ältere in Böhmisch Kamnitz dürfte gleichzeitig mit der dörflichen Gründung von Kamnitz Anfang des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Die älteste Nennung der Pfarrei stammt von 1352 und ist in den Papstzehentregistern als „Kamenycz oppidum” (= Stadt Kamnitz) verzeichnet. Von 1532 bis 1624 war die Pfarrei lutherisch. Die Matriken der Pfarrei sind durchwegs seit 1630 (dies ist der Zeitpunkt der Rekatholisierung) erhalten. Der Pfarrsprengel umfasste außer dem Stadtgebiet auch die Gemeinden Ober- und Niederkamnitz, Hasel, Johnsbach, Kaltenbach und Kunnersdorf mit den dazu gehörigen Ortschaften. Ursprünglich hatten auch Gersdorf und Rennersdorf (das 1787 nach Dittersbach umgepfarrt wurde) dazugehört. In der Zeit von 1630 bis um 1650 wurden die Pfarreien von Arnsdorf, Markersdorf, Rosendorf und Steinschönau vorübergehend von Böhmisch Kamnitz aus verwaltet. Ober-Preschkau gehörte sogar bis 1852, Windisch-Kamnitz bis 1856 und Gersdorf kurzfristig bis 1853 dazu. Neben der Stadtkirche, die dem Hl. Jakobus dem Älteren geweiht war, bestand in Böhmisch Kamnitz seit 1739 (Einweihung) bzw. 1763 (Vollendung) die bekannte Wallfahrtskapelle Mariä Geburt, in der eine 1680 geschaffene Wunder wirkende Marienstatue Platz fand, um derentwegen um 1730 genau 129 Wunder, darunter 16 in Böhmisch Kamnitz selbst, geschehen sein sollen. Seit 1869 hatte Böhmisch Kamnitz eine Predigerstation der evanglischen Gemeinde und 1930 wurde die evangelische Christuskirche erbaut, die zur Pfarrei Rosendorf gehörte.

Geschichtliche Entwicklung
Die frühe Geschichte von Böhmisch Kamnitz steht mit den ehemaligen Burgen Fredewald und Kamnitz in engen Zusammenhang. Fredewald dürfte bereits vor dem 13. Jahrhundert als Wallanlage zum Wegschutz und mit Zufluchtsfunktion bestanden haben. Der Name könnte Kukla gelautet haben, ist aber nicht sicher überliefert. Zur Zeit des deutschen Landesausbaues wird die Befestigung verstärkt worden sein, um den vorbeiführenden „Sachsensteig” zu schützen – die Burg dürfte damals den Namen Fredewald erhalten haben und wurde 1406 erstmals erwähnt. Sie wurde 1444 und 1469 zerstört und dann nicht mehr aufgebaut. Die Burg Kamnitz auf dem Schlossberg hatte die Aufgabe, die Stadt Kamnitz zu schützen. Sie wurde 1444 zusammen mit Fredewald zerstört und blieb seither „wüst”.

Möglicherweise entstand schon im 11. Jahrhundert durch eine kleine Gruppe (vielleicht Lausitzer Wenden) eine erste Niederlassung im oberen Kamnitztal, wahrscheinlich in der Nähe des späteren Oberkamnitz. Anfang des 13. Jahrhunderts gelangten deutsche Siedler in das Gebiet, welche die ganze Niederung rodeten und ein langgezogenes, zweireihiges Waldhufendorf gründeten, dem sie den auf ältere Wurzel zurückgehenden Namen „Kamnitz” (= Steinbach) gaben. Um 1260/70 dürfte es in der Regierungszeit König Premysl Ottokar II. (1253 – 1289) zur Bildung der Stadt Kamnitz gekommen sein. 1278 wurde die damals auf königlichem Gebiet gelegene Stadt durch eine Urkunde König Wenzels II. angewiesen, die schon befestigte Stadt auch außerhalb der Mauern zusätzlich mit Wall und Graben zu sichern. 1283 wurde Kamnitz Bestandteil der (älteren) Herrschaft Scharfenstein, die in jenem Jahre vom König an die Adelsfamilie von Michelsberg verschenkt wurde. Johann III. von Michelsberg verkaufte die Herrschaft einschließlich Kamnitz zwischen 1405 und 1408 an seinen Schwiegersohn Hinko Berka von Dauba auf Hohenstein in Sachsen, dem Vogt der Oberlausitz. 1428 kam Kamnitz an die Familie von Wartenberg auf Tetschen, 1511 durch erneuten Verkauf an Nikolaus Trcka von Lipa und 1515 an die sächsischen Gebrüder von Salhausen. Bei der ersten Salhausen-Güterteilung 1522 erhielt Friedrich von Salhausen die Herrschaft Scharfenstein samt Kamnitz. 1535 gelangte das Gebiet durch Erbschaft an die Tochter des Vorgenannten, Anna von Salhausen, die Prokop von Wartenberg heiratete. Durch die darauf hin erfolgte Abtrennung wurde Kamnitz eine selbständige Herrschaft. 1614 erwarb Radislaw Kinsky von Wchinitz und Tettau die Herrschaft Böhmisch Kamnitz. Diese blieb bis zur Neuordnung der politischen Verwaltung 1850 im Eigentum der Grafen (seit 1746 Fürsten in der Primogenitur) Kinsky.

Wappen
Bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts zeigte das Stadtwappen wie das Stadtsiegel einen Bären, der in seinen Tatzen einen ovalen, rot-weiß gestreiften Schild hält. 1591 erscheint erstmals das Wappen der Herren von Wartenberg als Stadtwappen, das ein senkrechter Schild ist, rechts in goldener und links in schwarzer Farbe gehalten und von einem Lindwurm umrahmt wird. Auf dem den Schild krönenden Helm ist eine in einem Kahn sitzende Jungfrau eingelassen, die ein Ruder in den Händen hält. Der Lindwurm bedeutet Tapferkeit und Bereitschaft, kaiserliches Recht und kaiserlichen Besitz zu verteidigen, der Helm ist Ausdruck der Ritterschaft, die rudernde Jungfrau zeigt die Würde des Landvogtes der Lausitz und das Vlies gilt als Zeichen des Erbschenkenamtes des Königreiches Böhmen. Von 1614 bis ins 19. Jahrhundert wurde nochmals das alte Wappen mit dem Bären verwendet, ab 1849 wurde das Wartenberger Wappen wieder eingeführt.

Familiennamen
Durch das älteste Stadtbuch, das auf 93 Seiten 219 ausschließlich deutsche Eintragungen von 1380 an bis 1511 enthält, sind vermutlich alle bzw. sehr viele Familiennamen aus der Frühzeit der Stadt überliefert: 1380 Gans(er), Käppler, Knebel, Kretschmer, Mühlacker, Neukommen, Opitz, Päuker, Preis und Riedel (Rüdel); 1381 Fack, Gaffauf, Gutbrot, Hängenüsch(el), Kolditz(er), Kunat, Lauerbein, Schubert, Schwab, Siebenkegel und Sorauer; 1382 Lorenz; 1385 Hackacker und Sauerteig; 1386 Hirte, Pompe, Pfluger, Reschel und Scheuenpflug; 1387 Buhlehen, Düring, Gebauer, Harmisch bzw. Harnisch, Hinkendig, Lindner und Natan; 1389 Haufen, Pflug, Rosenhain und Späniger; 1391 Weinusch(er) und Wisent; 1392 Kriebel, Limpacher und Messerschmied; 1393 Weißer; 1394 Blauschubert und Uffenberg (Effenberg ?); 1395 Kurzpetzold und Tülzing(er); 1396 Haberer, Sparer und Tatterich; 1398 Papierhäckel, Schöps und Überschar; 1400 Krämer; 1401 Katzenhaupt und Pirnaer; 1402 Neuschmied und Rösler; 1408 Jäckel und Steinchen; 1409 Blauer, Grießler, Langner, Lichter und Stelzer; 1411 Foist, Hahn, Jäger, Klugnickel, Koch, Mordebier und Stäubaus; 1412 Hofmann, Knobloch, Ludwig, Scherzfeld und Schreiber; 1416 Pfefferkorn, Rütschel (Ritschel) und Vogelweid; 1419 Schönbusel und Schulmeister; 1420 Toderbier; 1424 Zottfriedel; 1430 Eichler, Herig, Penz und Tützchen; 1434 Hoffe, Watzel und Zanter; 1436 Ramisch; 1438 Böhm und Bolze; 1442 Augst(en) bzw. Augustin, Kühn, Littisch und Merten; 1443 Unbericht; 1449 Bremse, Fesig, Fischer, Pasternack, Winter und Zinke; 1450 Engelhard, Gürtler, Heine, Peterlein und Schäffer (Schaffer); 1451 Achtseinicht, Graf (Gräfe), Gutewille, Kamnitzer, Kaube (Gaube), Kny (Knie), Severing, Tütze bzw. Tietze, Wolak und Ziegensiefer; 1452 Heinrich, Jügel, Kasche und Ringelhan; 1457 Hanneschen, Rösel, Schwarz und Wagner; 1459 Hawzanek bzw. Habernack, Neckisch, Nickel und Schuster; 1465 Frosch, Göpfert und Sühne; 1466 Hampe, Langhans und Nemich; 1471 Blumener, Eberhard, Heckisch (Hickisch), Klumpner, Säusel, Schirgiswalde, Teusener und Tittler; 1474 Bottner, Rabe und Schäubel; 1476 Laurin; 1478 Albrecht und Hönig (Honig); 1479 Kronchen; 1481 Bucklisch und Hillebrant; 1482 Peschel; 1484 Brossel, Hanning, Heinemann, Knöspel, Küchler, Ptak (Herrschaftshauptmann) und Schrammenhauer; 1486 Heide und Langwenzel; 1487 Herr; 1488 Bornscheune, Hanke, Koschik und Witzel; 1489 Brosche, Hühnel, Preibisch und Schabenstab; 1490 Schickel, Seifert, Wolfgang und Zauser; 1491 Birkner, Fränzel, Grasse, Häckel, Hübner, Katschner und Klosel; 1492 Hegenbart, Linke und Tischel; um 1500 Eiste und Schönnase; 1501 Hanisch; 1511 Krombholz; 1516 Hopfmann und 1525 Hengst. Von 1577 sind überliefert Fleck, Helfer, Langhans, Mayer, Rube, Schuster, Stelzig, Tille und Zeibig.

In der Steuerrolle von 1654 waren 68 Bürgerfamilien verzeichnet. Dazu kamen noch 57 Gärtner und 82 Häusler, was einen Häuserbestand von 207 (Stadt samt Vorstadt) ergab. Sieben Häuser waren aber nach dem Dreißigjährigen Krieg, der viel Zerstörung und Einquartierungen brachte, noch nicht aufgebaut. Die häufigsten Bürgernamen waren Langhans, Patzenhauer, Fleck, Kny, Vater, Illing, Krause, Hefner oder Helfer, Michel – außerdem Arlt, Bauer, Beck, Beitlich, Friedrich, Hackel, Hanel, Hiekel, Heide, Jänichen, Klein, Knappe, Knechtel, Kreibich, Lorenz, Lumpe, Luna, Newich oder Eymicht, Nesen oder Neseni, Prosche, Ratzke, Richter, Rosenkranz, Schlettwitz, Schindler, Schneider, Staudenraus, Tetschner, Thomas, Tietze, Tille und Werner. Die 57 Gärtner trugen die Namen Fiedler, Beck, Hübner, Knappe, Knothe, Kühnel, Langhans, Michel, Patzenhauer, Richter, Riehl, Tille, Büttner, Elster, Ernst, Galle, Hacker, Hiekisch, Hermann, Icker, Kasper, Knechtel, Langschadel, Leschner, Lösel, Luna, Newich, Nesen, Oppelt, Palme, Pilz, Rabe, Rochlitz, Rößner, Schindler, Schneider, Spielmann, Sturm, Thomas, Ullmann, Vater, Weiner, Weiße und Zeischke. Die 82 Häusler hatten die Namen Hiekisch, Langhans, Langschadel, Michel, Teufel, Therme, Bauer, Büttner, Hoffmann, Kny, Krahl, Krause, Rochlitz, Wenzel, Arlt, Barsch, Bendel, Bischof, Eschler, Fiedler, Fischer, Friebl, Fritsche, Görlach, Gocht, Hackel, Hantschke, Heidrich, Hauff, Hauptmann, Heide, Hübel, Jähnel, Icker, Knechtel, Koch, Kreibich, Lerche, Liebscher, Limpacher, Löhnhardt, Lumpe, May, Menschel, Nitsche, Otte, Preis, Rosenkranz, Saloman, Schäfer, Schiffner, Schiroky, Schlettwitz, Schmied, Sebnitz oder Steinowitz, Seißermann, Thomas, Tietze, Vater, Weigmann und Weiß. Außerdem gab es 99 Familien ohne Haus- und Grundbesitz, die sog. Inwohner oder Inleute. Sie hießen Bienert, Büchse, Burchhard, Dorn, Dreschel, Frost, Füller, Füger, Glock, Hampel, Hansel, Hieke, Hünel, Jüngling, Kaiser, Kaulfersch, Klehr, Maidl, Matzke, Münch, Pöhlich, Petersil, Petters, Pfeiffer, Pohl, Rostig, Schaustein, Schübel, Seifert, Steinert, Süßig, Teigel, Tschackert, Tschimpke, Vetter, Wacker, Weigel, Wendtschuh, Werner und Worm.

1787 hatte Böhmisch Kamnitz 302 Häuser und 1833 standen 317 Häuser, in denen 2.231 Einwohner lebten. 1857 hatte die Stadt schon 3.188 Einwohner.

Die mit Abstand am häufigsten Familiennamen waren 1934 Richter, Wenzel, Müller, Beitlich bzw. Beutlich, Hieke, Fischer, Hegenbarth, Kreibich, Vater, Hof(f)mann, Lehnert bzw. Löhnert, Seidel, Weber, Bendel, Heide, Horn, Pilz, Pohl, Kraus(e), Dörre, Eschler, Gautsch, Günt(h)er, Patzner, Renger, Schiffner bzw. Schiefner, Fritsch(e), Hiekisch, Knechtel, Kunert, Neumann, Purkert, Weiß(e), Fiedler, Friedrich, Groß, Hackel, Hantschel, Jantschke, Kittel, Langer, Liebsch bzw. Liebisch, Rösler, Schmid(t), Wertner, Wolf, Zinke, Büchse, Grohmann, Heinrich, Hermann, John(e), Karsch, Kny, Lösel, Rehnelt, Reichert, Scholze, Storch, Worm, Appelt, Bittner, Dörfel bzw. Dörfler, Eiselt bzw. Eisert, Franke, Holter, Hönisch, Kasper, Münzel, Nitsche, Schubert, Werner und Wieden (jeweils mindestens fünf Nennungen pro Namen).

Ortsteil Höllegrund
1833 heißt es „21 auf Stadtgrund erbaute Häuser mit 91 Einwohnern. Wird für eine Vorstadt gehalten”. Der Ortsname scheint von „Höhle” abgeleitet worden zu sein und bedeutet soviel wie „Höhlental”. 1869 hatte Höllegrund 28 Häuser mit 182 Einwohnern, 1890 35 Häuser mit 199 Einwohnern und 1910 39 Häuser mit 248 Einwohnern. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Eschler, Knechtel, Esche, Richter, Böhm, Dörfel, Fliegel, Hille, Jahnel, Karsch, Michel, Ramisch, Schicht, Seidel, Stroppe, Zechert und Zinke.

Stadtteile Henne und Oberkamnitz
Die Ortsbezeichnungen Henne und Oberkamnitz sind nicht mit den Ortschaften Henne (zu Niederkamnitz gehörend) und der selbständigen Gemeinde Oberkamnitz zu verwechseln. 1869 hatte Henne zehn und 1880 17 Häuser mit 63 bzw. 123 Einwohnern. Oberkamnitz hatte 1869 und 1880 69 bzw. 72 Häuser mit 626 bzw. 667 Einwohnern.

Die Massenvertreibung der deutschen Einwohner von Böhmisch Kamnitz begann am 19. und 20. Juni 1945 und wurde am 15. und 22. Juli 1945 fortgesetzt. Tausende von Kamnitzern wurden in Fußmärschen über Johnsbach, Windisch-Kamnitz nach Hinterdittersbach getrieben und mussten dort die Grenze nach Sachsen in Richtung Hinterhermsdorf überschreiten. Seit dem Herbst 1945 gingen von Böhmisch Kamnitz Bahntransporte mit Güterwagen ab, doch hatten diese meist im Lager in Bodenbach noch einen Zwischenaufenthalt. Die letzten Deutschen aus Böhmisch Kamnitz gelangten 1946 über das Lager Bodenbach nach Mecklenburg.

1961 hatte die Stadt Česká Kamenice (= Böhmisch Kamnitz) rund 5.000 Einwohner. Die 1943 durchgeführte Eingliederung der Gemeinden Nieder- und Oberkamnitz war auch durch die tschechische Stadtverwaltung beibehalten worden. Heute besteht die Stadt aus den Ortsteilen Dolní  Kamenice (= Niederkamnitz), Horní Kamenice (= Oberkamnitz), Filipov (= Philippsdorf), Huníkov (= Henne), Kamenická Nová Viska (= Kamnitz-Neudörfel), Kerhartice (= Gersdorf), Líska (= Hasel), Pekelský Důl (= Höllegrund) und Viska pod Lesy (= Walddörfel). 2005 lebten 5.473 Menschen in der gesamten Stadtgemeinde.

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Freudenberg

Die Gemeinde Freudenberg im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Freudenberg (deren unterer Teil wegen seiner früheren Zugehörigkeit auch Obermarkersdorf genannt wurde) und der Ortschaft Freudenheim. Ein Haus in Freudenheim gehörte zur Nachbargemeinde Markersdorf. Etwa 1,5 km nordöstlich der Ortschaft Freudenberg lagen der Weiler Steinberg mit vier Häusern und die einschichtige Abdeckerei. Das Gemeindegebiet ist mit Ausnahme des Absbachtales durchwegs bergig. Auf die landwirtschaftliche Nutzung entfielen gut 70 %, auf Forstwirtschaft gut 20 % der Gemeindefläche, die insgesamt 739 ha betrug. Die Böden sind teils sandig und teils lehmhaltig. Freudenberg und Freudenheim hatten ihren landwirtschaftlichen Charakter bis 1945 erhalten und rund 26 % der Bevölkerung war im Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft tätig. Über 44 % der Erwerbsbevölkerung waren in Industrie und Handwerk, insbesondere in den Industriebetrieben von Tetschen-Bodenbach, Niederkamnitz und Böhmisch Kamnitz, beschäftigt. 17 % der Bevölkerung fand sein Auskommen in Handel und Verkehr.

Freudenberg und Freudenheim gehörten seit ihrer Gründung zur Pfarrei St. Martin im benachbarten Markersdorf. Die Matriken sind seit 1628 (Taufbücher) bzw. 1647 (Trauungs- und Sterbebücher) vorhanden. Bis zum 16 Jahrhundert hatte Freudenberg ein gemeinsames Erbgericht mit Markersdorf. Mit der Einrichtung der politischen Gemeinden im Jahre 1849 wurde aus Freudenberg, Freudenheim und Markersdorf eine gemeinsame politische Gemeinde gebildet, welche die Bezeichnung Freudenberg trug. 1888 kam es zur Abtrennung Freudenbergs und Freudenheims von Markersdorf und der Bildung einer eigenen Gemeinde, zu der bis 1930 auch Walddörfel gehörte. 1891 erfolgte nach langwierigen Verhandlungen die Angliederung von Obermarkersdorf an Freudenberg.

Freudenberg
Freudenberg ist eine deutsche Rodungssiedlung mit doppelreihiger Waldhufenanlage, die wahrscheinlich im 13. Jahrhundert entstand. Am Ortsnamen ist interessant, dass er im Sprachgebrauch „Freudendorf” hieß und nicht Freudenberg. Wahrscheinlich wurde mit dem Namen „Freuden” bei der Gründung des Ortes ein Wunsch oder Gefühl im Sinne eines „glücklichen Dorfes” ausgedrückt. Der älteste überlieferte Familienname in Freudenberg ist Kunert („Kunad” geschrieben) im Kamnitzer Stadtbuch von 1381. Für 1471 sind die Namen der Schöppen Ickert (geschrieben Acker), Walter, Merten, Ölschläger, Knote, Knechtel, Hickisch, Soyssel und Weigmann erhalten. Für 1490 sind die Namen Wentzel und Beck überliefert. Im 16. Jahrhundert kamen die Namen Grasse, Bittner (1547) und Hartmann (1570) vor. Im Jahre 1607 wird von den Einwohnern May und Richter berichtet. Nach der Steuerrolle von 1654 hatte „Freudenbergk” oder „Fraydenbergk” zehn Bauern, zwei Gärtner und zehn Häusler - insgesamt somit 22 Häuser. Die Bauernfamilien hießen Jahnel, Lerche, Altherr (?), Gers, Fritsche, Hickisch, Peuschel (?) und Schreger. Für das Jahr 1658 sind die sog. „Sechswochenschenken” belegt, d.h. dass alle Häuser, in denen Kinder zur Welt kamen, das Recht hatten, sechs Wochen lang Bier auszuschenken. 1787 hatte das Dorf 105 Häuser zuzüglich 16 Hausnummern beim „Höfel Freydenberg” (= Freudenhöfel). 1833 lebten 738 Einwohner in 117 Häusern im Ort. 1857 hatte Freudenberg 925 Einwohner, 1869 waren es 811 und 1890 noch 688 durchwegs deutsche Bewohner. 1891 wurden 63 Häuser von Markersdorf nach Freudenberg umgemeindet, sodass Freudenberg im Jahre 1900 aus 215 Häusern bestand, in denen 1.058 Menschen lebten. Die häufigsten Familiennamen in Freudenberg waren 1934 Kreibich, Richter, Bendel, Gautsch, Hackel Lorenz, Kögler, Michel, Peißig, Püsche, Tietze, Tschakert, Wenzel, Bittner, Kühnel, Mühln, Paudler, Puhr, Schicht und Winter.

Freudenheim
Freudenheim wurde 1560 von Friedrich von Luttitz angelegt. In der Steuerrolle von 1654 hieß der Ort „Fraydenhann” bzw. „Freydenhaim” und bestand aus 16 Häusern. Die Familiennamen der 14 Wirte im Theresianischen Kataster von 1713 lauteten Knechtel, Lößel, Bittner, Fischer, Gautsch, Hölzl, Jantsch, Jarschel, Pecher, Rüstig oder Süßig, Schiefner und Sehan. 1787 hatte „Freudenhain” 19 Hausnummern und 1833 lebten 122 Einwohner in 19 Häusern. 1869 wohnten 107 und 1890 nur noch 105 Bewohner in Freudenheim. 1934 kamen die Namen Füger, Knechtel, Michel, Pfeifer und Sehan je zweimal vor.

Die tschechische politische Gemeinde Veselé (= Freudenberg) setzt sich heute aus den Ortschaften Veselé und Veseličko (= Freudenheim) zusammen. Die politische Gemeinde Veselé zählte am 28.08.2006 genau 298 Einwohner.

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Gersdorf

Die Gemeinde Gersdorf im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Gersdorf und den beiden Ortsteilen Lehmhübel und Lerchenthal sowie den Einschichten Bergbauer und Fichtelschenke. Die Ortschaft Gersdorf liegt in einer schönen Talmulde entlang des Absbaches. Das Gemeindegebiet, das 762 ha Fläche umfasste, bestand zu 65 % aus landwirtschaftlichen Flächen und zu 25 % aus Wald. Bis 1945 war Gersdorf nahezu ein reines Bauerndorf geblieben, in dem 29 % der Wohnbevölkerung dem land- und forstwirtchaftlichem Bereich angehörten. Der industrielle und handwerkliche Sektor war mit knapp 50 % relativ stark. Die Arbeiter hatten meist in Böhmisch Kamnitz, Rabstein und Bensen ihre Arbeitsplätze. Vor der Industrialisierung war Gersdorf durch seine Strumpfwirkereien, Zwirnereien, Färbereien und Bleichereien bekannt - ein Ortsteil hieß auch „Auf der Bleiche”. Im Wirtschaftsbereich Handel und Verkehr waren rund 6 % der Einwohner tätig.

Gersdorf besaß schon in vorhussitscher Zeit ein Gotteshaus, das ursprünglich zur Pfarrei in Böhmisch Kamnitz und später zu Markersdorf gehörte. 1480 wird von einer Kapelle berichtet. Die Kirche S. Maria Magdalena wurde 1775 bis 1778 an Stelle eines alten Kirchleins in spätbarockem Stil erbaut. 1788 wird Gersdorf eine Expositur der Pfarrei St. Martin in Markersdorf und 1853 erfolgte die kirchliche Selbständigkeit mit eigener Pfarrstelle. Der Sprengel umfasste den Bereich der politischen Gemeinde Gersdorf. Die Matriken sind ab 1707 erhalten. 2006 wurden zwei neue, mit zweisprachigen Inschriften versehene Kirchenglocken im Beisein des Leitmeritzer Generalvikars feierlich geweiht.

Das alte Erbgericht in Gersdorf ist für 1382 und 1394 belegt. Als Richter wurden damals Heinmich oder Heinrich und Niclas benannt. Später bestand ein Ortsgericht. 1715 war Georg Palme der Ortsrichter, ab 1772 Franz Anton Hesse und ab 1829 Stephan Hauptmann. 1850 wurde aus Gersdorf, Lehmhübel und Lerchenthal die politische Gemeinde Gersdorf gebildet und dem Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz zugeordnet.

Gersdorf ist eine deutsche Rodung des 13. Jahrhunderts. Der Name dürfte vom Gründer oder Lokator stammen, der den Namen Gerhard trug. Die älteste urkundliche Nennung von Gersdorf erfolgte 1382 im Böhmisch Kamnitzer Stadtbuch. Die ältesten bekannten Familiennamen sind ebenfalls im Kamnitzer Stadtbuch von 1380 bis 1516 verzeichnet und lauten 1392 Cuncz Gelher, 1402 Hannus Blauhaupt, Niclaus Hitzel, Andres Kröl, Niclaus Ricker, Niclas Wezink, 1411 Niclaus Knebel, 1420 Niclas Waintzke, Fesig, 1491 Crystenn Hickel, Urban Limbacher und 1494 Jörge Limpacher sowie 1588 Nickel. 1654 gab es in „Kerzdorff” bzw. „Kersdorf” 25 Bauern, zwei Gärtner und 23 Häusler - also zusammen 50 Häuser. Die Namen waren laut Steuerrolle für die Vollbauern (= Grundbesitz von 11 bis 18 Strich) Hackel, Lerch, Hickisch, Hauschild, Keyser, Knapp, Kral, May, Sießig und Wenzel. Die Namen der Halbbauern (= Grundbesitz 7 bis 11 Strich) waren Hickisch, Hauschild, Hackl, Horn, Karsch, Krüll, Lerche, May und Scholz. Der nach Markersdorf untertänige Vollbauer hieß Nikolaus. 1713 lebten 29 Wirte und 76 Häusler in Gersdorf, d.h. dass der Ort aus 105 Häusern bestand. Auffallend war damals die große Zahl von acht Fuhrleuten und zwölf Landgängern mit Glas (= Hausierhändler). 1787 gab es im Ort 120 und 1833 schon 133 Häuser; im letztgenannten Jahr lebten 831 Menschen in Gersdorf. Im 19. Jahrhundert entstanden auch die Lerchenthal-Häuser. Laut Volkszählung von 1869 hatte Gersdorf 1.060 und laut Volkszählung von 1890 noch 898 deutsche Einwohner, die in 150 Häusern lebten. Die häufigsten Familiennamen in Gersdorf waren 1934 Hickisch, Kreibich, Grasse, Heller, Heide, Janich, John, Paudler, Wagner, Füller, May, Piesche, Prosche und Weber.

Die tschechische Gemeinde Kerhartice (= Gersdorf) hatte den gleichen Gebietsumfang wie die frühere deutsche Gemeinde. 1961 lebten 176 Menschen dort. Heute gehört Kerhartice als Ortsteil zur Stadt Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz).

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Hasel

Die Gemeinde Hasel im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Hasel und dem Ortsteil Limpach-Einschicht (auch „Sonntagshübel” oder „Meisensprüh” genannt). Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 1.345 ha. Das Gemeindegebiet ist durchwegs gebirgig und hat mit dem 731 m hohen Kaltenberg auch den höchsten Gipfel im Kreisgebiet Tetschen. Dort stand auch die Kaltenbergbaude. Die Berge und Höhen bestehen aus Basalt- oder Phonolithgestein, während sonst nur sandige Böden vorherrschen. Von der Gemeindefläche waren 70 % bewaldet und 25 % landwirtschaftlich genutzt. Von den 648 Einwohnern, die Hasel 1939 hatte, lebte nur ein Fünftel von der Land- und Forstwirtschaft. Knapp 60 % der Erwerbsbevölkerung waren in Industrie und Handwerk und 5 % im Bereich Handel und Verkehr tätig. Viele Haseler arbeiteten in den nahen Industriebetrieben in Ober-Kamnitz, Böhmisch Kamnitz und Rabstein.

Hasel gehörte seit jeher zur Stadtpfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz und war mit dieser von 1556 bis 1629 evangelisch. Die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher sind seit 1630 erhalten. 1862/63 wurde eine Ortskapelle Mariä Heimsuchung mit 42 Sitzplätzen errichtet, in der zu besonderen Anlässen Messen gelesen wurden.

Im 14. und 15. Jahrhundert hat in Hasel höchstwahrscheinlich eine Erbrichterei bestanden, später gab es ein Ortsgericht. Hasel ist eine deutsche Rodungssiedlung mit Waldhufenanlage, die Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet worden sein dürfte. Der Ortsname lautete wohl anfangs „Hasel-au” und kennzeichnete eine Au mit viel Haselsträuchern. Als älteste Nennung steht im Kamnitzer Stadtbuch im Jahre 1398 „von der Hasslaw”, 1402 und 1411 heißt es dort „von der Hazel”. Für 1488 ist ein Mattes Krahl, für 1474 ein Hans Limpacher und für 1492 ein Lorenz Liebisch in Hasel bezeugt. 1654 standen laut Steuerrolle 37 Häuser. Die Bauern hießen Fiedler, Eschler, Karsch, Knechtel, Büchse, Hickisch, Michel, Richter und Senger. 1713 wies Hasel 19 Wirte und 20 Häusler, zusammen also 39 Häuser auf. Um den 19. Juli 1757 fand bei Hasel ein heftiges Gefecht zwischen Preußen und Österreichern im Verlauf des Siebenjährigen Krieges statt, wobei die Preußen schwere Verluste erlitten. 1906 wurde diesem Vorgang ein Denkmal gesetzt.

1787 hatte Hasel 61 Hausnummern und 1833 standen schon 100 Häuser, in denen 611 Einwohner lebten. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte Hasel 827 bzw. 807 deutsche Einwohner. Die häufigsten Familiennamen waren Beitlich, Eschler, Karsch, Knechtel, Stroppe, Fiedler, Büchse, Guse, Fritsche und Lösel.

Der tschechische Ort Líska (= Hasel) gehörte zusammen mit Studený (= Kaltenbach) und Lipnice (= Limpach) sowie Kunratice (= Kunnersdorf) zur politischen Gemeinde Kunratice. 1961 lebten in Liska 183 Einwohner. Die gesamte Gemeinde Kunratice besteht 2007 aus rund 200 Einwohnern. Heute gehört Líska zur Stadt Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz).

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Hillemühl

Die Gemeinde Hillemühl im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Hillemühl und dem einschichtigen Forst- und Gasthaus „Kreuzbuche”. Das Gemeindegebiet ist fast ausschließlich bergig; die größte Erhebung ist der Große Ahrenberg mit 705 m. An seinem Nordhang sind Reste eines alten Eisenbergbaus zu sehen. Etwa 93 % der Gemeindefläche war mit Wald bedeckt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden Gemsen angesiedelt, die dort bald heimisch wurden. Wegen der waldreichen Umgebung wurde Hillemühl gerne als Sommerfrische genutzt. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 887 ha. Hillemühl hatte eine ausgesprochen gewerbliche Berufsstruktur, denn fast 60 % der Bevölkerung war in Industrie und Handwerk tätig. Im Bereich Handel und Verkehr waren 15 % der Einwohner beschäftigt, dafür lag der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Bewohner nur bei 7,5 %. Die meisten Beschäftigten fuhren nach Böhmisch Kamnitz, Falkenau-Kittlitz, Blottendorf und Haida zur Arbeit.

Hillemühl gehörte seit seinem Ausbau im 17. Jahrhundert zunächst zu der in Oberpreschkau bestehenden Expositurkirche der Pfarrei Steinschönau. Als 1786 in Falkenau eine Filialkirche von Oberpreschkau erbaut wurde, kam Hillemühl in deren Zuständigkeitsbereich, wurde später zur Pfarrei Blottendorf umgegliedert und erlangte ab 1849 die Verselbständigung als eigene Pfarrei. Die Matriken für Hillemühl sind, wie alle Falkenauer Kirchenbücher, durchwegs seit 1782 erhalten. Wahrscheinlich sind auch in den seit 1671 vorhandenen Kirchenbüchern von Oberpreschkau Eintragungen für Hillemühl zu finden. Die Einschicht „Kreuzbuche” war nach Kreibitz eingepfarrt.

Im 18. Jahrhundert bestand eine Ortsrichterei, zu der auch Niederfalkenau gehörte. So umfasste auch die 1849 eingerichtete politische Gemeinde Hillemühl außer der Ortschaft Hillemühl selbst die Ortschaft Niederfalkenau. Erst 1914 kam es zur Ausgliederung und politischen Verselbständigung von Niederfalkenau.

Im Jahre 1525 gründete der Grundherr Friedrich von Salhausen im Waldtal des Kamnitzbaches eine herrschaftliche Brettsäge. Nachdem auf dieser Säge 90 Jahre lang eine Familie Hille als Brettschneider tätig war, bildete sich für die dortige Örtlichkeit die Bezeichnung Hillemühl heraus. Ab 1665 entstanden in der Nachbarschaft der „Hillen-Brettmühl” weitere Gebäude, 1698 wohnten in den neun Häusern die Familien Vatter (zweimal), Bienert, Brix, Ickert, Kny, Michel, Schöne und Thoms (Thomas). 1713 hatte das Dominikaldorf Hillemühl-Falkenau der Herrschaft Kamnitz 17 Häuser, wovon aber nicht angegeben ist, wieviel in Hillemühl selbst standen. 1725 ist die Größe mit 17 Häusern eindeutig feststellbar. Die Besitzer hießen Ickert, Kny, Thomas, Bienert, Brix, Günter, John, Kaiser, Kittel, Michel, Schöne, Vatter, Vierhase und Weidlich. Zusammen mit den „Hausleuten”, also den Mietern, wohnten 48 Menschen im Ort. Bis 1750 bekam die Ortschaft beträchtlichen Zuzug, da die Glasindustrie im benachbarten Falkenau-Kittlitz sowie der Glashandel gute Erwerbsmöglichkeiten boten. Es ist überliefert, dass Leute aus Hillemühl mit ihrem Glaskarren bis Prag, Wien, Ungarn, Siebenbürgen, Krakau, Warschau, Königsberg, Kurland und Dänemark zogen. Im Jahre 1757 fand bei Hillemühl ein Gefecht zwischen Österreichern und Preußen statt, woran später ein Denkmal erinnerte.

1787 gab es 46 Hausnummern, von denen einige aber zur Herrschaft Bürgstein gehörten. 1833 hatte das Dorf 59 Häuser und 458 Einwohner. Die Bevölkerungszahl wuchs zunächst auf 555 Einwohner im Jahre 1869, sank dann auf 486 im Jahre 1890 und erreichte 1910 mit 611 Einwohnern (davon 603 Deutsche) seinen Höchststand. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Marschner, Pörner, Jäger, Böhm, Deutschmann, Görtler, Hantschel, Horn, Hubatschek, Kleinpeter und Puhr.

Einschicht Kreuzbuche
Der Name dieses Ortes auf dem Sattel zwischen dem großen und dem kleinen Ahrenberg hängt mit dem Gefecht bei Hasel 1757 zusammen. Zum Gedächtnis für die dort beerdigten Gefallenen war bald nachher ein Kreuz an einer Buche angebracht worden. Später entstand nahe der Kreuzbuche das bekannte Forsthaus, das zugleich ein Gasthaus war.

Der tschechische Ort Hillův Mlyn (= Hillemühl) gehört heute zusammen mit Dolny Falknov (= Niederfalkenau) zur politischen Gemeinde Kytlice (= Falkenau-Kittlitz). Hillův Mlyn hatte 1961 genau 177 Bewohner. In der Gemeinde Kytlice leben im Jahr 2007 insgesamt 385 Einwohner.

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Johnsbach

Jonsbach: Schule, Preidels Spinnerei, Nieder-Jonsbach, Ober-Jonsbach, Gasthaus des Josef Büchse
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Die Gemeinde Johnsbach im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand ausschließlich aus der Ortschaft Johnsbach. Die Gesamtfläche betrug 533 ha. Die südliche Hälfte des Gemeindegebietes wird von den Tälern des Kamnitzbaches und des Weißbaches eingenommen. Die Häuser von Johnsbach liegen reizend in den beiden von Sandsteinfelsen gesäumten Taleinschnitten z.T. ganz versteckt zwischen Felsvorsprüngen. Die Gemeindefläche wurde zu 54 % landwirtschaftlich und 40 % forstwirtschaftlich genutzt. Im Ort war eine Reihe von Industriebetrieben ansässig, weshalb eine gemischte landwirtschaftlich-gewerbliche Bevölkerungsstruktur gegeben war. Bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46 waren rund 26 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft, 50 % in Industrie und Handwerk und 7 % in Handel und Verkehr tätig.

Johnsbach gehörte stets zur Stadtpfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz; die Matriken sind seit 1630 erhalten. Von 1532 bis 1630 war die Pfarrei evangelisch. Im 14. und 15. Jahrhundert bestand eine Erbrichterei. Von 1406 sind Niclaus der Richter und Methe Meyntschil bekannt. Vom Jahre 1466 ist als Schöppe Mathe Süßig bezeugt.

Der Ort entstand als deutsches Rodungsdorf mit einseitiger Waldhufenanlage und dürfte Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet worden sein. Der Ortsname geht mit Sicherheit auf den Personennamen Johann (John) zurück. Die älteste Nennung ist im Kamnitzer Stadtbuch im Jahre 1380 zu finden und lautet „Janspach“. Die frühesten Nennungen der Johnsbacher Familien sind 1380 Krymkcze, Neukum und Schramm, 1385 Mutze, 1389 Ruter, 1406 Niklaus und „Ilze dy Schulerin”, 1419 Hempel, 1451 Kaube, Kunrat, Kune, Kolditz, Lose, Meißner und Schuler, 1466 Zenker und Süßig, 1478 Menzel, 1489 Schabenstöppen. Aus dem Jahre 1589 ist der Name Andreas Weber, Müller zu Johnsbach, erhalten. 1654 standen 35 Häuser, in denen 15 Bauern-, vier Gärtner- und sechs Häuslerfamilien lebten. In der Steuerrolle aus diesem Jahr sind als Bauern verzeichnet Hackl, Stroppe, Vatter, Heller, Hertzig, Knappe, Michel, Pietsch, Wentzel und Wetzig. 1713 wurden für „Jonßbach” 22 Wirte und 19 Häusler, also zusammen 41 Häuser, registriert. 1787 wurden in „Jonsbach am sogenannten Weißbach” 53 Hausnummern aufgezählt und 1833 standen 70 Häuser, in denen 376 Einwohner lebten. Außerdem gab es eine Schule, eine Mühle und einige Garnbleichen im Ort. Zu dieser Zeit war die Hausweberei stark verbreitet.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde stieg im Jahre 1869 auf 424 und im Jahr 1880 auf 534. Die 500 in den Fabriken beschäftigen Arbeiter kamen großteils von den Nachbarorten. 1934 waren die häufigsten Familiennamen in Johnsdorf Eschler, Michel, Günter, Knappe, Richter, Bendel, Hackel, Karsch, Fiedler, Grams, Hiekisch, Rau und Zeckert.

In das zu Johnsbach gehörende Rabsteiner Felsental wurden im Zweiten Weltkrieg bombensichere Stollen hinein gesprengt, um dort in einem Produktionsbetrieb der Weser-Flugzeugwerke aus Bremen unter Heranziehung von Fremdarbeitern Kampfflugzeuge für die deutsche Luftwaffe herzustellen. Im Herbst 1945 wurde die ehemalige Zwirnerei - die sogenannte Fabrik V - von den Tschechen als Sammellager für Deutsche verwendet, bevor diese in das Aussiedlungslager nach Tetschen-Altstadt kamen; diese Fabrik wurde 1967 abgerissen. Davon zu unterscheiden ist das im Juni 1944 errichtete Barackenlager Rabstein, in welchem KZ-Häftlinge aus Flossenbürg/Bayern untergebracht waren. Dieses Barackenlager lag jedoch nicht auf Johnsbacher, sondern auf Niederkamnitzer Gebiet.

Die heutige tschechische Gemeinde Janská (= Johnsbach) hatte 1961 226 Einwohner, am 28.08.2006 wurden 216 Bewohner gezählt.

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Kaltenbach

Die Gemeinde Kaltenbach im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus den beiden Ortschaften Kaltenbach und Limpach. Von der Häusergruppe „Bachhäuser” (die zu Niederkreibitz im Bezirk Warnsdorf zählten) gehörte ein Haus zur Ortschaft Kaltenbach. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 634 ha. Das Gemeindegebiet wird reizvoll von Bergen und Hügeln eingerahmt. Die nordwestliche Begrenzung bildet der Kreibitzbach, dessen romantisches Felsental hier Paulinengrund genannt wurde. Die Gesamtfläche der Gemeinde wurde zu etwa 50 % landwirtschaftlich genutzt und war zu 44 % bewaldet. Aufgrund ihrer Gebirgslage und der Verkehrsferne hatten die beiden Ortschaften der Gesamtgemeinde ihren bäuerlichen Charakter bis 1945 bewahrt. 42 % der Einwohner lebten von Land- und Forstwirtschaft, 38 % waren in Industrie und Handwerk und 7 % im Bereich Handel und Verkehr beschäftigt. Die Arbeiter fanden ihre Arbeitsplätze hauptsächlich in Böhmisch Kamnitz und Kreibitz.

Kaltenbach und Limpach gehörten stets zum Sprengel der Stadtpfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz. Die Matriken der Stadtpfarrei sind seit 1630 erhalten. Die Limpacher Kapelle zwischen Limpach und Kaltenbach im Waldgrund „Tiefes Loch” gelegen wurde 1733 errichtet und 1894 erneuert. Ursprünglich gehörten die beiden Orte zum Erbgericht von Böhmisch Kamnitz und hatten vom 17. Jahrhundert an bis 1849 wahrscheinlich ein eigenes Dorfgericht.

Kaltenbach
Die Gründung des doppelreihigen Waldhufendorfes Kaltenbach ist um die Mitte des 14. Jahrhunderts durch deutsche Siedler erfolgt. Erst um diese Zeit begann der Ausbau des gebirgigen Teils des Kamnitzer Raumes, nachdem leichter zugängliche Niederungen bereits früher in Nutzung genommen worden waren. Der Ortsname wurde sicherlich vom „kalten Bach” abgeleitet, an dessen Ufern das Dorf entstand. Die älteste Ortsnennung aus dem Jahre 1451 erwähnt einen Nickl Tewsenner in „Kaldenbach” im Kamnitzer Stadtbuch. Nach der Steuerrolle von 1654 bestanden 30 Häuser (13 Bauern, drei Gärtner und 14 Häusler auf Gemeindegrund). Die Namen der 13 Bauern waren Austen, Kral, Krauß(e), Löhnert, Stelzig. Die Halbbauern hießen Austen, Fiedler, Hübel, Kepert, Richter, Stelzig und Zeckert. 1713 wurden in Kaltenbach 18 Wirte und 19 Häusler, also zusammen 37 Häuser, registriert. Am 19. und 20. Juli 1757 fand in der Nähe von Kaltenbach ein Gefecht zwischen preußischen Truppen und österreichischem Militär statt. Für die Gefallenen wurde 1903 ein Kriegerdenkmal errichtet.

1787 wurden 67 Hausnummern genannt und 1833 standen 78 Häuser, in denen 428 Einwohner lebten. 1857 erreichte Kaltenbach mit 554 Personen seine höchste Einwohnerzahl. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 gab es 539 bzw. 392 deutsche Einwohner. Die häufigsten Familiennamen von 1934 waren Stelzig, Worm, Schubert, Austen, Hübel und Simchen.

Limpach
Die Gründung der einreihigen Waldhufenanlage Limpach dürfte zeitgleich mit Kaltenbach in der Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgt sein. Für den Ortsnamen gibt es mehrere Deutungen, häufig wurde er als Lindenbach gedeutet. Nicht auszuschließen ist auch die Erklärung, dass der Name einen Gegensatz zu Kaltenbach ausdrücken sollte und ursprünglich „Lindbach”, also milder Bach, lautete. Als älteste Anzeichen für das Bestehen des Ortes sind die Nennungen der Personennamen „Peter Limpacher” und „Jekel Lympecherz son” im Kamnitzer Stadtbuch in den Jahren 1392 und 1401 zu sehen. Nach der Steuerrolle von 1654 gab es in Limpach acht Häuser (fünf Bauern und drei Häusler auf Gemeindegrund). Die Namen der Bauern lauteten Eschler, Hübel, Löhnert, Palme und Schiffner. 1713 zählte „Limbach” neun Häuser, vier Einwohner waren „Landgänger”, also Hausierer. Überliefert ist, dass Kaiser Joseph II. auf seiner Nordböhmenreise 1779 in Limpach Streu gehackt hat. 1787 hatte der Ort 17 Hausnummern und 1833 gab es 23 Häuser und 152 Einwohner. Nach den Volkszählungen von 1869 und 1890 wohnten in Limpach jeweils 141 Personen und 1910 waren es 144 Personen. Die häufigsten Familiennamen in Limpach waren 1934 Schiffner, Rehnelt, Richter, Schiefner und Stelzig.

Die tschechischen Ortschaften Studený (= Kaltenbach) und Lipnice (= Limpach) bildeten zunächst zusammen mit den Ortschaften Kunratice (= Kunnersdorf) und Líska (= Hasel) die politische Gemeinde Kunratice. Líska wurde später in die Stadt Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz) eingemeindet. 1961 hatten Studený 39 und Lipnice 29 Einwohner. In der gesamten Gemeinde Kunratice waren am 28.08.2006  256 Bewohner registriert.

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Kamnitz-Neudörfel

Die Gemeinde Kamnitz-Neudörfel im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus den Ortschaften Kamnitz-Neudörfel mit der abseitig gelegenen Lochmühle sowie Walddörfel. Die Gesamtfläche betrug 168 ha, wovon Walddörfel 50 ha umfasste. Das Gemeindegebiet wird von einem Bergland eingenommen, das von Sandstein und sandigen Böden beherrscht wird, aber teilweise auch lehmig ist. Rund 70 % der Flächen wurden landwirtschaftlich genutzt und rund 25 % entfielen auf Wald. Die Einwohner waren zu 20 % in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. 61 % gehörten dem Wirtschaftsbereich Industrie und Handwerk an, ein großer Teil der Arbeiter fand in den Rabsteiner Baumwollspinnereien Beschäftigung. Mit Handel und Verkehr verdienten 10 % der Einwohner ihr Einkommen.

Kamnitz-Neudörfel war möglicherweise ursprünglich zur Stadt Kamnitz eingepfarrt. Anfang des 19. Jahrhunderts und wahrscheinlich schon lange davor gehörte es zur Pfarrei St. Martin in Markersdorf. Walddörfel wurde gleich bei seiner Gründung zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Pfarrei Markersdorf zugewiesen. Die Matriken sind für beide Orte seit 1628 (Taufen) bzw. 1647 (Trauungen und Sterbefälle) vorhanden. Trotz seiner geringen Größe hatte Kamnitz-Neudörfel von Anfang an ein Erbgericht, wie dies aus einer Erwähnung im Kamnitzer Stadtbuch von 1387 hervorgeht. Später bestand bis zum 19. Jahrhundert eine Ortsrichterei. Im Jahre 1849 wurde Kamnitz-Neudörfel zunächst der Gemeinde Markersdorf angegliedert, aber bereits 1875 zur selbständigen politischen Gemeinde erhoben. Walddörfel wurde 1849 ebenfalls der Gemeinde Markersdorf zugeteilt. 1891 gelangte es aber zur Gemeinde Freudenberg und wurde schließlich Ende der 1920er Jahre zur Gemeinde Kamnitz-Neudörfel umgegliedert.

Kamnitz-Neudörfel wurde vermutlich Anfang bis Mitte des 14. Jahrhunderts als kleine deutsche Rodungssiedlung mit einreihiger Waldhufenanlage gegründet. Der Ortsname deutet darauf hin, dass es sich um eine von der Stadt Kamnitz aus veranlasste Ansiedlung handelte. Bei seiner ersten Nennung 1387 wurde es „Nuendorff” genannt. 1450 kaufte Peter Heyne einen Bauernhof von Jocuf Petirlein. 1654 lebten die drei Bauern Wetzig, Kreibich und May im Dorf. 1713 waren ebenfalls drei Wirte ansässig, die alle Kreibich hießen. 1787 hatte der Ort 40 Häuser und 1833 wohnten 372 Einwohner in 59 Häusern. 1863 erbaute der Großindustrielle Franz Preidl eine Baumwollspinnerei, die später als „Fabrik II” der Rabsteiner Fabriken bezeichnet wurde. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 lebten 477 bzw. 380 durchwegs deutsche Einwohner in der Gemeinde.

Die häufigsten Familiennamen in Kamnitz-Neudörfel waren 1934 Kreibich, Kögler, Michel, Töpfer, Fliegel, Heller, Hölzel, Langer, Fürtig, Gautsch, Hoffmann, Karsch, Knobloch, Laube, Leipold, Lindner, Marschner, Seidel, Vater, Weber und Weigelt.

Walddörfel
Walddörfel wurde erst 1701 gegründet, möglicherweise im Zusammenhang mit der Errichtung des Meierhofes im nahe gelegenen Kamnitz-Neudörfel. 1787 gab es 16 Häuser im Ort, 1833 schon 22 Häuser mit 136 Einwohnern. 1869 waren es 148 und 1890 schließlich 148 Einwohner. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Liebsch, Kögler, Richter, Schindler und Schubert.

Die heutigen Ortschaften Kamenická Nová Viska (= Kamnitz-Neudörfel) und Viska pod Lesy (= Walddörfel) gehörten mit dem Ort Veselé (= Freudenberg) zunächst zur politischen Gemeinde Veselé. Später wurden Kamenická Nová Viska und Viska pod Lesy von der politischen Gemeinde Veselé abgetrennt und in die Stadt Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz) eingemeindet.  

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Kunnersdorf

Die Gemeinde Kunnersdorf im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand allein aus der Ortschaft Kunnersdorf. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 721 ha. Das Gemeindegebiet liegt in einem bergigen Gelände, in welches die Talmulde des Weißbaches mit der Ortschaft Kunnersdorf eingebettet ist. In den äußersten Nordwesten reichen Sandstein-Felspartien der Nebentäler des Kreibitzbaches. Die Gemeindefläche von Kunnersdorf war zu 55 % landwirtschaftlich genutzt worden und zu 40 % von Wald bedeckt. Wegen des Fehlens von eigenen Industriebetrieben war der Ort bis 1945 ein Bauerndorf geblieben, diente aber auch als Wohnort für zahlreiche außerhalb beschäftigte gewerbliche Arbeitnehmer. Über 35 % der Einwohner lebte bis 1945 von Land- und Forstwirtschaft, 44 % fanden in Industrie und Handwerk und 7 % im Bereich Handel und Verkehr ihre Existenzgrundlage.

Kunnersdorf gehörte stets zur Pfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz. Die Matriken sind, wie alle Kamnitzer Kirchenbücher, seit 1630 erhalten. Mit der Stadtpfarrei in Böhmisch Kamnitz war Kunnersdorf von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1630 lutherisch. In den ersten Jahrhunderten seines Bestehens besaß Kunnersdorf ein Erbgericht, später bestand bis 1850 eine Dorfrichterei. Der erste Richter Michil wurde 1385 und 1389 im Kamnitzer Stadtbuch erwähnt.

Der Ort ist wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als doppelseitiges Waldhufendorf von deutschen Siedlern gegründet worden. Der Ortsname ist eindeutig aus der alten, bei der Gründung eingeführten Form „Kunratsdorf” entstanden, wie die älteren Schreibungen ersehen lassen. Wahrscheinlich trug der Lokator der Ortschaft den Personennamen Kunrat (= Konrad). Die älteste bekannte Erwähnung ist diejenige von 1380, wo im Kamnitzer Stadtbuch ein Nicze Tile (= Niklas Tille) von „Cunradstorf” mehrmals erwähnt ist. Die ältesten überlieferten Familiennamen sind durchwegs deutsche und im Kamnitzer Stadtbuch aufgeführt: Michel (bzw. Michil der Richter 1385 und 1389), Lehmann (1471) und Rollbusch (1482). Der Name Eschler ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt. 1654 bestand Kunnersdorf aus 35 Häusern, in denen 20 Bauern-, eine Gärtner- und zwölf Häuslerfamilien auf Gemeindegrund und zwei Häuslerfamilien auf Bauerngrund wohnten. Die Familiennamen der Steuerrolle von 1654 lauteten für die Bauern Eschler, Bittner, Büchse, Knappe, Knechtl, Krauß, Richter, Vatter und Weinschner. Die zehn Halb-Bauern hießen Eschler, Bittner, Engl, Fiedler, Lößl und Weinschner. 1713 gab es 23 Wirte und 18 Häusler - zusammen somit 41 Häuser im Ort. Außerdem wurde eine Mühle erwähnt, die vermutlich mit derjenigen schon 1478 und 1484 bezeugten Mühle (mit einem Mühlrad) identisch ist. 1757 fanden ganz in der Nähe von Kunnersdorf, aber schon auf dem Gebiet von Hasel, heftige Kämpfe zwischen preußischem und österreichischem Militär statt. 1787 standen in Kunnersdorf bereits 69 Häuser. Von 1833 sind 84 Wohngebäude mit 499 Einwohnern überliefert. 1869 wurden 564, 1890 genau 522 und 1910 noch 501 deutsche Einwohner gezählt. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Eschler, Schiefner, Tschinkel, Zeckert, Knechtel, Fiedler, Hickisch, Kreibich, Bendel, Hantschel, Kasper, Michel, Vater und Zekert.

Die heutige tschechische Gemeinde Kunratice (= Kunnersdorf) hatte 1961 238 Einwohner, am 28.08.2006 waren es nur noch 256 Menschen. Zur politischen Gemeinde Kunratice gehören heute auch die Ortschaften Studený (= Kaltenbach) und Lipnice (= Limbach).

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Markersdorf

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Die Gemeinde Markersdorf im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Markersdorf und einem Haus in Freudenheim (Gemeinde Freudenberg). Das früher 855 ha umfassende Gemeindegebiet dehnt sich beiderseits des Absbaches aus, dessen Talmulde von Nordosten nach Südwesten verläuft. Die Gesamtfläche der Gemeinde wurde zu 80 % landwirtschaftlich genutzt. Auf Wald entfielen 12 %. Markersdorf war bis 1945 ein großes Bauerndorf, in dem 24 % der Bewohner von der Land- und Forstwirtschaft lebten. In Industrie und Handwerk waren 40 % und im Bereich Handel und Verkehr 20 % der Einwohner beschäftigt. In Markersdorf selbst gab es aber nur ein produzierendes Kleingewerbe, die in der Industrie beschäftigten Arbeitnehmer pendelten meist nach Böhmisch Kamnitz, Rabstein und Bensen zur Arbeit.

Die Markersdorfer Pfarrei St. Martin wurde wahrscheinlich gleichzeitig mit der Gründung des Dorfes im 13. Jahrhundert eingerichtet. Urkundlich tritt sie ab 1352 als „Marquardi villa” durch die Erwähnung in den Papstzehentregistern in Erscheinung. Nach der evangelischen Periode ab 1565 (vielleicht sogar schon seit 1530) soll die Rekatholisierung ab 1624 auf große Widerstände gestoßen sein, weshalb die Pfarrei zeitweise von Bensen aus administriert wurde. Der Pfarrsprengel umfasste außer Markersdorf die Ortschaften Freudenberg, Freudenheim, Kamnitz-Neudörfel und Walddörfel. Von 1788 bis 1853 gehörte auch die Expositurkirche der Ortschaft Gersdorf samt den anteiligen Häusern von Lerchenthal dazu. Auch die Pfarrei Güntersdorf wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg bis zur Wiedererlangung ihrer Selbständigkeit 1725 von Markersdorf aus kirchlich verwaltet. Die Traumatriken sind seit 1628, die Trauungs- und Sterbematriken seit 1647 erhalten. Die in den 1960-er und 1970-er Jahren stark verfallene Kirche St. Martin wurde bis 2006 weitgehend wieder hergestellt.

Aus dem Jahre 1471 ist das Bestehen eines Erbgerichtes überliefert, zu dem auch Freudenberg gehörte. Der damalige, im Kamnitzer Stadtbuch genannte Richter hieß Michael Bolcz. Später, vermutlich ab dem 16. Jahrhundert, hatte das zur Thun`schen Herrschaft Groß-Markersdorf gehörende Dorf einen Ortsrichter. Mindestens seit dem 16. Jahrhundert hatte Markersdorf auch den Status eines Marktes und aus der Dorfruge von 1565 geht hervor, dass der Ort das Recht auf Abhaltung von zwei Jahrmärkten besaß; um 1680 ging das Marktrecht zur Zeit des damaligen Bauernaufstandes verloren.

Von 1588 ist das Gemeindewappen überliefert. Es zeigt ein Rad mit Stab (als Zeichen der Gerichtsbarkeit), zwei Speere, zwei Eberklauen und einen Eberkopf (als Jagdsymbol mit dem Bezug auf den Ebersbach = Absbach). Die letzte Hinrichtung erfolgte 1747 im Ort. Im Jahre 1849 wurde aus Markersdorf, Freudenberg, Freudenheim und Walddörfel eine politische Gemeinde gebildet, welche die Bezeichnung „Freudenberg” trug. 1888 kam es zur Loslösung und Verselbständigung Freudenbergs, dem 1890/91 auch noch 62 Ober-Markersdorfer Häuser abgetreten werden mussten (bis 1945 waren in Markersdorf die Hausnummern 127 bis 190 nicht vorhanden).

Die Gründung von Markersdorf erfolgte wahrscheinlich bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als deutsche Rodungssiedlung mit zweireihiger Waldhufenanlage. Die Erstnennung des Ortes stammt schon von 1281. Vermutlich erfolgte die Gründung durch den langjährigen Burggrafen Markward auf Tetschen (1197 – 1230). Die ältesten überlieferten Familiennamen von Markersdorf sind von 1471 Bolcze, Knothe, Acker, Knechtel, Ölschlager, Weygmann und Eberhard, 1562 Füger, 1565 Hauptmann, Lerche und Pompe, 1571 Bittner, 1635 Ungar und 1637 Preidel. In der Steuerrolle von 1654 hatte Markersdorf, das auf vier verschiedene Gutsherrschaften aufgeteilt war, 113 Häuser; der größte Teil befand sich beim (1) Gut „Rotenhof” mit 58 Häusern. Es folgten (2) das Gut „Unterer Favoritenhof” mit 29 Häuser, (3) das Gut „Hirschhof” mit 18 Häuser und (4) der Anteil des 1518 entstandenen Freudenberger „Oberer Favoritenhof”, der acht Häuser umfasste. Die 29 Bauern hießen 1654 Gautsch, Bendel, Burkhard, Fiebiger, Füger, Hauptmann, Jahnel, Knechtel, Kreibich, Preidel, Ullrich, Vogel und Werner (für den Rotenhof) sowie Bendel, Bittner, Grasse, Hedl (?), Knechtel, Michel, Pompe, Schiefner und Süßig (für den unteren Favoritenhof) und Füger, Hübner, Rößler und Werner (für den Hirschhof). 1667 wurde das Gut „Unterer Favoritenhof” und 1668 das Gut „Hirschhof” mit dem Gut „Rotenhof” vereinigt und daraus die Herrschaft Groß-Markersdorf gebildet. 1713 war die Ortschaft Markersdorf auf 181 Häuser (einschließlich der Häuser des zum Gut Freudenberg gehörenden Teils sowie der drei Häuser in Ober-Ebersdorf) angewachsen. Die Familiennamen der Bauern lauteten 1713 in Unter-Markersdorf Gautsch, Fieber, Füger, Grohmann, Hauptmann, Jahnel, Knechtel, Kühnel, Michel, Preidel, Schicht und Ullrich. In Ober-Markersdorf hießen die Bauern Pompe, Bittner, Ahne, Bendel, Böhme, Füger, Hocke, Keßler, Rettig, Rößler, Sehackel und Süßig.

1787 standen 168 Häuser, zu denen weitere 34 beim Gut Klein-Markersdorf befindliche Häuser zu zählen waren. 1833 hatte Markersdorf 299 Häuser und 1.816 Einwohner. Bei der Volkszählung von 1857 erreichte Markersdorf mit 2.126 Einwohnern seinen höchsten Bevölkerungsstand. 1869 waren es noch 1.976 und 1890 schließlich 1.760 Einwohner in 336 Häusern. 1900 wurden 252 Häuser und 1.263 Einwohner gezählt. Die häufigsten Familiennamen in Markersdorf waren 1934 Jahnel, Füger, Knothe, Schicht, Hauptmann, Michel, Thöner, Ritschel, Schmied, Bendel, Fritsch, Starch (oder Storch bzw. Störch), Eschrich, Fürtig, Hegenbarth, Neumann, Paudler, Richter und Schiffner bzw. Schiefner.

Aus Markersdorf stammen die Vorfahren des österreichischen Ministers und dreimaligen österreichischen Ministerpräsidenten Baron Dr. Paul Gautsch von Frankenthurn (1851 – 1918), einem besonderen Vertrauten des Kaisers Franz Joseph I.

Rotenhof
Dieses Gut mit Meierhof ist etwa ebenso alt wie der „Untere Favoritenhof” (im Oberdorf). Außer dem Gutshof bestand schon seit dem 15. Jahrhundert ein Herrenhaus, welches 1568 neu erbaut wurde. Seit dieser Zeit kam der Name „Roter Hof” in Gebrauch, wahrscheinlich als Unterscheidung zum „Weißen Hof” im benachbarten Ober-Ebersdorf. 1625 wurde im Rotenhof bei einem Bauernaufstand der Grundherr Otto Heinrich von Wartenberg mit seiner Frau erschlagen. 1631 übernahm die Familie Thun das Gut. Das 1788 abgebrannte Bräuhaus war nach seinem Wiederaufbau bis 1875 in Betrieb. In der Steuerrolle von 1654 lautete die Bezeichnung „Gut Markersdorf, 1. Teil”.

Unterer Favoritenhof
Der Hof lag an Stelle des späteren Gasthauses „Wegschmiede” Nr. 123. Die Bezeichnung lässt vermuten, dass es sich am Anfang um den Sitz eines „Günstlings” handelte. Der „Untere Favoritenhof”, auch (nach späteren Besitzern) Rechenberghof benannt, wurde 1654 als „Gut Markersdorf, 2. Teil” bezeichnet.

Hirschhof
Dieser Rittersitz war 1518 für Siegmund von Luttitz vom Hauptsitz abgespalten worden. Der Meierhof stand an Stelle des späteren Gasthauses „Neuschenke” Nr. 122. Der Hirschhof wurde 1654 als „Gut Markersdorf 4.Teil” bezeichnet.

Freudenhöfel
Als „Gut Markersdorf, 3. Teil” nennt die Steuerrolle von 1654 das Freudenhöfel (später zur Gemeinde Freudenberg gehörend. Dieser ehemalige Rittersitz, der 1518 aus einem Meierhof für Christoph von Luttitz geschaffen worden war, gehörte 1654 Anna von Czeyka (Freudenberg 1. Teil) bzw. Samuel Matthesius von Hostinny (Freudenberg 2. Teil). 1705 gelangte das „Höfel” an die Grafen Thun, die es dem Gut Scharfenstein zuteilten.

Die tschechische politische Gemeinde Markvartice (= Markersdorf) hatte 1961 insgesamt 632 Bewohner. Am 28.08.2006 lebten 627 Menschen im Ort.

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Niederfalkenau

Die Gemeinde Niederfalkenau im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand ausschließlich aus der Ortschaft Niederfalkenau. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 899 ha. Die Gemeinde am rechten Bachufer des Kamnitzbaches grenzt unmittelbar an die auf der linken Seite des Kamnitzbaches gelegene Ortschaft Falkenau (= Gemeinde Falkenau-Kittlitz im Kreis Böhmisch Leipa), aus der Niederfalkenau ursprünglich hervorging und mit dieser in vieler Hinsicht verbunden war. Gut 90 % des Gemeindegebietes war bewaldet und nur unbedeutende Flächen wurden landwirtschaftlich genutzt. Niederfalkenau hatte von Anfang an eine gewerbliche Berufsstruktur. 1939 lebten nur 9 % der Einwohner von der Land- und Forstwirtschaft, dagegen über 60 % von Industrie und Handwerk und 9 % von Handel und Verkehr.

Niederfalkenau gehörte bei seinem Ausbau im 17. Jahrhundert zunächst zu der in Ober-Preschkau bestehenden Expositurkirche St. Peter und Paul, welche der Pfarrei Steinschönau angegliedert war. Als 1786 in Falkenau eine Filialkirche von Ober-Preschkau erbaut wurde, kam Niederfalkenau in deren Zuständigkeitsbereich. Bald folgte die Umgliederung zur Filiale Blottendorf (= Herrschaft Bürgstein). 1849 wurde Falkenau eine selbständige Pfarrei. Die Pfarrkirche Hl. Antonius von Padua wurde 1786 bis 1788 auf Veranlassung des aus Falkenau stammenden Bischofs von Neapel, Anton Bernhard Gürtler, erbaut. Die Matriken sind durchwegs seit 1782 erhalten. Möglicherweise sind auch in den seit 1671 vorhandenen Kirchenbüchern von Ober-Preschkau ältere Eintragungen für Niederfalkenau zu finden.

Im 18. Jahrhundert hatte Niederfalkenau zusammen mit Hillemühl ein gemeinsames Ortsgericht, das sich lange Zeit in Hillemühl befand. 1849 wurde (Nieder-) Falkenau der politischen Gemeinde Hillemühl angegliedert und erhielt 1914 die Selbständigkeit. 1917 wurde der Ortsname Falkenau geändert in Niederfalkenau. Der Name könnte auf den Personennamen Valentin zurückgehen.

Niederfalkenau ist als Siedlungserweiterung der bereits seit Anfang des 15. Jahrhunderts bestehenden Ortschaft Falkenau (zur Herrschaft Bürgstein gehörend und ab 1850 Bezirk bzw. Kreis Böhmisch Leipa) entstanden. Mindestens seit Anfang des 17. Jahrhunderts standen nördlich des ursprünglichen Falkenau zwei Häuser, die den Anfang des späteren Niederfalkenau darstellten. Ab 1668 setzte der Ausbau des Ortes ein. 1713 standen 17 Häuser im Dorf Hillemühl-Falkenau. Wieviel davon auf das spätere Niederfalkenau entfielen, ist nicht angegeben. Für 1725 ist die Zahl von neun Häusern eindeutig für Niederfalkenau feststellbar. Die Familiennamen der damaligen Hausbesitzer lauteten Grohmann, Kühnel, Matzel, Pilz, Streit und Zinke. 1787 ist Niederfalkenau nicht eigens ausgewiesen, sondern wahrscheinlich in den 46 Häusern von „Hüllemühl” enthalten. 1833 ist die „Kamnitzer Seite” von Falkenau (also das spätere Niederfalkenau) mit 37 Häusern und 357 Einwohnern verzeichnet. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 wies die damals der Gemeinde Hillemühl zugehörige Ortschaft Falkenau (ab 1917 Niederfalkenau) 341 bzw. 400 deutsche Einwohner auf. Bis 1910 war die Einwohnerzahl in Niederfalkenau auf 602 gestiegen - offensichtlich eine Folge von neu gegründeten Glashütten im benachbarten Falkenau-Kittlitz. Die häufigsten Familiennamen in Niederfalkenau waren 1934 Endler, Melzer, Schier, Wenzel, Brosche, Donath, Grohmann, Heinrich, Kürschner, Pilz und Tlusty.

Die Ortschaft Dolný Falknov (= Niederfalkenau) gehört heute zusammen mit Hillův Mlyn (= Hillemühl) und Kytlice (= Falkenau-Kittlitz) zur politischen Gemeinde Kytlice. 1961 hatte die Ortschaft Dolný Falknov 110 Einwohner. Die gesamte Gemeinde Kytlice besteht 2007 aus 385 Bewohnern. 

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Niederkamnitz

Die Gemeinde Niederkamnitz im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus den Ortschaften Niederkamnitz, Philippsdorf und Henne (auch Henneberg genannt). Vom letzteren zu unterscheiden ist der angrenzende Ortsteil von Böhmisch Kamnitz gleichen Namens. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 538 ha. Das Gemeindegebiet wird nördlich des Kamnitzbaches von einem anmutigen Hügelland eingenommen. Es überwiegen (wegen der Lage am Südrand des Elbsandsteingebirges) sandige Böden; nur einige der aufragenden Berge (als Ausläufer des böhmischen Mittelgebirges) bestehen aus Basalt. Die landwirtschaftliche Nutzung nahm 75 % der Gemeindefläche ein, auf Forsten entfielen rund 20 %. Die wirtschaftliche Struktur von Niederkamnitz hatte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Zunahme der Industrialisierung zu Lasten der Landwirtschaft stark gewandelt. Etwa 15 % der Einwohner lebten von der Land- und Forstwirtschaft, knapp 60 % von Industrie und Handwerk und gut 11 % von Handel und Verkehr.

Die Ortschaft Niederkamnitz gehörte stets zur Stadtpfarrei St. Jakob der Ältere in Böhmisch Kamnitz. Auch die Ortschaften Henne und Philippsdorf wurden nach ihrer Gründung im 17. bzw. 18. Jahrhundert nach Böhmisch Kamnitz eingepfarrt. Die Matriken für die gesamte Gemeinde sind seit 1630 erhalten, jedoch mit Lücken zwischen 1714 und 1735. Niederkamnitz gehörte seit seiner Gründung zum Erbgericht und später zum Stadtgericht Böhmisch Kamnitz. Von 1648 bis 1849 hatte Niederkamnitz ein eigenes Ortsgericht, zu dem auch Oberkamnitz gehörte. 1849 wurde Niederkamnitz einschließlich Philippsdorf und Henne eine selbständige Gemeinde. 1943 wurde diese Gemeinde zusammen mit Oberkamnitz der Stadt Böhmisch Kamnitz eingegliedert.

Niederkamnitz
Der Ort dürfte als westlicher Teil des großen Dorfes Kamnitz entstanden sein, das in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als deutsches zweireihiges Waldhufendorf entlang des Kamnitzbaches gerodet worden war. Als um 1260 der mittlere Teil der Gesamtsiedlung zur Stadt erhoben wurde, blieb Niederkamnitz außerhalb der neuen Stadt und entwickelte sich zur selbständigen Ortschaft – genauso wie der östliche Teil der Siedlung – das spätere Oberkamnitz. Der Ortsname Kamnitz dürfte vom Gewässernamen des Kamnitzbaches übernommen worden sein, der soviel wie „Steinbach” bedeutet (slawisch „kamen” = Stein). Vermutlich bezieht sich die Erwähnung in den Libri erectionum von 1393 „in dem Dorfe am Ende” auf Niederkamnitz. In der Hoflehentafel kommt 1457 „kempnicz inferior” (= niederes Kamnitz) vor. 1654 standen zwölf Häuser; die Bauern hießen Knappe, Lehnert, Hickisch und Arlt. 1713 gab es 15 Häuser, die Namen der Bauern lauteten Knappe, Hickisch, Arlt, Fiedler, Hackel und Lehnert. 1787 gab es für „Unter Kamnitz” 58 Häuser (ohne die inzwischen entstandenen Orte Henne und Philippsdorf), 1833 waren es 63 Häuser und 431 Einwohner. Durch die industrielle Entwicklung im Ort selbst und im nahen Böhmisch Kamnitz begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein schnelles Wachstum. Die Volkszählungen von 1869 und 1890 ergaben 591 bzw. 786 Einwohner. Seinen höchsten Bevölkerungsstand erreichte Niederkamnitz 1910 mit 1.064 Einwohnern. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Michel, Günther, Fiedler, Knappe, Kunert, Peißig, Ahne, Bendel, Hackel, Knechtel, Lehnert, Neider, Schmidt, Seidel, Ubmann (Uhmann ?) und Wertner.

KZ Rabstein
Im Juni 1944 war auf Niederkamnitzer Gebiet in der Nähe der Preidel'schen Fabrik Rabstein I das Barackenlager Rabstein errichtet worden, in welchem etwa 600 aus Flossenbürg/Bayern verlegte KZ-Häftlinge untergebracht waren, die zu Arbeiten der Weserflugzeugwerke herangezogen wurden. In der Zeit von Mai 1945 bis 15. April 1946 waren in diesen Baracken, dem „KZ Rabstein”, viele Deutsche inhaftiert und von Tschechen zum Teil schwer misshandelt worden.

Henne oder Henneberg
Der älteste Beleg für die Ortschaft ist eine Geländebezeichnung vom Jahre 1720 „die Henne”. 1781/82 heißt es „Hennedörfl” und „Harrach'sche Henne” (wahrscheinlich zum Harrachhof in Freudenberg gehörend). 1787 hatte der Ort 40 Häuser und 1833 46 Häuser mit 286 Einwohnern. 1869 lebten 63 und 1880 123 Einwohner in Henne. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Knobloch, Lösel, Pech, Purkert und Werner.

Philippsdorf
Philippsdorf wurde 1733 vom Grafen Philipp Joseph Kinsky rund eineinhalb Kilometer nördlich von Niederkamnitz gegründet. Für 1747 ist der Müller und Ortsrichter Siegmund Eschler benannt. 1787 hatte der Ort 49 Häuser, 1833 bereits 55 Häuser mit 333 Einwohnern. 1848 lebten 354, 1869 289, 1890 dann 276 und 1910 noch 263 Menschen im Dorf. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Michel, Zeckert, Büchse, Eschler, Fiedler, Hiekisch und Richter.

Die Eingemeindung von Niederkamnitz in die Stadt Kamnitz wurde auch in der tschechischen Gemeinde nach 1945 beibehalten. 1961 hatten die zu Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz) gehörenden Ortschaften Dolní Kamenice (= Niederkamnitz) 799, Huníkov (= Henne) 67 und Filipov (= Philippsdorf) ebenfalls 67 Einwohner.

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Oberkamnitz

Die Gemeinde Oberkamnitz im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Oberkamnitz und dem Ortsteil Fabeldörfel. Von 1849 bis kurz vor 1900 hatte auch die Ortschaft Füllerdorfel dazugehört, die dann zur Gemeinde Nieder-Preschkau umgegliedert wurde. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 538 ha. Das Gemeindegebiet ist überwiegend bergig und wird vom Kamnitzbach in zwei Teile gegliedert. Der nördlich des Baches gelegene kleinere und steilere Teil erreicht eine Meereshöhe von 457 m und wird von Wald dominiert, der von Sandsteinfelsen durchsetzt ist. Im südlichen, größeren Gemeindeteil steigen die Hänge allmählicher an und hier erstrecken sich die Wirtschaftsstreifen der Bauernhöfe. Überragt wird dieses Gelände von dem 544 m hohen Kamnitzer Schlossberg. Die Gesamtfläche der Gemeinde wurde bis 1945 zu 50 % landwirtschaftlich genutzt und war zu 40 % bewaldet. Das Dorf gehörte zu den stark industrialisierten Gemeinden des Kreises Tetschen, denn 65 % der Bevölkerung lebte 1939 von industriellen und handwerklichen Berufen. Knapp 7 % gehörten dem Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft an und 10 % waren im Bereich Handel und Verkehr beschäftigt.

Das Gebiet der Gemeinde Oberkamnitz gehörte stets zur Stadtpfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz. Die Matriken sind seit 1630 erhalten – mit Lücken zwischen 1714 und 1735. Nördlich von Oberkamnitz wurde in stiller Waldeinsamkeit die Andachtsstätte „Brüderaltar” errichtet, der in der Reformationszeit den katholisch Gebliebenen zu heimlichen Zusammenkünften und Andachten gedient hatte. Seit seiner Gründung gehörte der Ort zum Erbgericht und später zum Stadtgericht von Böhmisch Kamnitz. Wahrscheinlich bezieht sich die Eintragung im Kamnitzer Stadtbuch aus dem Jahre 1393 „oben in dem Dorfe” auf Oberkamnitz als älteste Nennung. Von 1648 bis 1849 hatte Oberkamnitz zum Dorfgericht in Niederkamnitz gehört. 1849 wurde der Ort einschließlich dem neuen Ortsteil Fabeldörfel und der Ortschaft Füllerdörfel eine eigene selbständige Gemeinde. Füllerdörfel hatte zuvor zu Nieder-Preschkau gehört und wurde 1899 wieder von Oberkamnitz getrennt und der Gemeinde Nieder-Preschkau erneut zugewiesen. 1943 wurde Oberkamnitz (zusammen mit Niederkamnitz) in die Stadt Böhmisch Kamnitz eingegliedert.

Oberkamnitz
Der Kamnitzer Schlossberg mit der Ruine der mittelalterlichen Burg Kempnitz befindet sich im Gemeindegebiet von Oberkamnitz (Beschreibung bei Böhmisch Kamnitz). Oberkamnitz dürfte als östlicher Teil des großflächigen Dorfes Kamnitz in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als deutsches zweireihiges Waldhufendorf entlang des Kamnitzbaches entstanden sein. Als um 1260 der mittlere Teil der Gesamtsiedlung zur Stadt erhoben wurde, blieb Oberkamnitz außerhalb der Stadt und entwickelte sich zu einer selbständigen Ortschaft. Der Ortsname „Kamnitz” wurde von dem Gewässernamen des Kamnitzbaches übernommen und bedeutet soviel wie „Steinbach” (aus dem slawischen „kamen” = Stein). 1416 lautet ein Hinweis auf den Ort „in dem obersteyn Dorffe zu Kemnitz”; die Hoflehentafel benennt 1457 „kempnicz superior” (= das obere Kamnitz). 1654 standen 17 Häuser. Die Namen der 13 Bauern (neben vier Häuslern) lauteten Hiekisch, Knechtel, Hille, Krauß, Kreibich, Limpächer, Röhnert, Terme, Vatter und Wenzel. 1713 hatte Oberkamnitz 36 Häuser. Die Bauernfamilien hießen Knechel, Limpächer, Beitlich, Krauße, Wenzel und Böhme. 1787 gab es 79, 1833 113 Häuser mit 720 Einwohner.

Füllerdörfel
Seit dem Jahr 1832 entstand auf den Gründen des ehemaligen Füllergutes in Oberkamnitz die neue Ortschaft Füllerdörfel, die 1849 in die politische Gemeinde Oberkamnitz einbezogen, aber um die Wende zum 20. Jahrhundert nach Nieder-Preschkau umgemeindet wurde. Füllerdörfel hatte 1869 17 Häuser und 139 Einwohner. 1890 standen 20 Häuser, in denen 173 Einwohnern lebten.

Fabeldörfel
Vermutlich entstand dieser Ortsteil ab 1840. Namengebend war offenbar der Fabelsberg (vielleicht Fabiansberg) südlich von Oberkamnitz, in dessen Nähe die neue Ansiedlung entstand. Ein Teil von ihr steht in der Steinschönauer Gemarkung, weshalb Steinschönau auch einen Ortsteil Fabeldörfel hatte, der im örtlichen Sprachgebrauch „Neue Welt” genannt wurde. 1890 hatte das Oberkamnitzer Fabeldörfel zwölf Häuser mit 88 Einwohnern, 1910 13 Häuser mit 113 Einwohnern.

Die Einwohnerzahl von Oberkamnitz entwickelte sich infolge der Industrialisierung im Ort selbst und im benachbarten Böhmisch Kamnitz seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg stetig aufwärts. 1869 lebten 738, 1890 schon 849 und 1910 dann 1.197 Einwohner in der Gemeinde (ohne Füllerdörfel und einschließlich Fabeldörfel). Die häufigsten Familiennamen in Oberkamnitz waren 1934 Ritschel, Wenzel, Eschler, Kunig, Weber, Bauer, Beitlich, Fiedler, Finke, Girschik, Gürtler, Knothe, Kny, Krause, Kreibich, Langer, Milan, Richter, Schiffner, Scholze, Seidel, Stanka, Ullrich, Winkler und Wolf.

Das heutige Horní Kamenice (= Oberkamnitz) gehört seit 1943 zur Stadt Česka Kamenice (= Böhmisch Kamnitz). 1961 hatte Horní Kamenice als Ortsteil 794 Einwohner.

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Rennersdorf

Rennersdorf: Knechtels Gasthof   Rennersdorf
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Die Gemeinde Rennersdorf im Gerichtsbezirk Böhmisch Kamnitz bestand aus der Ortschaft Rennersdorf und dem einschichtig gelegenen Ortsteil „Balzhütte”, der sich aus Jagdschloss, Forsthaus und Schankwirtschaft zusammen setzte. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 773 ha. Das Gemeindegebiet nimmt ein von Süden nach Norden leicht an Höhe gewinnendes Hügelland ein, das von zahlreichen Sandsteinfelsbildungen geziert ist und zu der an die „Dittersbacher Schweiz” östlich anschließende „Daubitzer Schweiz“ gehört. Die Südgrenze bildet im wesentlichen der tief eingeschnittene Kreibitzbach, der hier den Anfang des romantischen Paulinen-Grundes bildet. Die Ostgrenze war gleichzeitig die Grenze zum Kreis Rumburg. 83 % der Gemeindefläche war bewaldet, 10 % entfiel auf landwirtschaftliche Nutzung. 7 % waren unproduktive, meist felsige Flächen. Rennersdorf hatte seinen kleinbäuerlichen Charakter bis 1945 erhalten, der Anteil der von Land- und Forstwirtschaft lebenden Bevölkerung war mit 44 % recht hoch. In Industrie und Handwerk waren 39 % und in Handel und Verkehr rund 4 % der Einwohner tätig. Die im Ort wohnenden Industriearbeiter gingen nach Kreibitz und Böhmisch Kamnitz zur Arbeit.

Kirchlich gehörte Rennersdorf wahrscheinlich schon seit seiner Gründung zur Stadtpfarrei St. Jakob in Böhmisch Kamnitz. 1787 wurde der Ort nach Dittersbach eingepfarrt. Die Matriken sind, wie alle Kirchenbücher von Böhmisch Kamnitz, seit 1630 erhalten. Um 1800 wurde die Ortskapelle St. Prokop als Felsenkapelle an der Straße nach Dittersbach erbaut.

Die Ortschaft ist wahrscheinlich Ende des 14. Jahrhunderts als Kleinbauernsiedlung von deutschen Siedlern gegründet worden und lag damals an der Nürnberg-Lausitzer Handelsstraße. Vielleicht war die Gründung auch als Verkehrsstützpunkt erfolgt. Der Ortsname dürfte mit großer Sicherheit von dem Personennamen Reinhard hergeleitet sein, dessen Träger bei der Anlegung des Ortes vielleicht als Lokator tätig war. Alte urkundlichen Schreibweisen wie „Rainhardsdorf” und „Rainersdorf” lassen darauf schließen. 1457 wurde der Ort „Reynersdorff” geschrieben. Aus der Steuerrolle von 1654 und dem Theresianischen Kataster von 1713 liegen für Rennersdorf keine Angaben über die Landwirte vor, da es sich um ein Dominikaldorf auf herrschaftlichen Gründen handelte. Von 1654 sind uns namentlich nur die gewerblich tätigen Häusler bekannt – es waren dies die Familien Knechtel, Richter, Weidlich und Weinschner. Die von 1713 bekannte Zahl von 30 Häusern stellte nicht das ganze Dorf dar, vielmehr dürfte nur der Teil gemeint sein, der 1675 durch Auflösung und Verkauf eines Teils des Meierhofes neu entstanden war. 1787 umfasste Rennersdorf 65 Hausnummern, 1833 hatte der Ort 77 Häuser und 521 Einwohner. 1850 lebten 564 Personen im Dorf. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte Rennersdorf 487 bzw. 355 deutsche Einwohner. Aufgrund der fehlenden Industrie und der schwierigen Verkehrslage setzte sich der Rückgang bis 1945 fort. Die häufigsten Familiennamen waren 1934 Grohmann, Fiedler, Vater, Weidlich, Knechtel, Wetzig, Heinsch, Schiffner, Seidel, Storm und Worm.

Balzhütte
Die Anfänge dieser kleinen Häusergruppe mitten im Wald lassen sich bis 1673 zurückverfolgen, als dort ein herrschaftliches Jagdhaus stand. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Balzhütte zu einem belebten Kreuzungspunkt der Böhmischen Schweiz, in dem sechs Gebäude entstanden: das Jagdschloss der Fürsten Kinsky, Gästehaus, Dienerschaftsgebäude, Wirtschaftsgebäude, Stallung sowie Forsthaus mit Schankwirtschaft. Im Sommer 1938 stattete Lord Walter Runciman, der als Beobachter der englischen Regierung in die sudetendeutschen Gebiete der CSR gesandt worden war, dem Fürsten Ulrich Ferdinand Kinsky in der Balzhütte einen Besuch ab.

Ehemaliger Ort Budersdorf
Die wahrscheinlich recht klein gewesene Siedlung Budersdorf befand sich im heutigen Waldgebiet nordöstlich von Rennersdorf. Der Ortsname dürfte aus „Burghartsdorf” entstanden sein. 1457 soll der Ort noch existiert haben.

1961 hatte die tschechische Gemeinde Rynartice nur noch 55 Einwohner. Sie bildet heute zusammen mit den Ortschaften Jetřichovice (= Dittersbach), Všemily (= Schemmel) und Vysoka Lipá (= Hohenleipa) die politische Gemeinde Jetřichovice. Am 03.07.2006 wurden in der gesamten Gemeinde 417 Einwohner gezählt.

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